yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

Bad Day L.A.
Baldurs Gate
Baldurs Gate 2
Baldurs Gate 2: TdB
Baldurs Gate: DA
Baldurs Gate: DA 2
Baldurs Gate: LdS
Ballance
Baphomets Fluch
Baphomets Fluch 4
Bards Tale, The
Batman Vengeance
Batman: Arkham Asylum
Battle Mages
Battle Mages: SoD
Battlefield 2
Battlefield 2: M. Comb.
Battlefield Vietnam
Battlestar Galactica
Beam Breakers
Besieger
Bet on Soldier
Beyond Divinity
Beyond Good & Evil
Bionic Commando
Bioshock
Bioshock 2
Black
Black & White 2
Black Buccaneer
Black Mirror
BlackSite
Blair Witch Vol.2
Blood Omen 2
Blue Dragon
Boiling Point
Bone Gold
Book of Unwritten Tales
Botanicula
Breath of Fire 4
Breath of Fire 5
Brigade E5
Brute Force
Brütal Legend
Buffy - Chaos Bleeds
Bugs B. auf Zeitreise
Böse Nachbarn 2
Blair Witch Vol.2  


Info
Autor 4
 1
 0
 1
Gesamt (6 votes) 3+
 1.3
 1
 1.6
Name:Blair Witch Vol.2 - Die Legende von Coffin Rock
Genre: Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2000/11
Publisher: Take 2
Entwickler: Human Heads
Hardware: 233Mhz, 128MB RAM, 4MB Open-GL, HD 850 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX7
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Serie: ja
USK: 16
Blair Witch Vol.2 - Die Legende von Coffin Rock (review von yak)

Da hätten wir nun also Teil 2 der Blair Witch Trilogie von GOD/Human Head Studios auf der Festplatte. Wie in den anderen Teilen wird die Geschichte um den Blair Witch Mythos in einer bestimmten Zeitperiode erzählt, welcher die Vorgeschichte zum Kinofilm erzählt. Kurz zum Inhalt: Ihr spielt in dem Action-Adventure zur Zeit des Bürgerkrieges einen Soldaten, der an Amnesie leidet und von einem Mädchen namens Robin Weaver im Wald von Burkittsville, Maryland dem Tode nahe gefunden wird. Von ihrer Großmutter werdet ihr versorgt und erfahrt dann, daß das kleine Mädchen im Wald verschwunden ist. Ihr erhaltet von dort an den Namen Lazarus und die Großmutter verlangt von euch, da sie euch das Leben gerettet hat, daß ihr euch auf die Suche nach ihrer Enkelin macht, was euch unweigerlich in den Bann der Blair Witch ziehen wird. Zur Installation: Das Spiel läßt sich problemlos installieren und bietet nur eine Installationsoption (ca. 800 MB), wobei hierbei alle Daten auf die Festplatte kopiert werden. Positiv zu erwähnen ist, daß es sich hierbei (wie auch schon bei Nocturne und Blair Witch 1) um eine Multisprachversion handelt. Ihr könnt also auch das Spiel im engl. Original spielen und es scheint daher auch unzensiert zu sein (jedoch kein Hinweis auf der Packung, wie es bei Blair Witch 1 der Fall war). Hier finden wir schon einen der ersten Kritikpunkte: Die Steuerung war schon bei Nocturne eine Zumutung und das ist bei Blair Witch 2 nicht geändert worden. Man scheint hier keinerlei Modifikationen an der Engine/Steuerung programmiert zu haben. Wählen kann man zwischen Tastatur, Tastatur und Maus, Joypad und Maus. Die ausschließliche Maussteuerung konnte jedoch nicht getestet werden, da sie jedesmal zum Programmabsturz führte. So wurde also die Steuerung Tastatur/Maus gewählt. Der Nachteil hier ist, daß man zwar viele Tasten einzeln modifizieren kann, nur die Drehung der Figur lies sich nicht, wie normalerweise genreüblich, auf die Links-/Rechsttasten legen, sondern funktioniert nur umständlich und unpräzise mit der Maus, was in den Actionpassagen ein absoluter Horror ist und oft zum ungewollten Tod führte. Das Mauszielen mit den Waffen ist jedoch erträglich.

Die Graphik ist sehr gut gelungen, was von der Nocturneengine auch nicht anders zu erwarten war. Je nach Hardware sind fast alle Auflösungen und in 32 Bit anwählbar. Lichteffekte (besonders mit der Laterne) sind sehr eindrucksvoll gestaltet, werden aber eigentlich nicht vom Spiel genutzt, weil z. B. die Laterne nur einmal im Spiel ihren Einsatz fand und dort war sie nicht einmal zwingend notwendig. Hier hat man wohl einfach nur Inventar aus Nocturne zweitverwerten wollen, um die Möglichkeiten der Engine zu zeigen. Die Orte sehen stimmungsvoll aus und bringen die Blair Witch-Stimmung gelungen auf den Bildschirm. Was die Atmosphäre jedoch erheblich störte war, daß die Dorfbewohner teilweise Bekleidung trugen (insbesondere der Pfarrer) die mir absolut nicht in die Zeitepoche zu passen schien. Auch gab es leider mehrere Clippingfehler, die mir ja bei Actionspielen mit vollen 3D Screenaufbau durchaus verständlich erscheinen mögen, aber bei vorgerenderten Hintergrundbildern nicht der Fall seien dürften. Oft verschwanden Lazarus Arme, besonders wenn sie eine Laterne oder andere Gegenstände hielten, einfach im Gemäuer. Bei der hardwareintesiven Nocturne-Engine sollte man das sicher in den Griff bekommen können.

Der Sound ist gelungen und die Schreie im Wald wirken angsteinflössend aus allen 4 Kanälen dank EAX Unterstützung, was leider jedoch das Spiel insgesamt nicht zu schaffen schien. Auch die deutsche Lokalisierung ist nicht schlecht, die Stimme von dem kleinen Mädchen ist jedoch grausam. Man hat wieder versucht, eine erwachsene Frau mit Fiepsstimme sprechen zu lassen, was den Eindruck erwecken soll, daß es sich um ein Kind handelt, was heute nicht mehr der Fall sein sollte, obwohl es auch noch oft in Kino und Fernsehproduktionen praktiziert wird. Dies endet leider darin, daß man denkt "BART SIMPSON meets the Blair Witch." Das Spiel weißt insgesamt große Mängel im Design auf, was bei einem reinen Actionspiel vielleicht noch vertretbar wäre, aber bei einem Action-Adventure mit Schwerpunkt auf dem Adventureteil, sollte man dem Storyverlauf und Gamedesign schon kritischer entgegenstehen.

Zu den einzelnen Kritikpunkten im Spiel. Der Spielverlauf ist streng linear, man kann Orte nicht verlassen wenn man einen Teil noch zu erledigen hat. Dies ist zwar nicht unbedingt bedenklich, aber mit nur jeweils ca. 6-8 Screens pro Abschnitt wird die Möglichkeit des Adventureanteils zu stark reduziert. Eine schöne Idee, die jedoch seit "Tag des Tentakles" nicht mehr neu ist, sind die ständigen "Flashbacks" an das frühere Leben unseres Protagonisten. Man spielt zeitversetzt praktisch die gleichen Orte mal als Lazarus und dann einige Zeit zuvor als Soldat mit seiner Truppe, die Rebellen ausfindig machen soll. So kann man als Soldat die Towa- Stäbchen aufnehmen, mit deren Magie sich die Geister in Kombination mit einer normalen Waffe erledigen lassen. Diese Stäbchen werden im Spiel jedoch hauptsächlich von Lazarus benötigt und so kann man als Soldat gezielt die seltenen Stäbchen im Wald plazieren, damit Lazarus diese in der Zukunft benutzen kann. Leider scheint das aber nicht immer zu klappen und die Stäbchen erscheinen nicht immer an der richtigen Stelle, was das Spiel oft erschwert, weil einige Gegner ohne nicht zu besiegen sind. Auch sind mir schon Gegenstände beim Ablegen total abhanden gekommen, was es nötig machte, einen alten Spielstand zu laden. Leider war es nicht von Beginn an ersichtlich, was für Funktionen die Stäbchen hatten und ich mußte somit einen alten Spielstand erneut laden. Erschwert wurde die Sache dadurch, daß man erst immer einen "FLASHBACK" durchspielen mußte, um die Auswirkungen in der anderen Zeit herauszufinden. Insgesamt ist das Spiel viel zu linear und gibt dem Spieler nur eingeschränkt Möglichkeiten, in das Spiel einzutauchen. Sollte es mal interessant werden, übernimmt eine Cut Szene die "Gewalt" über das Spiel und man darf sich den weiteren Verlauf nur passiv ansehen. Durch die Menge der "nichtinteraktiven" Szenen gerät das Spiel fast an die Grenze eines "Hörspieles", da man sehr oft nur noch als passiver Beobachter am Geschehen teilnimmt. Die Szenen sind zwar schön dargestellt, bringen dem Spiel aber nicht viel an Spannung. Nach einiger Zeit wünscht man sich wirklich, daß sie kürzer werden, damit man weiterspielen kann.

Viele der Action-Abschnitte sind reine Ballerei und können manchmal auch durch einfaches hindurchlaufen gelöst werden. Ziemlich verwirrend ist auch die Screenverknüpfung und Bildgestaltung. Man kann nicht immer sehen, wo man einen Level betreten und verlassen kann. Obwohl das Hintergrundbild eigentlich einen Ausgang zeigt, geht die Figur nicht weiter, weil ein kleiner Stein im Weg liegt oder hier einfach kein Ausgang geplant ist. Dies ist ziemlich ärgerlich, weil es viel an Atmosphäre vernichtet - das wurde schon in den alten Kings Quest-Games besser gelöst. Auch der Ansichtwechsel der Screens ist oft sehr verwirrend und unlogisch. Besonders negativ fiel mir die verlassene Bahnstation auf. Dort konnte man ein Screen nur erreichen, indem man nach vorne ging, obwohl das zu erreichende Ziel im Hintergrund erschien. Einige Level waren so unglücklich gestaltet, daß man seine Figur (verdeckt von Bäumen) nicht mehr im Kampf sehen und damit auch nicht steuern konnte, was unweigerlich für vorzeitige Bekanntschaft mit Gevatter Tod sorgte. Auch die Abgrenzung nicht passierbarer Bereiche ist nicht optimal gelöst. So konnte man z. B. unbeschwert und ohne Sauerstoffbedarf im Fluß (Kopf unter Wasser) auf Fischjagd gehen. Was mich jedoch am meisten geärgert hat sind einige unlogische Details. So wehte z. B. in dem Krankenzimmer, in dem Lazarus von Robins Grossmutter versorgt wurde, ein halber Orkan, obwohl die Fenster geschlossen waren- die Kleidung der Personen flatterten jedoch wie verrückt im Wind. Gruselige Stimmung- schön und gut, aber der Effekt wäre außerhalb von Gebäuden sicher effektiver und angebrachter. Ein weiters Story-Schmankerl war noch folgendes: Im Flashback als Soldat wurde man zu seinem Vorgesetzten zitiert. Dort erfährt man, daß man nur wegen seiner hohen Qualifikation den Job auszuführen kann, da man in der Lage wäre, die richtigen Leute dafür auszusuchen. Zwei Sätze später heisst es jedoch, daß der Vorgesetzte schon 3 Leute für ihn ausgewählt hat. Sehr glaubwürdig! Ein Spiel sollte schon in der Lage sein, seine selbst aufgestellten Regeln zu befolgen und sich nicht gleich im Folgesatz zu widersprechen. Zu den Bugs im Spiel: Einige Male ist mir das Spiel zum Desktop zurückgesprungen. Wie oben schon erwähnt, war eine Maus-Only-Steuerung nicht möglich und bei der Texteinblendung in den Zwischensequenzen stimmten die Texte nicht immer zu dem Gesprochenen, bzw. waren die Texte in der falschen Reihenfolge. Empfehlen kann ich das Spiel jedoch aufgrund der Mängel im Spielaufbau nicht. Obwohl es direkt als Midprice Game herausgekommen ist und mittlerweile schon als Budget-Titel erhältlich ist, gibt es sicher besseres und umfangreicheres, da Blair Witch 2 zudem auch nur eine recht kurze Spielzeit hat. Besser beraten wäre man da mit dem viel atmosphärischerem "Nocturne", welches momentan schon für ca. 20 DM erhältlich ist und dessen Umfang sicher 4 mal größer ist.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines bereits auf der Seite GUN veröffentlichten Reviews.


Geschrieben am 26.11.2000, Testkonfiguration: PIII-650, Geforce-2, 256MB Ram, SB Live
 



13 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Zufriedenstellend (3.2 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei yak, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de