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Rückseite ]

Info
Autor 3
 1.5
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Gesamt (4 votes) 2
 1.7
 1.5
 1.6
Team (2 votes, siehe hier)3+
Name:Black Buccaneer
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2007/05
Publisher: 10tacle
Entwickler: Widescreen Games
Offiz. Sites: Game
Hardware: 1Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 3000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Multilingual
Bemerkung: auch für PS2
USK: 12
Black Buccaneer (review von yak)

Piraten sind "in". Zumindest aktuell wieder im Kino, wenn der dritte Streifen der "Fluch der Karibik" Trilogie anläuft. Warum dann nicht die Chance nutzen, zeitgleich ein Piratenspiel zu veröffentlichen, das dann hoffentlich auf der Piratenwelle mit guten Absätzen mitschwimmt. Vielleicht war das auch für den Publisher die einzig sinnvolle Alternative, das Spiel noch zu veröffentlichen, nachdem es bereits vor knapp 9 Monaten zum Release vorgesehen war. Die Printmedien waren damals nicht sonderlich begeistert und Wertungen um die 50 % bedeuten prinzipiell den Todesstoß. Vielleicht wurde die Veröffentlichung verschoben, um ein wenig Gras über die schlechten Rezensionen wachsen zu lassen. Vom ursprünglichen Verkaufspreis, der damals schon in den Midprice rutschte, ist man jetzt zur Erstveröffentlichung direkt in den Budgetbereich gegangen und so ist das Piratenabenteuer in der PC Version für knapp 20 Euro erhältlich. Dass das Spiel aber keinesfalls so schlecht ist, wie die Printmagazine in ihren 40 Worte langen Postkarten großen Reviews behaupten, zeigt hoffentlich unser Review.

Technik

Der Entwickler Widescreen Games nutzt wieder, wie bereits bei seinem Dune Titel, die Renderware Engine. Doch leider kann sie ihre Stärken nicht voll ausspielen. Mit Graphikhighlights, wie man die Engine z.B. in Cold Fear nutzte, kann man Black Buccaneer sicher nicht vergleichen. Das Spiel hinkt aktuellen Titel hinterher und hinterlässt den Eindruck eines 2-3 Jahre alten Programmes. Über den Status "solide umgesetzt" kommt es selten hinaus. Das bedeutet aber nicht, dass Black Buccaneer abgrundtief hässlich aussieht, es ist nur kein graphischer Überflieger. Dafür halten sich aber die Hardwareanforderungen in Grenzen. Die Inselszenarien bieten soweit thematisch möglich, ausreichend Abwechslung. Dschungelabschnitte, Wasserfälle, alte Tempelanlagen, ein verlassenes Fort, ein Bergwerk, Höhlen und Berggipfel warten auf den Spieler. Die Figuren sind ordentlich animiert, leider jedoch ein wenig polygonarm und mit gering auflösenden Texturen versehen. Hier hat man scheinbar keinerlei Anpassung für die PC Version vorgenommen und sich auf die Ursprünge der PS2 Variante beschränkt. Mit Spezialeffekten wird leider ebenso gespart. Hier gibt es, bis auch ein paar graphisch nett präsentierte Zeitlupeneffekte, wenig zu erleben. Die Lichteffekte der einstrahlenden Sonne durch die Baumkronen sind statisch und sehen leider auch so aus, das sieht auf Standbildern noch verhältnismäßig gut aus, im Spiel selber aber nicht.

Im Bereich Sound kann der Titel leider auch keine Bäume ausreißen. Die Sprachausgabe ist zweckmäßig und spärlich, die Sprecher ok. Gleiches gilt für die Musik und die Soundeffekte, auch hier kann das Spiel nicht mit überragenden Leistungen punkten, zweckmäßig wäre wohl der richtige Ausdruck.

Die Steuerung, vorzugsweise mit Gamepad, geht nach ein wenig Übung leicht und innovativ von der Hand. Gespielt werden kann in zwei Schwierigkeitsgraden. Gespeichert werden kann an speziellen Speicheraltären. Doch dazu mehr im Bereich Gameplay.

Black Buccaneer unterscheidet sich hier aber schon eindeutig von anderen Programmen, die sonst zum Erstrelease in dieser Preiskategorie angeboten werden. Das technische Niveau und die Umsetzung sind hier wesentlich besser realisiert. Black Buccaneer bietet zwar keinerlei technische Highlights, aber auch keine starken Ausrutscher, die das Gameplay beeinflussen würden - und das kann man sicher nicht von allen Vollpreisprodukten behaupten.

Gameplay

Black Buccaneer ist ein 3rd Person Action Adventure mit ein wenig Charakterupgrade, Jump & Run Einlagen, Kämpfen, Knobelaufgaben in einer relativ offen angelegten Spielwelt. Auf der Suche nach dem Schatz von La Bourge strandet Francis Blade an einem einsamen Strand, sein Schiff stark beschädigt und nicht mehr seetauglich, womit das Abenteuer seines Lebens beginnt. Mit Schwert und Pistole bewaffnet zieht er los, um Ersatzteile zur Reparatur des Schiffes und ganz nebenbei auch noch den sagenumwobenen Schatz von La Bourge zu finden, der irgendwo auf dieser Insel verborgen sein muss. Das geschieht aber nicht im Einvernehmen mit den anderen Bewohnern der Insel, zu denen hauptsächlich wilde Affen gehören und so liefert Francis sich bereits am Strand den ersten Kampf mit der heimischen Fauna. Doch das ist mit ein paar gezielten Schwerthieben schnell erledigt und Francis klettert ein paar Felsen hoch zu einem mysteriös erscheinenden Höhleneingang. Hier ist es dunkel, Wasser steht am Boden und es sieht nicht gerade einladend aus. Egal, die Beine in die Hand genommen und ein paar Erkundungs- und Kletteraktionen später steht Francis vor einem merkwürdigen Altar, auf dem er ein Amulett findet. Natürlich nimmt er es auf, sonst wäre er kein Schatzsucher, doch damit geht er auch unweigerlich einen Pakt ein, der ihm jedoch in seiner jetzigen Situation mehr hilft als schadet. Der Pakt mit dem Black Buccaneer. Fortan kann sich Francis, wenn sein Lao-Balken voll aufgefüllt ist, in den Black Buccaneer verwandeln, einer Mischung aus untotem Pirat und dem unglaublichen Hulk. Wo der Black Buccaneer hinhaut, wächst kein Gras mehr und Kämpfe gegen mehrere Gegner werden so zum Kinderspiel. Dazu entzieht Francis, wenn er sich in den Black Buccaneer verwandelt, den Gegnern noch Lebensenergie und kann somit eigen erlittenen Schaden wieder ausgleichen. Doch die Magie hält nicht ewig, die Lao-Leiste nimmt stetig ab und sollte sie aufgebraucht sein, verwandelt sich Francis wieder zurück. Aufladen lässt sich die Lao-Leiste, indem Francis in seiner Gestalt gegen Gegner kämpft. Der Pakt mit dem Black Buccaneer hat Francis zudem mit weiteren Fähigkeiten ausgestattet. So kann er jetzt Zombies beschwören, die mit ihm gegen Gegner kämpfen, vorausgesetzt, es ist ein Zombiegrab in der Nähe. Sogleich wühlen sie sich aus dem Boden und helfen ihm im Kampf, jedoch auf Kosten der eigenen Lebensenergie. Zombies können, ebenso wie der Black Buccaneer, jederzeit vorzeitig wieder in Rente geschickt werden, damit die Energie nicht sinnlos verprasst wird.

Mit der Kraft des Black Buccaneer beginnt Francis dann das eigentliche Abenteuer auf der Insel, um den Schatz, Ersatzteile, neue Kampfeigenschaften und neue Voodookräfte zu erhalten. Die Spielwelt in Black Buccaneer ist relativ offen angelegt, was bedeutet, dass man viele Orte schon zu Beginn aufsuchen kann und erstmal die Level, soweit möglich, erkunden kann. Grenzen werden dadurch gesetzt, dass der Zutritt von einigen Bereichen nur erreicht werden kann, wenn Francis bestimmte Eigenschaften erlernt hat. So kann er brüchige Mauern erst zerstören, wenn er Bomben besitzt, schwere Kisten lassen sich erst schieben, wenn er die Eigenschaft erworben hat, schwere Gegenstände zu bewegen und Dornengestrüpp lässt sich erst entfernen, wenn er die Feuerkraft beherrscht. Somit bietet Black Buccaneer ein relativ offen angelegtes Gameplay und man hat nicht den Eindruck, linear einem vorgegebenen Weg zu folgen. Man muss sich erst damit zufrieden geben, sich mit den zu Beginn erhältlichen Eigenschaften den Weg durch die Level zu bahnen, um neue Areale zu erreichen. Das geschieht in Black Buccaneer zumeist durch das Auskundschaften des Levelbereiches. Nach Schatzkisten Ausschau halten, die neue Eigenschaften verbergen oder mittels Kistenschieben und Schalterrätsel Tore zu öffnen. Die Kistenrätsel basieren auf einem vereinfachten Sokoban Prinzip, was bedeutet, dass man große Steinquader nur in bestimmten Bereichen hin und her schieben kann, um damit entsprechende Bodenschalter zu betätigen. Dadurch werden Tore geöffnet, die ein Weiterkommen ermöglichen. Die Rätsel sind dabei nie zu schwer und in der Nähe ist jeweils ein Rücksetzschalter vorhanden, sollte man sich einmal zu sehr verheddern. Dabei bleibt es aber dennoch ausreichend unterhaltsam. Mal gilt es, die Kisten aus dem Weg zu schieben, um den Schuss für eine Kanone frei zu machen, um ein Gitter zerschießen zu können, dann müssen die Kisten auf Schaltern platziert werden, damit eine bewegliche Brücke dauerhaft ausgefahren wird oder die Steine dienen einfach dazu, vorher nicht zu erreichende Stellen erklimmen zu können.

Die Suche nach dem Schatz und den Ersatzteilen ist praktisch das Hauptquest, dazu gesellen sich aber noch optionale Unteraufgaben. So kann man durch den Erhalt bestimmter Artefakte Opferaltäre nutzen, um dort Eigenschaften zu verbessern. Man kann z. B. in höhere Schusskraft oder mehr Lebensenergie investieren. Das Charakterupgrade erfolgt aber auch in den gefundenen Secrets. In Schatztruhen verborgen findet man Anleitungen für neue Komboangriffe und in speziellen "Zwischendimensionen" kann man neue Eigenschaften erkämpfen, zu denen die besagten Fähigkeiten zählen, schwere Gegenstände verschieben zu können oder später auch neue Voodooeigenschaften zu erlernen, zu denen auch das Verfluchen und Verhexen von Gegner zählen. Verhexte Gegner kämpfen dann an Francis Seite. Einige der Eigenschaften sind optional und sind auch nur durch viel Einsatz und Erforschung zu erlangen. Damit die Hatz nach den Schätzen später nicht in zuviel Beinarbeit ausartet, haben die Entwickler eine Art Warptore eingebaut. In diesem Level kann man von einem Tor zum nächsten "warpen", um so schnell verschiedenen Levelbereiche erreichen zu können. Ebenso kann man nach dem Erreichen eines Levels z. B. Barrieren öffnen, von denen man dann schnell in den anderen Level kann. So kann man aus dem zuerst umständlich zu erreichenden Fort einen Stein aus der Wand schieben und man landet dann durch die neu erstellte Öffnung direkt in der Anfangshöhle. Praktisch!

Die Jump & Run Einlagen sind von Seiten der Steuerung gut und großzügig umgesetzt und erinnern ein wenig an die Prince of Persia Teile. Es ist kein hochpräzises Joypadjonglieren nötig, um Francis von Plattform zu Plattform oder von Stange zu Stange springen und hangeln zu lassen, die "grobe" Richtung reicht zumeist, so dass hier wenig Frust aufkommt. Einzig in einigen engen Winkeln kann die Kamerasteuerung schon mal ein wenig daneben funken und ein Sprung geht daneben, was aber durch manuelles Nachjustieren vermieden werden kann.

Der Kampfpart dürfte auch bei Gelegenheitsspielern für wenig Frust sorgen. Die Kämpfe sind nicht schwer zu meistern, so daß man selten auf spezielle Kombomoves zurückgreifen oder den Black Buccaneer ins Rennen schicken muss. Das ist auch leider einer der Schwachpunkte des Games, hier hätte der normale Schwierigkeitsgrad etwas fordernder ausfallen dürfen. So greift man leider viel zu selten auf die Zombiegehilfen oder andere Voodoomagie zurück, weil es einfach nicht notwendig ist. Selbst den Kampfhünen Black Buccaneer bemüht man nur, um Kampfeinlagen schneller beenden zu können und nicht, weil man ohne ihn nicht auskommen würde. Hier fehlt es am Feintuning im Balancing. Leider hat man ebenso darauf verzichtet, den Black Buccaneer in das Rätsellösen mit einzubeziehen. Obwohl er scheinbar vor Kraft strotzt, scheitert er ebenso an einigen Kistenspielen mangels Kraft, wie schon Franics. Schön wäre es, wenn der Buccaneer Spezialfähigkeiten hätte, die ebenso mit in die Rätselaufgaben hätten einfließen können.

Gut umgesetzt haben die Entwickler das Speichersystem und das Upgraden verschiedener Eigenschaften. Durch das Besiegen von Gegnern erhält der Held sogenannte "Gaben", die im Prinzip einer Währung entsprechen. Damit kann an den zuvor freigeschalteten Altären in Verbesserungen der Eigenschaften investiert werden, ebenso sind Gaben fällig, wenn an Speicherschreinen abgespeichert werden soll. Auch kann die Währung benutzt werden, um Francis wieder ins Leben zurückzubringen. Dies erspart den Beginn vom vorherigen Savepunkt aus und setzt ihn in der Nähe der Todesstelle wieder aus. Geldsorgen braucht man aber im Bereich des Speicherns oder der Reinkarnation nicht zu haben, lediglich Charakterupgrades gehen stärker auf's Guthaben.

Fazit

So schlecht, schenkt man den Printmagazinen glauben, ist Black Buccaneer ganz sicher nicht. Zum Budgetpreis von ca. 20 € wird man insgesamt solide unterhalten und erhält ein 3rd Person Action Adventure, das mit moderatem Schwierigkeitsgrad für 5-6 Stunden unterhält. Sollte man Secret-Fetischist sein, darf man dazu noch drei weitere Stunden addieren. Black Buccaneer bietet ein relativ offen angelegtes Gameplay mit Kampf-, Kletter- und Rätseleinlagen auf der Suche nach einem geheimnisvollen Schatz, das zwar ohne wirkliche Schwächen, dafür aber auch ohne wirkliche Höhepunkte daherkommt. Die Bossfights sind spärlich und unspektakulär und die Story wird etwas zu lieblos erzählt. Dennoch hat es Spaß gemacht, die Schieberätsel zu lösen und nach dem letzten Secret Ausschau zu halten. Solide Unterhaltung zu einem fairen Preis. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Geschrieben am 21.05.2007, Testkonfiguration: Intel Dual Core E6600, Geforce 7950GT, 2GB RAM, Creative X-Fi Extreme
 



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