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Boiling Point  

Rückseite ]

Info
Autor 3+
 1.5
 2
 2
Gesamt (44 votes) 2+
 1.9
 1.7
 2
Name:Boiling Point: Road to Hell
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2005/05
Publisher: Atari
Entwickler: Deep Shadows
Hardware: 2Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 4000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch/Englisch
Patch: 2.0
Bemerkung: nur auf DVD
USK: 16
Boiling Point: Road to Hell (review von nali_warcow)

Nicht immer muss es eine grandiose neue Idee sein, mitunter reicht es auch einfach bekannte Elemente unterschiedlicher Spiele zu vermischen, um ein sehr interessantes und spielerisch spaßiges Games zu entwickeln. Mit diesem Hintergedanken ging Deep Shadows die Entwicklung ihres aktuellen Spiels an. Ein Hauch FarCry, etwas GTA und gewürzt mit Elementen aus DeusEx. Herausgekommen ist Boiling Point: Road to Hell. Warum es sich bei Boiling Point um mehr handelt, als nur um eine Bugsammlung, wie es manche Webseiten zusammenfassen, soll das folgende Review zeigen.

Im Pappschuber steckt eine ganz normale DVD Hülle. Neben der eigentlichen Spiel DVD gibt es ein etwa 25 Seiten umfassendes Handbuch, das neben einer Tastaturbelegung auch die wichtigsten Punkte des Spiels erklärt. Die Schriftart ist erfreulicherweise nicht nur 8Pixel hoch, wie bei manch anderen Handbüchern. Gerade für Anfänger wäre es jedoch hilfreich gewesen, die ersten Schritte in der großen Spielwelt an Bespielen zu beschrieben. Zusätzlich gibt es eine farbige Karte der Welt "Realia" mit Infos über die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten. Auf der Rückseite gibt es außerdem Infos über Fahrzeugsteuerung, Waffen und Gruppierungen. Das Spiel lief beim Testen zwar mit dem aktuellen Patch 1.1 absturzfrei, doch einige größere Bugs trübten den Spielspaß. Doch bis auf einen Savebug am Ende war ein Durchspielen problemlos möglich. Nähere Infos zu kleinen und großen Schwächen am Ende des Reviews.

Handlung: Zwischen motivierend und banal

Der Spieler schlüpft in die Rolle des ehemaligen Veteranen Saul Myers, der auf dem Weg in die Bananenrepublik Realia ist, um sich auf die Suche nach seiner Tochter zu machen. Diese hat bei einem Verleger gearbeitet und ist plötzlich verschwunden. Da die Behörden wohl wenig erreichen werden, macht sich Papa also nun auf, seine Tochter zu finden und damit steht das Grundgerüst der Story von Boiling Point. Hier müssen Infos gefunden werden, die behilflich bei der Suche nach der Tochter sind, was im Prinzip auch nicht schlecht gemacht ist, da man sich durchfragen und Infos sammeln muss. Nur der ein oder andere zusätzlich wichtige Charakter und eine stellenweise etwas spannendere Handlung hätten vielleicht etwas mehr von der Dringlichkeit überzeugen können die Tochter zu suchen. So stirbt eine "Informationsperson" recht früh, doch die Spannung, die sich nach dieser Zwischensequenz aufgebaut hat, wird nicht gehalten, sondern sinkt langsam wieder ab. Liegt vielleicht auch etwas an der Art und Weise der Hauptstory, da man sich meist erst wieder Geld erarbeiten muss, damit man weiterkommt.

Grafikkarte gegen Kontonummer: Lösungsmöglichkeiten

Endlich hat Myers eine etwas bessere Spur gefunden: eine Kontonummer. Das könnte einen nun doch endlich einen großen Schritt weiter bringen. Am Besten mal auf den Weg zur Bank machen, vielleicht kann man da ja was erreichen. Bei der Bank angekommen wird man dann zwar zum Direktor vorgelassen, doch dieser ist ganz und gar nicht begeistert über das Anliegen des Spielers. Er begäbe sich da in eine Teufelsküche und es wäre eine Schande, ihn mit solchen Bitten zu belästigen. Überall nur Korruption im Land. Doch dann hellt sich seine Miene auf. Gegen eine entsprechende Gebühr sei er durchaus bereit, etwas über den Kontoinhaber zu sagen. Kostet nur schlappe 20.000 Pesos - eine Menge Asche. Für das kleine Auto hat man gerade mal 1000 bezahlt. Da muss es doch auch eine andere Möglichkeit geben. Klar, man könnte auch den Don fragen, aber das wäre sicherlich auch nicht preiswerter. Aber warum so weit in die Ferne schauen, wenn man es ja auch über die Angestellten versuchen kann. Mit bloßen Worten wird man die Frau am Schalter jedoch wohl kaum überzeugen können, da muss man sich schon etwas ausdenken. Beim Grübeln auf der Straße kommt man mit einer Dame ins Gespräch, die preiswert einen Blumenstrauß anbietet. So klappt es dann auch mit der holden Weiblichkeit und ein Gesprächstermin ist für Abends in der Kneipe verabredet. Pünktlich betritt der Held den Schuppen und findet seine Verabredung im hinteren Bereich. So ganz verläuft das Gespräch dann anfangs doch nicht nach Plan und es muss etwas Überzeugungsarbeit geleistet werden. Nach einigen Gläsern Champagner sprudelt sie dann auch endlich los. Ein Computerspezialist aus der Bank ist arbeitslos geworden und war wohl etwas zu neugierig. Den Hobby-Hacker besucht man daher umgehend. Doch, wie sollte es anders sein, möchte dieser natürlich eine kleine Gegenleistung. Da sind einige Typen in der Stadt, um die er sich doch kümmern möchte. So macht man sich auf den Weg und erledigt das Problem. Einige Granaten und Schüsse später ist die Gefahr gebannt, der Spieler zwar etwas angeschlagen, doch hoffentlich gibt es nun auch die Infos. Leider hat der Hacker nun ein weiteres Problem. Seine Grafikkarte ist hinüber und er braucht eine neue. Diese gibt es jedoch nicht in der Stadt, sondern nur bei einem Händler in Puerto Faro. Der Weg dorthin ist lang und bevor man nun die Nacht über im Auto verbringt und zwischendurch tanken muss, kann man auch einfach zum Taxi greifen. Für etwas über 400 Pesos erreicht man das Ziel, kauft die teure Karte für 750 (Und da soll noch jemand sagen nVidia wäre teuer. ;)) und endlich gibt es die Infos über das Konto. Ein neuer Hinweis für Nachforschungen hat sich damit ergeben.

Eine Welt und unzählige Möglichkeiten

Nach dem kurzen Intro landet der Spieler in der virtuellen Bananenrepublik Realia. Genauer gesagt in Puerto Sombar. Hier hat die Tochter beim Verleger gearbeitet und ist verschwunden. Doch ob der Spieler sich nun gleich schnurstracks dorthin begibt und neben ersten Infos zugleicht Fahrzeugschlüssel und erste Anhaltspunkte erfährt oder einfach die Gegend erkundet, steht völlig frei. Irgendwann, wenn man sich um die Nachforschungen kümmern will kann man damit beginnen, die gesamte Welt steht jedoch von Anfang an offen. Insgesamt gibt es dort sieben unterschiedliche Gruppierungen, wie Regierung wozu auch Militär und Polizei gehören, Guerillas, Mafia, Banditen, Indios und CIA. Außerdem gibt es noch die Zivilbevölkerung. Je nach Aktion des Spielers sinkt das Ansehen bei den anderen Gruppierungen. Beseitigt man beispielsweise Mitglieder der Mafia, dann sorgt dies für einen kleinen Anstieg an Ansehen bei Regierung und Zivilbevölkerung. Nur den Mitgliedern der Mafia sollte man dann nicht mehr zu nahe kommen. Fast jeder Kill, außer es war beispielsweise ein Sniperschuss, der unentdeckt geblieben ist, sorgt sofort für eine leichte Veränderung des Ansehens. Diese kleinen und sofortigen Auswirkungen sind mitunter jedoch auch etwas sehr drastisch. Fährt man zufälligerweise eine Person über den Haufen, so kann es gut sein, dass andere in der Nähe den Spieler blitzschnell zum Krüppel machen. Doch wie in GTA ist ein "Tod" nicht endgültig, sondern endet im Krankenhaus. Möchte man jedoch Geld verdienen, dann muss man zwangsläufig mit den unterschiedlichen Parteien in Kontakt treten. Man bekommt zwar auch von einigen Personen auf der Straße kleine Aufträge, doch richtig Geld macht man bei den speziellen Auftraggebern. In der Anfangsstadt wäre beispielsweise die örtliche Polizeiwache eine Anlaufstelle. Hier geht es nicht gleich so gewalttätig los, hier stehen Aufnahmen von belastenden Fotos und Erpressung auf dem Programm. Doch spätestens bei den anderen Auftraggebern ist die Auswirkung auf das Ansehen deutlicher. Da möchte die Mafia, dass man belastende Papiere beim Militär besorgt und das Militär möchte, dass man einen Wissenschaftler der Mafia umbringt. Hier kann man sich dann entscheiden, welchen Auftragt man annimmt, was sich vielleicht auch aus dem Ansehen ergibt. Mit einem positiven Image bei der Mafia braucht man gar nicht in der Dunkelheit ins Lager huschen und sich hinter Fahrzeugen und Gebäuden an sein Ziel schleichen oder gar alles abknallen, was bei Drei nicht in Deckung ist. Mit guten Kontakten geht man einfach an den Wachen vorbei, beseitigt das Ziel und macht sich schnell aus dem Staub, ohne viel Ansehen durch weitere Kills zu verursachen. Man kann zum Teil auch die einzelnen Parteien gegeneinander ausspielen, nur leichte Ansehensschwankungen verursachen und möglichst wenige umbringen, doch es geht auch anders. Die Kneipe ist sozusagen neutrales Gebiet und da kann man durch die ein oder andere Geldspende auch etwas bewirken und sei es nur, dass man wieder den Anführer aufsuchen darf. Ist das Ansehen im Keller, so kann man z. B. die Dienste des Waffenmeisters in den Basen der Auftraggeber nicht nutzen. Man muss auch bei den Aufträgen unterscheiden. Bei den Auftraggebern der Quests, die nicht für die Story wichtig sind, sondern primär wegen Einnahmen, gibt wenig Variationen bei den möglichen Lösungen. Je nach Spielstil und Ansehen kann man die Aufgaben unterschiedlich angehen. Schleicht man sich an sein Opfer, knallt man es aus Entfernung mit dem Sniper ab oder versucht man vielleicht, die Zielperson außerhalb des Gebäudes zu überfahren. Bei den Aufträgen gibt es unterschiedliche Varianten aus Diebstahl, Personenbeseitigung, Überfall und Sachbeschädigung. Manche davon sind schnell erledigt, andere umfangreicher und bestehen später auch aus längeren Wegen. Bei den Missionen zur Rettung der Tochter sieht es da anders aus. Hier werden meist immer mindestens drei Lösungsmöglichkeiten angeboten, so dass man je nach Beziehungen bei den unterschiedlichen Parteien Hilfe bekommt. Aber auch unterschiedliche Vorgehensweisen sind möglich. Die richtige Person gefragt oder bestochen und man kann den Hintereingang oder eine vielleicht preiswerte Alternative nehmen. Woran es stellenweise bei den ganzen Aufträgen etwas hapert sind die Wege. Wenn sie nur lang wären, dann wäre es nicht so schlimm. Aber stellenweise landet man nach oder während eines Auftrags an einem recht abgelegenen Ort und hat aus den unterschiedlichsten Gründen kein Fahrzeug und darf sich dann zu Fuß durch den Dschungel schlagen. Im Prinzip wäre es ja eine feine und spannende Sache, doch hier liegt ein Kritikpunkt in der Welt. Die Welt Realia ist sehr stark nach einem Baukastensystem aufgebaut. Das sieht man schon sehr deutlich am Straßensystem. Hier findet man nicht nur immer wiederkehrende Kurven, gleiche Straßenelemente (bis hin zu Stellen eines Hinterhalts, die immer gleich aussehen), gleiche Brücken und ödes Unterholz. Hier findet man abgesehen von Schlangen und Gegnern nie was. So sieht jede Tankstelle oder Bar an der Straße genau gleich aus. An den Straßen bekämpfen sich mitunter zwei Parteien, doch es ist immer an der gleichen Stelle. Da wäre insgesamt mehr Abwechselung, mehr Städte, Variationen und vielleicht eine kleinere Karte besser gewesen. Es gibt durchaus sehr unterschiedliche Orte, wie Wasserfälle, Strandabschnitte, Villenbereiche oder dem Gefängniskomplex von Realia. Doch dazwischen ist wenig, was zum Erkunden einlädt. Um sich in der Welt von Realia zu bewegen, stehen unterschiedliche Möglichkeiten offen. Wer viel Zeit hat, kann zu Fuß erkunden, doch bequemer geht es mit dem Fahrzeug. Hier werden einige Varianten von der kleinen Rostlaube, Bus bis hin zum Sportwagen geboten. Was sicherlich nicht geschadet hätte wären mehr Varianten eines Typs. Nach und nach erlernt man auch die Benutzung von Panzer, Booten, Flugzeugen und Helikoptern, wobei man vieles nur in Missionen steuern und nicht selber kaufen kann. Doch zumindest für den schnellen Weg gibt es bei ausreichender Kohle auch die Möglichkeit einen Helikopter anzuschaffen. Doch kein Fahrzeug hält ewig. Neben Schaden und Loch im Reifen muss man sich auch um genügend Sprit im Fahrzeug kümmern, den es an der Tankstelle gibt, wo Fahrzeuge auch repariert weden können.

Steuerung, Gegner und Waffen

Bei der Steuerung orientiert sich Boiling Point an dem, was man aus Shootern kennt. Das geht auch recht problemlos von der Hand, wobei an der recht schwammigen Fahrzeugsteuerung per Patch gearbeitet wird. Der Spieler startet RPG-like als Anfänger und schwacher Charakter. Nach und nach wird man dann immer kräftiger und geschickter im Umgang mit den einzelnen Waffen. Außerdem nutzen sich die Waffen mit der Zeit ab. Allerdings ist die Handhabung der Waffenskills aus Erfahrung und Abnutzung nicht ganz so gut gelungen wie in DeusEX. Bewegt man sich schnell (z. B. springen), dann geht das Zielkreuz zwar ein klein wenig auseinander aber viel mehr wird das Treffen durch einen hohen Abnutzungsfaktor beeinträchtigt. Da macht es dann statt "Peng" einfach mal "Klick" und kein Schuß wird abgefeuert. Ansonsten gibt es jedoch wenig zu bemängeln. Es gibt ein umfangreiches Menü mit allerlei Infos. Egal ob man nun die unterschiedlichen Primär- und Sekundärziele anschauen will, die Karte studiert oder das Inventar verwaltet. Sehr einfach ist beispielsweise auch das Aufsammeln von Gegenständen. Einfach die Person anschauen und unten werden die Objekte aufgelistet. Nun kann man per Shortcut die gewünschten Dinge schnell ins Inventar befördern. Die Bedienung ist durchweg gelungen. So muss man nur ein Ziel oder eine bekannte Person anwählen und schon wird diese im Radarscreen angezeigt, der sich zwischen Kompass- und Kartenanzeige umschalten lässt. Erstaunlich, dass diese Vielfalt an Zielen fast ganz ohne Mängel korrekt angezeigt wird. Ich kann mich nur an zwei Fehler erinnern, in denen der falsche Punkt angezeigt wurde. Und an einer Stelle wurde mir nachträglich ein Geheimweg genannt, allerdings nur in der Art "Ich zeige dir auf der Karte wo". Da man dort jedoch schon war, wird der Quest nicht mehr angezeigt. Wäre kein Problem, wenn man dort nicht später wieder hinein müsste. Hilfreich wäre es gewesen, wenn einige Sachen klarer formuliert bzw. erklärt würden. Der Einstieg ins Spiels erfolgt leider nur mit einigen generellen Infoscreens. Wie man es erwarten sollte, kann man nicht nur den Gegnern Waffen, Munition und Ausrüstung abknöpfen, sondern auch beim Waffenhändler kaufen, verkaufen oder Aufrüstungsgegenstände erwerben. So lassen sie die Waffen verbessern, was, sollte man die technischen Fertigkeiten nicht besitzt, von einem Fachmann erledigen lassen sollte. Neben Müdigkeit wird auch Drogen- (Alkohol) und Medikamentenabhängigkeit verwaltet. Also nicht immer gleich die Spritze in die angeschlagenen Körperteile wie Bein, Arms, etc. rammen, sondern etwas Schlaf und ein Arztbesuch wirken Wunder.

Die Gegner einer Gruppe sehen zwar jeweils immer gleich aus, stellen sich jedoch trotz kleinerer Mankos gar nicht mal so dumm an. Sie treffen auch schon auf unterer Stufe gut, rollen sich zur Seite und versuchen in Deckung zu gehen. Auch Granaten werden gekonnt eingesetzt. Als zu leicht kann man das Spiel daher nicht bezeichnen.

Gespeichert werden kann jederzeit und auch Quicksave steht mit drei Slots zur Verfügung. Leider ist die Anzahl der normalen Speicherplätze ebenfalls limitiert. Was doch etwas schade ist, da man aufgrund der doch recht langen Spielzeit von gut 40 Stunden nicht viele Slots zur Verfügung hat.

Grafik & Sound

Grafisch ist Boiling Point ein etwas zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gibt es einige Abschnitte, denen es an Details mangelt und Texturen nicht gut aufgelöst sind. Doch mitunter findet man genau daneben eine deutlich bessere Textur. Beispiel wäre hier die Textur des Asphalts und des Bürgersteigs, wo man jeden Stein genau erkennen kann. Während auf der einen Seite immer wieder auf gleiche Objekte und Grafikbausteine zurückgegriffen wird und somit selbst der Dschungel etwas vorgefertigt wirkt, besitzen Personen auf der anderen recht gute Texturen, dafür aber wenig Variationen. Gerade auch, weil die Welt ohne Ladepausen auskommen soll, ist die Grafik durchaus ok und insgesamt stimmig, wenn da nicht die Ruckler wären. Insbesondere je weiter man im Spiel vorangeschritten ist, desto stärker ruckelte es, wenn man wieder in eine Stadt zurück kam. Doch wenn man einfach nur die Welt etwas genießt oder herumfährt, dann fallen schon noch einige Details auf. Da taucht die Sonne zwischen den Bäumen auf und die Tageszeiten wechseln sich ab. Da fährt man in der Dämmerung in einem Ort los und erreicht das Ziel gegen Mittag bei schönstem Sonnenschein. Ebenso gibt es ein Wettersystem, so dass es in Realia auch mal zu leichtem Regen bis starken Gewitter kommt, was jedoch weniger auf das Gameplay, sondern mehr auf die Sicht Auswirkungen hat. Für die Zwischensequenzen der Hauptstory wird auch kurz nachgeladen und höher aufgelöste Charaktere und Umgebungen präsentiert. Bei der Akustik des Spiels müsste man eigentlich gar nicht so sehr meckern. Die Musik ist stimmig, wenngleich man irgendwelche Radiosender, wie in GTA, doch etwas vermisst. Die Sprachausgabe hapert weniger daran, dass zwischen Sprache und Text mitunter leichte Abweichungen bestehen, sondern vielmehr, dass sie oft kaum zu hören ist oder gar ganz ausfällt, wie auch der ein oder andere Soundeffekt. Gesprochen wird in englischer Sprache, die jedoch deutsch untertitelt ist. Der Held wird übrigens von Schauspieler Arnold Vosloo (Die Mumie) gesprochen.

Bugs, die in Realia wüten

Eigentlich wäre Boiling Point ein wirklich schönes Spiel, nur gerade die Bugs stören ungemein den Spielspaß. Das Spiel wurde Mitte Mai veröffentlicht, etwa 4 Wochen später gab es den ersten Patch und seitdem darf man auf den angekündigten Patch 2.0 warten. Keine schöne Situation für den ehrlichen Käufer. Im Gegensatz zu so manch anderen Reviews konnte ich jedoch wenig feststellen, das so schwerwiegend wiegte und damit das Spiel unspielbar machte. Viele Dinge sind eher ärgerlich, als fatal. So z. B. ein Bug, der Autos verschwinden lässt. Man stellt das Fahrzeug ab und wenn man zurückkommt ist es weg. Daher sollte man den Kofferraum des Fahrzeugs auch in der aktuellen Version 1.1 nicht nutzen, sonst könnte man wichtige Gegenstände verlieren. Ärgerlicher als die dann eventuell langen Fußwege ist da der Verlust des Wagens aus Sicht des investierten Geldes. So viel Geld hat man ja auch nicht über, da muss dann ein Zivilist oder andere Gruppen einen Wagen mehr oder weniger freiwillig "verleihen". Ärgerlich sind auch wiederholend mehr oder weniger starken Ruckler, insbesondere wenn dann das Game mitunter für 20 Sekunden stockt und danach das Spiel beschleunigt weiterläuft. In Verbindung mit der sehr gewöhnungsbedürftigen Physikengine und nicht gut gelungenen Fahrzeugsteuerung kann es vorkommen, dass man in 50 m Höhe über Gebäude "fliegt". Wenigstens überlebt man und der Wagen wurde nicht beschädigt. Schon angesprochen wurden Soundaussetzer und Störungen. Gegen Ende des Spiels gibt es auch einen extrem ungünstigen Save-Bug. Bis hierhin kann man das Game problemlos mit allen Mängeln mit etwas Gewöhnung spielen. Nur hier kann man im letzten "Komplex" nicht mehr speichern. Da gerade hier die Gegner in größeren Gruppen auftreten, eine ganz ärgerliche Angelegenheit.

Nachtrag:

Inzwischen ist am 09.08.2005 der lang erwartete Patch 2.0 veröffentlicht worden. Mit knapp 200 MB ist der Patch auch nicht gerade klein, behebt aber eine ganze Reihe an Fehlern. So gibt es nun fast keine Soundprobleme mehr, die Steuerung der Fahrzeuge geht besser von der Hand, es gibt Benzinkanister für liegengebliebene Fahrzeuge und Speichern ist auch am Ende möglich. Nur leider ist es kein „alles wird gut Patch“ geworden. Gerade wenn man es mit alten Spielständen weiterspielt, hat man vom Patch sehr wenig. Dann verschwinden weiterhin Fahrzeuge und das Spiel läuft insgesamt etwas schlechter. Man sollte daher auf jeden Fall ein neues Spiel beginnen, um Spaß zu haben. Doch leider ist der Weg dorthin nicht so einfach. So gab es bei mir durch Version 2.0 nun das Problem, dass die Original DVD nicht mehr erkannt wird und man die freudige Meldung „Original-Disc konnte nicht gefunden oder authentifiziert werden.“ zu sehen bekommt. Erst der Start von einem anderen Laufwerk brachte Abhilfe. Leider hat sich zumindest auf dem Testsystem auch keine Performanceverbesserung eingestellt. Weitere Patches auf Version 2.01 bzw. 3.0 sollen angeblich in Arbeit sein.

Meinung

Also Boiling Point ist irgendwie ein erstaunliches Game. Auf der einen Seite gibt es Soundprobleme, Ruckler und Fahrzeuge verschwinden. Die Kombination von Erfahrung und Waffenabnutzung fand ich nicht ganz so gelungen, da hätte mir primär ein DeusEx Waffensystem besser gefallen, wo man auch merkliche Fortschritte durch Übung erfährt. Das macht DeusEx besser. Doch auf der anderen Seite hat mich das Spiel extrem fasziniert: Gruppierungen, Ansehen, die ersten Auftrage und die Welt erforschen. Der Einstieg ist nicht so einfach, weil man als Spieler weniger bei der Hand genommen wird, als vergleichbar bei GTA. Doch nachdem ich eigentlich nur gegen Abend kurz reinschauen wollte, wie schlimm die Bugs sich auswirken, war es um mich geschehen. Als ich wieder auf die Uhr schaute, war es fast schon Frühstückszeit. Wer also ein etwas offeneres Spiel sucht, das auch nach gut 40 Stunden zu einem erneuten Durchspielen einlädt, ist mit Boiling Point gut beraten. Allerdings sollte man doch den nächsten Patch abwarten. Der könnte das Spiel dann auch durchaus in den 2er Bereich heben.


Geschrieben am 26.07.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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