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Black Mirror  


Info
Autor 2+
 1
 2
 2.5
Gesamt (73 votes) 2+
 0.8
 1.7
 2.2
Name:Black Mirror - Der Dunkle Spiegel der Seele
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2004/04
Publisher: dtp
Entwickler: Future Games
Offiz. Sites: Game
Hardware: 400Mhz, 128MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME/XP, DX7
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Patch: 2
USK: 12
Herstellerscreens
Black Mirror - Der Dunkle Spiegel der Seele (review von nali_warcow)

Adventures haben schon viele Unkenrufe überstanden und das Genre wurde schon mehrfach für ausgestorben erklärt. Aber von irgendwo kommen dann doch immer wieder neu Adventures und inzwischen sieht es gar nicht mal so schlecht aus, wenn man sich die Erscheinungen der letzten Zeit anschaut. Das Adventure lebt, wie lange nicht mehr. Doch was verbirgt sich dahinter? Oftmals Versuche eine Revolution in 3D, wie Baphomeths Fluch 3, was dann jedoch auch eher in einem Kistenschiebespiel enden kann und mit dem Adventure nicht mehr so viel zu tun hat. Neben Point & Klick Rätselspaß der alten Schule, wie z. B. Tony Tough (siehe Review), steht nun Black Mirror - Der dunkle Spiegel der Seele in den Händlerregalen.

In der kleinen Euro-Box befinden sich die beiden CDs in einem Doppeljewelcase. Dazu gibt es ein kurzes Handbuch, welches den Spieler in die recht einfache Bedienung des Spiels und die Hintergrundgeschichte einführt. Außerdem werden hier die ersten Rätsel und Aufgaben im Spiel als kleine Einstiegshilfe gelöst. Erfreulicherweise sind die Hardwareanforderungen mit 400 MHz und einer 4 MB Grafikkarte recht gering, wenn man 2 GB freien Festplattenplatz erübrigen kann.

Es geschah eines Abends

Samuel Gordon ist dorthin zurückgekehrt, wo er eigentlich nie wieder zurück wollte, auf das Schloss "Black Mirror". Nach 12 Jahren kehrte er dorthin zurück, wo er aufgewachsen war und seine Jugend verbrachte. Nun zwingen ihn jedoch mysteriöse Umstände zur Rückkehr ins zum Schloss seiner Vorfahren. Er ist nur zurückgekommen, um seinen Großvater, William Gordon, die letzte Ehre zu erweisen. William war auf mysteriöse Art und Weise eines Nachts ums Leben gekommen und anscheinend ohne Fremdeinwirkung aus dem Turmzimmer gestürzt. Doch so ganz kann und will Samuel dies nicht glauben, beginnt mit eigenen Nachforschungen und stößt dabei auf mehr, als ihm eigentlich lieb ist. So scheint der Tod von William nur die Spitze des Eisbergs zu sein und allerlei andere mysteriöse Vorkommnisse und Morde ereignen sich bald in der Gegend von Black Mirror, wozu sich auch noch ein angeblich alter Fluch gesellt. Da die Story eine der großen Stärken von Black Mirror ist und mit sehr vielen Wendungen und Überraschungen auf den Spieler wartet, soll hier im Review möglichst nichts verraten werden. So viel sei nur gesagt: bis kurz vor dem Ende ist die Story sehr, sehr spannend präsentiert, man überlegt laufend, wer nun für dies oder jenes verantwortlich ist, gefolgt von der nächsten überraschenden Wendung. Durch Zwischensequenzen, Dialoge, Briefe und Aufzeichnungen wird eine ganz besonders dichte Atmosphäre aufgebaut. Leider muss man jedoch auch sagen, dass dieser wunderbare Spannungsbogen nur bis kurz vor dem Ende reicht. Dann haben die Entwickler wohl irgendwie selber den Faden verloren oder mussten schnell fertig werden und haben ein sehr merkwürdiges und unbefriedigendes, zudem auch sehr kurzes, Ende eingebaut. Das einem der Ausgang nicht gefällt ist eine Sache, aber leider werden viele der aufgeworfenen Mysterien am Ende überhaupt nicht geklärt.

Der Weg zu James

Black Mirror ist ein klassisches Adventure aus Dialogen, Aufsammeln und Benutzen von allerlei Gegenständen. Hier mal ein kleines Beispiel für die typische Verschmelzung von Dialogen und Aktionen. Samuel hat sich auf den Weg zum Sanatorium gemacht, um dort mit Roberts zu sprechen bzw. zu untersuchen, warum er sich nicht meldet. Am großen schmiedeeisernen Haupttor angekommen, wird zur nächtlichen Stunde die Nachtschwester in ihrer Ruhe gestört. Durch unsere Freundschaft mit Roberts muss man auch gar nicht lange auf die gute Dame einreden, um hineingelassen zu werden. Da es sowieso regnet, geht es schnell in die Empfangshalle der Anstalt. Die Dame ist zwar gesprächig und auskunftsfreudig, doch in der Nacht kann man die Bewohner nicht besuchen und Roberts ist nicht zu erreichen. Dann muss man eben einen alternativen Weg finden. Draußen vor dem Sanatorium führt ein Weg ums Gebäude herum. Auf der einen Seite befindet sich der Heizungskeller des Hauses, welcher sicherlich einen guten Hintereingang abgeben würde. Doch der dort arbeitende Herr ist stur und will uns einfach nicht reinlassen, egal wie sehr man auch auf ihn einredet oder zu bestechen versucht. Allerdings bekommt man auch einige interessante Dinge zu hören. Die Heizkessel werden durch eine Automatik auf maximaler Stufe betrieben und wenn es ihm zu heiß wird, dann nimmt er sich ein kühles Bier, welches vor der Tür in Massen steht. Daraus muss man doch was machen können. Also zurück zur Empfangshalle und mal schauen, was die Dame so an Medikamenten im Schrank stehen hat. Aber leider ist es nicht möglich, die Dame bezüglich Betäubungsmittel anzusprechen und an den Schrank kommt man ebenfalls nicht, da Besucher keinen Zugang hinter den Tresen haben. Doch was tun? Nach etlichen Versuchen und Sucherei findet man ein kleines Fenster neben dem Heizungsraum, wo man den Generator sieht. Erst wenn man jetzt noch mal kurz mit dem Heizer gesprochen hat, ergibt sich die Möglichkeit, die Empfangsdame abzulenken, indem man sie bittet, in Black Mirror anzurufen und zu fragen, ob Roberts schon dort aufgekreuzt ist. Während die Dame nun beschäftigt ist kann man schnell an den Schrank mit den Medikamenten. Leider ist dieser jedoch abgeschossen. Davor steht eine Vase und Flasche. Eine genauere Untersuchung der Vase ergibt, dass diese einen kleinen Schlitz auf der Unterseite hat. Also schnell eine Münze aus der Brieftasche gezaubert und schon hat man den Schlüssel aus der Vase in der Hand. Nun kann man endlich den Medikamentenschrank öffnen und ein Betäubungsmittel herausnehmen. Jetzt schnell weg, bevor etwas bemerkt wird. Nun bleibt noch die Frage, wie man das Medikament in die Flasche bekommt. Aber in so einer Klinik sollten Spritzen ja eigentlich keine Mangelware sein und so findet man dann auch bald eine in der Mülltonne (igitt, wer weiß, was damit vorher gespritzt wurde). Damit ist das Bier präpariert. Nun muss man den Typen nur noch herauslocken. Also sollte man mal sehen, dass man sich irgendwie am Heizkessel zu schaffen macht, den man durch das Gitter sehen kann. Leider sind dort jedoch einige Eisenstäbe im Weg, so dass man nicht drankommt. Allerdings scheint das Mauerwerk etwas brüchig zu sein. Mit dem Hammer auf dem Dach einer nahegelegenen Hütte kann man sich dann auch schon gleich ans Werk machen. Leider war man dann wohl doch etwas zu laut und der Heizer kommt raus, bemerkt jedoch den Einbruchsversuch zum Glück nicht. Da der Herr jedoch auch in regelmäßigen Abständen den Kessel mit neuen Kohlen befüllen muss, kann man nur zuschlagen, wenn die Hammerschläge im Arbeitslärm nicht zu hören sind. Damit kommt man nun an den Kessel und mit Hilfe eines nassgemachten Tuches kann man die Temperatur ordentlich erhöhen. Das vorbereitete Bier muss dann auch nicht mehr lange draußen warten und wenige Minuten später kann Samuel in den Keller gehen und von dort einen Weg zur Zelle vom James suchen. Bis das jedoch erreicht ist, müssen noch einige andere Kopfnüsse erledigt werden.

Eine Welt voller Mysterien und Rätsel

In sechs Kapiteln muss der Spieler Samuel durch die unterschiedlichsten Locations lotsen, um die Geschehnisse auf und um Black Mirror zu entschlüsseln. Wer ist für die die vielen Morde verantwortlich, wem kann man trauen und was hat die Vergangenheit der Gorgons damit zu tun? Dabei gibt es drei große Hauptaspekte, aus denen sich das Adventure zusammensetzt: Laufen, Reden & Rätseln/ Kombinieren. Gespräche erweisen sich dabei für die Atmosphäre und als Informationsquellen, wie man weitermachen soll/kann, als sehr wichtig. In ihnen erfährt man ab und zu wirklich deutliche Überraschungen und so manche Sache nimmt erstaunliche Wendungen. Zwar sind die Gespräche selten überflüssig, doch die Text bzw. Sprachmenge ist stellenweise nichts für jeden Adventurefan und recht gut vergleichbar mit z. B. Baphomeths Fluch. Bei Gesprächen mit den unterschiedlichsten NPC, wie Diener, Inspektor, Verwandte, Totengräber, etc. klickt man sich durch eine ganze Reihe an Gesprächsoptionen, welche jeweils durch kleine Icons angezeigt werden. Immer, wenn man also irgendwelche neuen Erkenntnisse hat, dann sollte man quasi mal "rundumfragen" um zu sehen, wer weiterhelfen kann. Man sollte bzw. muss jedes Gespräch bis zum Ende führen, da man ansonsten nicht nur Tipps verpasst, sondern man kann so manche Ort erst erreichen, wenn darüber bestimmte Gespräche geführt wurden. Dass man in der Stadt einen Film entwickeln bzw. eine Pfandsache einlösen kann, ist etwas ganz Logisches, aber man muss im Spiel erst ein ganz bestimmtes Gespräch führen, damit dieser Ort überhaupt aufgesucht werden kann. Genauso ist es auch mit dem Ansprechen von Personen. Erst, wenn man bestimmte Gespräche oder Aktionen ausgeführt hat, ergeben sich neue Fragemöglichkeiten. Bevor man beispielsweise nicht weiß, dass die Haare des Stallknechts nicht identisch mit der Probe sind, kann man Victory erst auf ein Bild ansprechen. Doch zum Glück sind solche recht unlogischen Hänger selten. Was man z. B. aus vielen alten LucasArts Adventures kennt, dass wichtige Sachen erneut gefragt werden können, funktioniert hier nicht. Man muss schon genau zuhören und wichtige Sachen eventuell knapp notieren, da es keine Aufzeichnungen im Spiel selbst, das ist insbesondere ärgerlich, wenn man das Spiel nicht in einem Stück spielt.

Neben den Gesprächen gibt es auch eine ganze Reihe an Texten, wie Bücher, Briefe und andere Dokumente. Diese sind nicht nur grafisch sehr schön, sondern werden auch von der entsprechenden Person vorgelesen. Bei den Rätseln verhält es sich recht ähnlich. Auf der einen Seite sind die Rätsel im Spiel wirklich nicht schlecht, wenn auch für Profis nicht so fordernd, bieten sie Kopfnüsse aller Art. Da kommt das bekannte "Papier-unter-einer-Tür-und-Schlüssel-rausstoßen" genauso vor, wie Haaranalyse, bringe Gegenstand X von A nach B bis hin zu Verschiebeaufgaben von Schachfiguren und der Bedienung mancher kryptischer Anlagen, die etwas an Schizm und Myst erinnern, jedoch 'ne ganze Ecke leichter sind. Auf der anderen Seite sind die Rätsel genauso wie die Gespräche gestaltet. Sprich, wenn man nicht weiß, dass man den Gegenstand braucht, dann kann man diesen nicht mitnehmen/ benutzen. So passiert es am Anfang, dass man einen Schlüssel für den Dachboden braucht. Man hat keinen. Vom Butler erfährt man dann, dass man sich dafür den Schlüssel in der Küche neben dem Kellereingang nehmen soll. Hat man jedoch vorher nicht mit dem Butler gesprochen, dann weigert sich der Held den Schlüssel zu nehmen. Ist man dann auf dem Dachboden, stellt man fest, dass der nächste Durchgang zugenagelt ist. Den Hammer findet man - ta-da - im Stall, wo man ihn bislang nicht einstecken konnte, weil der Held meinte, er bräuchte keinen Hammer. *arg* So manche Gegenstände lassen sich auch nicht vorher anklicken. Beispielsweise fällt einem schon in Kapitel 3 eine lose Schraube an der Regenrinne auf, doch mitnehmen kann man diese erst 2 Kapitel später. Am Ende von Kapitel 5 muss man den Totengräber einsperren. Eigentlich ganz einfach, weil man schon sieht, dass die Tür von einem Faden/Draht offengehalten wird. Doch man muss erst versuchen die eigentlich Tätigkeit (Sprich jemanden auf dem Friedhof ausgraben) ausführen, damit Samuel sagt: "Ich muss dafür sorgen, dass es keine Zeugen gibt". Erst dann kann man das Seil anklicken und die Tür schließen. Allerdings ist es nicht so schlimm, wie bei Runaway, wo man vorher nichts findet und erst später in einer vorher uninteressanten Tasche plötzlich was "Wichtiges" zu Tage fördert. Hier fällt in Black Mirror nur eine Stelle so negativ auf, wo man eine Heckenschere zwischen Glasflaschen findet, nachdem man einen Strauch, der im Weg ist, angesehen hat.

Insgesamt sind die Rätsel recht fair gestaltet und bis auf die ein oder andere Ausnahme, wo man sich fragt, warum muss ich dies machen bzw. wie soll man darauf kommen. Beispielsweise wird man beauftragt, eine neue Flasche einer chemischen Flüssigkeit aus dem nahen Dorf zu besorgen. Allerdings muss man die Aufgabe selber ganz anders lösen und zwar indem man das Etikett mit Hilfe eines Kessels + Wasser + Ofen + Brennholz + Feuerzeug = Wasserdampf vom Glassplitter abzieht und sich dann über Tricks vom Gärtner aus der Werkzeugtasche Kleber besorgt und eine Wasser-Tinten-Mischung in ein leeres Glas füllt und das alte Etikett draufklebt. Immer wieder fragt man Leute im Spiel nach Informationen oder den ein oder anderen Gefallen (wie z. B. Infos über Namen herausfinden, Fotos entwickeln, etc.) und dann heißt es immer "Ich brauche etwas Zeit, schau später wieder rein". Allerdings ist dies kaum im Spiel irgendwie erfassbar, wann die Zeit vorbei ist. Mitunter genügt es, kurz den Raum zu verlassen und dann wieder zukommen und manch anderes Mal muss man mehrere Orte besuchen, dort jeweils warten und hoffen, dass man dann lange genug weg war. So fragt man beispielsweise den Wirt, ob er Mark gesehen hat, weil man auf etwas von ihm wartet. Dieser verneint. Spricht man den Wirt gleich drauf bzw. in einigen Fallen nachdem man kurz raus und wieder reingegangen ist, noch mal an, dann war Mark plötzlich vor einiger Zeit da. Das hätte man irgendwie besser lösen können. Nicht verschwiegen werden sollte hier auch ein wirklich übler Bug im Spiel, wodurch man in eine Endlosanimation gerät und das Spiel mit STRG+Alt+Entfernen beenden muss. Wenn man in der Kneipe den Wirt danach fragen will, ob Mark den Schlüssel abgegeben hat, dann passiert dies. Hier muss man genau auf die Animation des Wirtes achten. Dieser putzt die Gläser während er mit einem spricht und ein Getränk anbietet. Hier fragt man nun NICHT nach Mark, sondern beendet das Gespräch. Gleich darauf spricht man den Wirt erneut an. Dieses Mal beendet er jedoch die "Abwaschanimation" und erst jetzt kann man "gefahrlos" nach Mark fragen, ohne dass es nicht mehr weitergeht.

Im Laufe des Spiels durchsucht Samuel nicht nur das alte Schloss Black Mirror, sondern auch die Umgebung und so manche unterirdische Tunnel und Katakomben. Aber auch das Sanatorium, Friedhöfe, eine Leichenhalle, die Kirche, ein Dorf und eine verlassene Mine stehen auf dem Programm. Bequem kann man mit einer Karte von Ort zu Ort reisen, die im Laufe des Spiels immer umfangreicher wird und man ständig neue Gebiete hinzubekommt bzw. bekannte Gebiete erweitert werden. Sehr schön ist, dass die Gebiete mehr Objekte haben, als man zum Lösen des Spiels braucht. Sprich: es gibt auch einfach Sachen, die man sich einfach "nur" so anschauen kann, etc. wodurch die Räume nicht zu leer wirken. Leider befinden sich jedoch einige Stellen im Spiel, in denen der Spieler sterben kann. Dies kann man zwar auch vorher erkennen, aber man übersieht es doch leicht und dann den letzten Spielstand zu laden ist nicht so spaßig. Zum Glück gibt es davon nur wenige Stellen im Spiel.

Handhabung des Spiels

Die Steuerung des Spiel ist denkbar einfach gehalten. Mit der Maus sucht man den Bildschirm ab und wenn ein interessantes Objekt zu sehen ist, verändert sich der Cursor entsprechend. Ein grauer Pfeil zeigt Unwichtiges, bei Rot kann man Handeln (linke Maustaste für nehmen, manipulieren, etc.) bzw. sich etwas Anschauen (rechte Maustaste). Beide Tasten sollte man sich gut verinnerlichen, da man sie schon gleich am Anfang braucht. Da steht man im Zimmer und sucht einen Schlüssel. Klickt man mit der linken Maustaste auf den Türrahmen, dann kann der Held den Rahmen nicht untersuchen (zu hoch), betätigt man dagegen die rechte Maustaste, dann sucht er den Rahmen ab und findet den Schlüssel. Das ist dann auch schon das Umständlichste. Mit der TAB-Taste kann sich alle Ausgänge anzeigen lassen bzw. durch kleine graue Pfeile wird angezeigt, ob sich der Räum scrollen lässt, wenn man in Richtung Seitenrand geht. Am unteren Bildschirmrand sammeln sich im Laufe der Zeit eine ganze Reihe nützlicher Utensilien (u. a. auch viele Schlüssel) an. Diese Objekte kann man ansehen, kombinieren und auswählen, um sie zu benutzen. Alle Sachen, die nicht weiter benötigt werden (wie z. B. Schlüssel oder auch Werkzeuge) werden automatisch entfernt, was der Ordnung sehr zu gute kommt. Durch einen jeweiligen Doppelklick auf einen Ausgang kann man schnell mehrere Orte durchqueren. Gespeichert werden kann der Spielstand jederzeit.

Grafik

Die Grafik des Spiels ist leider nicht ganz ohne Mängel. Die Hintergründe sind allesamt vorgerenderte 2D Bilder. Dieser sind zum einen atmosphärisch sehr gelungen und weisen eine ganze Reihe an Details auf und passen wunderbar zum Spiel. Das ganze Spiel wirkt hier wie aus einem Guss und es gibt da wenig zu bemängeln. Schlecht sind dagegen die animierten Charaktere und andere Objekte, wie z. B. Vögel am Himmel, etc. Hier werden kleine Videos eingespielt, die jedoch von erstaunlich schlechter Qualität sind. Die Charaktere bewegen sich sehr komisch und die Geschwindigkeit ist irrsinnig langsam. Da könnte man meinen, so mancher Charakter haucht hier in den Videos seine letzten Lebenspunkte aus und bricht gleich zusammen. Wenn der Held etwas aufhebt, dann sieht es aus, wie eine Kniebeuge in Zeitlupe. Auch sind viele grobe Pixel bei den Charakteren zu sehen. Das Gleiche trifft auch auf Vögel in der Luft, Dampf und alle anderen kleinen Details. Doch trotz dieser kleinen Animationen wirken die Landschaften zu leblos und mehr animierte Objekte (Bäume, Kerzen, etc.) hätte die Landschaft deutlich lebendiger wirken lassen. Dafür läuft das Spiel jedoch auch ab 400 MHz, ist aber 800x600 Pixel Auflösung beschränkt. Erstaunlicherweise konnte man im Grafikoptionsmenü (Auflösung und Farbpalette) zwar etwas umstellen, doch wurde nichts davon übernommen. Insgesamt hätte man ja damit leben können, doch mit dem aktuellsten nVidia-Treiber ist es leider zu ärgerlichen Grafikbugs gekommen. Hier muss man ältere Treiber verwenden, was jedoch Probleme mit neuen Games geben könnte. Immer wenn man von einem Bild zum nächsten wechselte, wurde der Überblendeffekt nicht ordentlich dargestellt. Statt dessen bekam ich die alte Grafik als Rot/Blau Mischung für eine Sekunde angezeigt, was auf die Dauer sehr störend war. Besondere Erwähnung sollten auch die wunderbaren und mit viel Liebe zum Details übersetzen alten Schriften finden. Da wurde nicht einfach ein deutscher Arial-Zeichensatz in das "alte Buch" reinkopiert, sondern 1A passend entworfen, wodurch alles wie aus einem Guss wirkt.

Sound

Sound und Musik sind sehr gelungen. Die ersten Gespräche sind zwar nicht so überwältigend, doch da die Story im Spiel selbst auch erst langsam in Fahrt kommt, ziehen die Texte dann später nach. Die Sprecher machen ihre Sache gut und auch die längeren Passagen aus Tagebüchern und Aufzeichnungen werden recht atmosphärisch vorgetragen, was auch in Anbetracht der Textmenge eine recht ordentliche Übersetzung darstellt. Umgebungsgeräusche sind vorhanden, wie zwitschernde Vögel, etc. und dazu passende Sound für jeweilige Handlungsaktionen. Leider gibt es Musik nur recht sporadischl, dabei ist der Soundtrack durchaus sehr stimmig und mehr wäre sicherlich kein Atmosphärenkiller gewesen.

Meinung

Black Mirror - Der dunkle Spiegel der Seele hat Schwächen, keine Frage. Warum kann man die Sachen erst nehmen, wenn man sie braucht? Das ist ärgerlich und nervend, wieder eine ganze Strecke zurückzugehen, nur weil man ein Objekt vorher nicht nehmen konnte. Wer nicht auf Dialoge steht, der bekommt hier recht viel vorgesetzt, allerdings sind die Gespräche sehr interessant und es gibt überraschende Wendungen. Die Story ist stimmig und fesselt bis zum (enttäuschenden) Ende. Selten habe ich bei einem Adventure so sehr mitgefiebert. Die Schauplätze sind wunderbar gestaltet und die Puzzles eine sehr gute Mischung aus "zu einfach" und "Frust". Lediglich die Charaktervideos könnten besser sein und mehr Animationen (Kerzen, etc.) hätten etwas mehr Leben ins Spiel gebracht. Doch dank der sehr einfachen Steuerung hat man dennoch viel Spaß, wenn man nicht an die Grafikfehler denken muss. ;) Wer auf klassische 2D Adventures steht und viel, aber stimmigen, Text ertragen kann, der bekommt hier zwar keine Revolution im Adventurebereich, aber ein sehr solides Spiel mit einer recht guten deutschen Sprachausgabe. Für mich Meilen besser als Runaway oder die angebliche 3D Revolution Baphomeths Fluch 3.


Geschrieben am 22.05.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, Geforce 4, SB Live 5.1
 



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