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Bet on Soldier  

Rückseite ]

Info
Autor 4+
 2.5
 1.5
 1.5
Gesamt (13 votes) 4
 1.8
 0.9
 0.9
Name:Bet on Soldier
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2005/08
Publisher: Frogster Interactive
Entwickler: Kylotonn
Hardware: 2Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 4000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Patch: 1.3
USK: 18
Bet on Soldier (review von nali_warcow)

Schon einige Spiele hatten als Hintergrundstory eine etwas brutalere Zukunftvision. In Unreal Tournament 2004 oder Tribes ist der Arena-Kampf für die Zuschauer das, was für viele heute Fußball oder Formel 1 darstellt. Doch die Entwickler Kylotonn Entertainment haben sich etwas mehr vorgenommen und bringen eine Bargeldkomponente und Zweikämpfe mit ins Spiel. Was aus dem sehr interessant klingenden Konzept geworden ist und wie es sich in Sachen Gameplay schlägt, soll das Review zeigen.

Das Spiel steht in zwei Versionen in den Händlerregalen. Zum einen als "Limited Edition", die jedoch lediglich aus einer DVD Hülle in einer Metallbox besteht. Die "normale" Version kommt in kleiner Kartonverpackung, die von außen zwar recht ansehnlich aussieht, "innen" jedoch lediglich den Spieldatenträger (DVD) in einer Papierhülle enthält, womit man nun wirklich an der falschen Stelle gespart hat. Die 4GB Daten sind dann auch recht schnell installiert und schon kann es losgehen, wenn der Starforce Kopierschutz nicht einen Neustart des Systems verlangt. Danach geht die Suche nach dem CD Key los. Da hat man sich mal wieder etwas Neues ausgedacht und so findet man diesen weder auf der Disk selber noch auf dem Handbuch, sondern auf einen kleinen beiliegenden Infozettel. Ideal zum Verlieren und Verlegen… (Warum überhaupt ? Der Keycode ist bei jeder Version gleich!) Auch findet man dort auf dem Zettel die Information, dass es durchaus "normal" sei, dass es bis zu 30 Sekunden dauert, bis das Spiel nach dem Klick auf das Icon startet. Beim Testen gestaltete es sich dann so, dass beim Start kurz die CD Überprüfung erfolgt und dann erstmal nichts. Weder das Festplattenlämpchen leuchtet, noch arbeitet das DVD Laufwerk. Man meint der Rechner sei abgestürzt, weil sich auch die Maus nicht bewegen lässt. Beim Testsystem dauerte es dann etwa 45 bis 60 Sekunden, bis ein Wechsel vom Windowsdesktop zum Spiel erfolgt, sprich das Hintergrundbild verschwand und man einen schwarzen Schirm hatte. Weitere 15 bis 20 Sekunden später mit anschliessenden 4 Intros/Logos, die sich glücklicherweise abbrechen lassen, landet man dann endlich im Hauptmenü. Die Ladezeiten sind jedoch noch nicht vorbei. Neben solchen unschönen Abläufen hat B.o.S. auch mit einer ganzen Reihe an Bugs und Unstimmigkeiten zu kämpfen. So gab es am Verkaufstag gleich den ersten Patch auf Version 1.1, der schlappe 800 MB groß ist. Das ist selbst für einige DSL Besitzer keine kleine Größe mehr. Doch glücklicherweise kann man sich den Patch zuschicken lassen, was schnell und problemlos erfolgt. Doch auch mit dem ersten Patch haben insbesondere ATI User mit vielen Abstürzen zu kämpfen und neben Bugs ist auch der MP Modus alles andere als ausgereift.

Nicht gerade eine erstrebenswerte Zukunft

Bet on Soldier spielt in einer Zeit, wo man nur froh sein kann, dass diese zumindest noch nicht Realität geworden ist. Über 80 Jahre lang bekämpfen sich die Menschen schon. Das warum und wieso ist längst in den Hintergrund gerückt. Aus dem Krieg wurde Alltagsprogramm. Entweder man "arbeitet" als Kämpfer in der Arena oder in den Waffenfabriken. Die Schlacht dient als Unterhaltung und wenn zwei Champions aufeinandertreffen, befinden sich die Zuschauer im Wettfieber. Normales Leben ist kaum möglich. Hinter der Fassade des Sports und der Unterhaltung bekämpft sich das mysteriöse Syndikat mit den Truppen des Widerstandes. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Nolan Daneworth, der eigentlich gar nicht die Absicht hatte im Kampf mitzumischen. Doch nachdem seine Familie von einigen Champions des B.o.S. niedergemetzelt wurde und er wie durch ein Wunder überlebt hat, schwor er Rache. Rache an den Leuten, die ihm das angetan haben. Um seine Gegner aufzuspüren und zu beseitigen, muss er als Kämpfer bei B.o.S. anheuern. Noch ahnt er nicht, dass er eine größere Rolle spielt und seine Vergangenheit ihn schnell einholen wird. Zugegeben, die Hintergrundgeschichte ist nicht gerade sehr originell, doch sie sorgt für den groben Zusammenhalt der ansonsten planlosen Missionen. Insbesondere gegen Ende gibt es auch die ein oder andere Überraschung und mögliche Entscheidung seitens des Spielers. Messen kann sich diese Präsentation jedoch nicht mit dem, was man beispielsweise in Tribes: Vengeance geboten bekommt. Teilweise sorgen die sehr grob aufgelösten Zwischensequenzen, die aus Standbildern mit Kameraschwenks bestehen schon für Langeweile. Zwischen den Sequenzen präsentiert sich B.o.S. überwiegend als actionreicher Shooter, in dem man durch die Level läuft und allerlei Feinde auf's Korn nimmt. Zu beachten ist nur, dass man Rüstung und Munition nicht bei den Gegnern aufsammelt, sondern an entsprechenden Terminals für Geld kaufen muss.

Panzer knacken

Während noch die ersten Anweisungen gegeben werden tobt im Hintergrund schon die Schlacht in einer hügeligen und öden Wüstengegend. Es gilt die starken Einheiten des Gegner zu beseitigen. Während die Kameraden automatisch um einen herum den Gegner bekämpfen, macht sich der Spieler mit seinem Begleiter auf, eine Möglichkeit zu finden, die dicken Stahlkolosse in Form von Mechs - im Spiel auch Exoskelett genannt - und Panzer zu beseitigen. Hinter einigen halb zerstörten Gebäuden geht es schnell in Deckung, bevor die extrem treffsicheren Scharfschützen zuschlagen. Während der Pionier dem Spieler zwischendurch die Rüstung repariert, geht es vorsichtig voran. Da kommen plötzlich zwei Gegner vor einem um die Ecke. Mit einigen Treffern aus dem Schnellfeuergewehr sind beide ruhiggestellt und zugleich wieder etwas Geld auf dem Konto. Das ist auch dringend nötig, da die Munitionsanzeige schon nahezu bei Null angekommen ist. Doch in dem Moment kommt noch ein Kämpfer aus der anderen Richtung, der sich nicht mit einer kurzen Salve beseitigen lässt. Hinter einem dicken Schild versteckt rückt er langsam vor. Da wird zur Shotgun gewechselt. Der erste Treffer lässt den Schild in der Hand herumwirbeln und beim zweiten Treffer zeugt die Blutfontäne vom Ableben des Gegners. Nach der Aufmunitionierung geht es zwischen Felswand und Trümmern weiter. Über einen gewundenen Pfad geht es über den Hügel, was im Feuer der Scharfschützen gar nicht so einfach ist und die Rüstung merklich in Mitleidenschaft zieht. Der Spieler erreicht schließlich einen kleinen Wartungshangar. Statt sich mit den ganzen Wachen zu beschäftigen, werden nur die notwendigsten auf dem Weg zum Ziel ausgeschaltet. Im Gebäude wartet ein herrenloses Exoskelett. Für diesem Kampfroboter sind die Gegner ein gefundenes Fressen. Auch die Panzer und anderen feindlichen Mechs sollten sich damit problemlos beseitigen lassen. Doch der Level ist noch lange nicht zu Ende.

"Sport"-Arenen der Zukunft

Nach einer knappen Einleitung in Form eines Minitutorials am Anfang der ersten Mission geht es dann auch schon ins Getümmel. In den nächsten knapp 10 Missionen, die jeweils aus drei bis vier Abschnitten bestehen, ballert sich der Spieler durch allerlei Gegnerhorden. Doch bis es so weit kommt steht am Anfang jeder Mission erst noch etwas Planung auf dem Programm. Neben einem knappen Text, der die folgende Mission beschreibt, gilt es einige wichtigere Einstellungen zu machen. So muss der Charakter ausgerüstet und die gegnerischen Champions ausgewählt werden, gegen die man in der folgenden Mission antritt. Bei den Waffen kann man aus jeder Kategorie jeweils nur ein Exemplar tragen und kann dies auch nicht während der Mission wechseln. Merkt man also, dass man mit den gewählten Waffen nicht zurechtkommt, dann sollte man vielleicht einen Neustart mit anderer Ausrüstung erwägen. Neben der Panzerung kann man auch einen großen Schild mitnehmen, wie man dies beispielsweise aus Counter Strike kennt. Je nach Mission trifft man auf bis zu vier gegnerische Champions pro Level. Vor der Mission muss man sich jeweils aussuchen, gegen welche Gegner man spielen möchte und es stehen meist bis zu drei Gegner zur Auswahl, die sich in Stärke und Bewaffnung unterscheiden. Auch kann man bis zu zwei Begleiter in den meisten Missionen mitnehmen. All die Ausrüstung muss jedoch vom jeweiligen Guthaben des Spielers bezahlt werden. Auf dem Schlachtfeld selber gibt es Ausrüstungsstationen, an denen man Munition kaufen oder die Rüstung reparieren lassen kann. Die Gesundheit wird nicht wiederhergestellt. Wer einen Pionier mitgenommen hat, kann sich von ihm kostenlos die Rüstung reparieren lassen. Munition oder Ausrüstung von den Gegnern gibt es nicht. Doch nicht nur für Waffen und Muni muss man zahlen, auch das Sichern des Spielstandes an einigen wenigen vorgegebenen Stellen kostet Geld. Das Gameplay in den Leveln ist jedoch überwiegend linear und nicht anders, als man dies von Shootern kennt. Der Spieler besucht nacheinander eine Reihe recht abwechslungsreicher Orte. Mal kämpft man sich durch eine zerstörte Stadt, durch Kanalsysteme und Straßenzüge, dann geht es durch offenere Fels- und Wüstenlandschaften mit vielen Gebäuden und Hütten, durch einen Kohlebergwerk oder ein Abstecher in kühlere Gebiete, wo es durch den Schnee geht und einem Tunnel bis hin zu einem fast umgekippten Schiff im Eis. Mal geht es bei schönstem Sonnenschein durch die Level und dann steht ein Nacheinsatz mit Zeitlimit an. Zumindest von "außen" sieht das alles nach sehr viel Abwechslung aus. Mal gilt es einen Pionier zu eskortieren, es muss ein Konvoi überfallen, Sprengladungen gelegt, Panzer beseitigt oder Terminals gehackt werden. Allerdings spielt es sich weitestgehend immer gleich. Die Level sind durchweg linear angelegt und die Scripts dulden keine Ausnahmen. Erst wenn auch der letzte Gegner in einem Abschnitt besiegt ist, wie es das Zwischenziel vorgibt, geht eine vorher verschlossene Tür auf und neue Gegner kommen. Da wird man erst von Punkt A, dann zu Punkt B, wieder an A vorbei zu C und schließlich wieder über B zum Ausgang des Abschnitts geschickt. Gerade wenn man wieder durch bereits eigentlich gesäuberte Bereiche muss, dann wird es langatmig. Erst die drei Stockwerte das Gebäude hoch, dort ein Terminal hacken und dann an neuen Gegnern vorbei wieder nach unten. Während gerade die Außenlandschaften recht ordentlich und stimmig aussehen, sieht man den sehr starken Gebrauch der immer wieder gleichen Static Meshes in Form von Hütten, Türmen und anderen Objekten. Hier verstecken sich die Gegner hinter Objekten, in Gebäuden, stehen auf Dächern, Türmen oder laufen herum. Meist kommen auch noch etliche Spawns hinzu, so dass man immer damit rechnen muss, vom Programm entweder einige Gegner direkt vor die Nase oder hinter sich gesetzt zu bekommen. Auch beim Erreichen eines Zwischenziels wird gerne für ordentlich Nachschub gesorgt. Neben den reinen Spawns kommen die Gegner ab und zu in den Außenlandschaften per Fallschirm, was nett gemacht ist, da man sie so schon in der Luft ausschalten kann.

Neben menschlichen Gegner mit unterschiedlicher Ausrüstung muss man die stärkeren Exoskeletts nicht nur besiegen, sondern kann auch selber damit für ordentlich Aufregung bei den Gegnern sorgen und diese auch zerstampfen. Aufgrund des jedoch sehr stark schwankenden Schwierigkeitsgrades und der unausgereiften Speicher- und Geldimplementierung wird der Spielspaß merklich gedrückt. Die Speicherpunkte sind stellenweise extrem weit auseinander, gerade wenn man mit etwas Bedacht vorgehen muss, weil zu viele/ starke Gegner kommen und man nicht einfach durchrennen kann. Die Speicherpunkte findet man zwar hilfreicherweise auf der Karte eingeblendet, wenn gleich es gerade in mehrstöckigen Gebäuden nicht ganz offensichtlich ist, wo der Punkt genau ist, so muss man sich ein Speichern dennoch sehr gut überlegen. Dies kostet zum einen Geld und außerdem kann jedes Terminal zum Speichern nur einmalig verwendet werden. Da speichert man - glücklich endlich wieder einen Punkt zu haben - und dann stellt man fest, man hat in diesem "Gebiet" die ganze Arbeit erst noch vor sich. Auch sehr unausgereift ist der Kostenfaktor bei den Waffen. Hier zahlt man an entsprechenden Stationen für eine Reparatur der Rüstung, neue Munition und Granaten. Eigentlich keine schlechte Idee, doch das Geld ist dermaßen knapp, dass man fast bis zum Ende eine eiskalte Sparpolitik betreiben muss. Munition für leichte Waffen ist zu guten Preisen zu haben. Aber wehe, wenn man was für die schweren Waffen oder die Rüstung braucht. Gerade wenn man auf stärkere Gegner trifft, dann bekommt man meist weniger Geld für den Kill als man für Munition und Rüstung ausgeben muss. Aus dem Grund ist man eigentlich durchgehend gezwungen, immer bei einem der beiden Begleiter auf den Pionier zu setzen. Dieser richtet zwar im Kampf wenig Schaden an, doch kann er recht schnell die Rüstung oder ein gekapertes Exoskelett reparieren. Aber auch das hat wieder einen Hacken. Nicht nur, dass der Pionier in einigen Missionen nicht sterben darf, sondern - egal ob man nun preiswerte Leute der Stufe 1 oder teure der Stufe 3 nimmt - ihr Können und ihr taktisches durchweg eine Katastrophe ist. Die besseren Begleiter treffen auch mal Gegner, aber mehr darf man nicht erwarten. Sie stürmen blind hinein, Deckung suchen kennen sie nicht und Befehle werden oft auch nicht befolgt. Beim Befehl die Position nicht zu verlassen, erlebt man die unterschiedlichsten Reaktionen. Mal bleiben sie auch stehen, mal folgen sie dem Spieler oder stürmen weiter und stellenweise kann auch keine Position gefunden werden. Das kommt sogar noch besser, wenn einem der Pionier sagt, er kann einen nicht finden und steht 50 cm daneben. Auch sehr schön für den Spieler, wenn eine der Scriptsequenzen anfängt und der Begleiter sich zu einer Tür, Schalter, etc. bewegt/ bewegen soll oder auch nur in Deckung wartet, bis man in einem vorgegebenen Bereich die Gegner beseitigt hat. In der Zeit werden keine Befehle angenommen. Aber auch die Gegner haben mit so manchen KI-Problemen zu kämpfen. Von einer außergewöhnlichen Gruppen-KI, wie es die Packung zitiert, kann auf keinen Fall die Rede sein. Immer wieder trifft man stellenweise vereinzelte Gegner, die einigermaßen schlau agieren, treffen und sich hinter Gegenständen verstecken. Auch sind Sniper so gefährlich und treffsicher, wie man dies aus anderen Games kennt. Wenige Schüsse und man wird von diesen Feinden erledigt. Gerade im Vergleich zu normalen Schusswaffen sind auch Gegner mit Raketenwerfern oder wenn sie eine Granate werfen, recht treff- und zielsicher. Ansonsten erlebt man jedoch viele Situationen, in denen die KI eher kläglich versagt. Blind ins Feuer laufen, alle hintereinander zum Spieler, spät/kaum reagieren oder einfach stehen bleiben. Egal ob nun auf offener Flur, hinter Objekten, in Gebäuden oder sonst wo. Wiederholt kommen die Gegner in großer Entfernung an und bleiben im offenen Gelände stehen. Der Kampfeswille ist stellenweise nicht sehr hoch. Da wird dann so manche "Säuberungsaktion" eine recht zähe Angelegenheit. Das ist auch nicht spannend, wenn man dann beispielsweise in einen größeren Raum kommt und nacheinander fünf stärkere Gegner mit jeweils zwei Begleitern kommen. Das zieht sich hin und die Feinde lassen sich so leicht austricksen, weil sie nicht mal 'ne Leiter hochklettern können, wenn man auf sie feuert.

Neben dem Geld sollten die Kämpfe gegen B.o.S. Champions im Spiel ein weiteres Hightlight werden. Es klingt auch sehr gut und man hat eine gute Auswahl vor der Mission. In der Mission selber präsentieren sich diese Zweikämpfe jedoch als eine Mischung aus Frust, Hektik und Langeweile. Es beginnt schon damit, dass der Kampf ganz plötzlich beginnt, wenn man eine bestimmte Stelle erreicht oder alle Gegner in einem Bereich besiegt hat. Oder man wundert sich, warum man nicht weiterkommt, Türen verschlossen sind und wenn man dann eine ganz bestimmte Stelle erreicht startet der Zweikampf. Dies kann einen somit auch in extrem ungünstigen Situationen treffen, in denen man angeschlagen und mit wenig Munition dasteht. Die Vorstellung der Kämpfer erfolgt leider auch immer gleich. Erst ein kleiner Kameraschwenk übers Areal, dann werden die beiden Kämpfer vorgestellt. Es ist immer ein "Superherausforderer" oder "Superchampion". Die Gegner wiederholen sich stark im Design und haben nur wenige Standardsprüche drauf. Zu allem Überfluss kann man diese Präsentationen, genauso wie alle Zwischensequenzen im Spiel, nicht überspringen. Gerade wenn man schwere/ lange Passagen erneut spielen muss, stört dies extrem. Der Kampf gegen den Champion ist dann auch immer eine sehr hektische und extrem zeitkritische Sache. Gerade mal 60 Sekunden hat man zur Verfügung, ansonsten heißt es Kampf verloren, Mission gescheitert und es geht vom letzten Speicherpunkt wieder los. Erstaunlicherweise passiert dies auch, wenn man später selber der Champion ist und sozusagen von Gegnern herausgefordert wird, die in der Liga weiter hinten in der Rangliste stehen. Ausgetragen wird der Kampf meist in recht kleinen und beschaulichen Arealen. Das wäre nicht schlimm, nur ergeben sich bei einigen Plätzen doch erhebliche Navigationsprobleme. Es ist ja schön und spannend einen Kampf in einem Raum eines halb umgekippten Schiffes zu haben. Nur unter Zeitdruck und Dauerfeuer des Gegners macht es nicht zwingend Spaß. Oder aber man kämpft mit der Navigation um Säulen, Trümmer und anderen Hindernissen und der Gegner feuert munter mit Explosivwaffen und Granaten. Gerade wer die falsche Waffe eingesteckt hat, kann so ein Pflichtkampf zum Verhängnis werden. Da heißt es Neustart der Mission. Als extrem stark hat sich der Raketenwerfer herausgestellt, damit putzt man jeden Gegner weg. Da auch die B.o.S. Champions nicht viel schlauer sind als die normalen Gegner und mitunter lange auf ihrer hohen Startposition stehen, sind die Kämpfe von stark schwankender Schwierigkeit. Nur nicht den Gegner zum Zug kommen lassen, so dass er Granaten oder vielleicht Explosivgeschosse einsetzen und sich teleportieren kann. Wenn man selbst den Champion auf Platz 1 einfach dadurch besiegen kann, dass man zurück ins Exoskelett springt und einige Sekunden feuert und dann gewonnen hat, dann stimmt das was nicht am Balancing. Und genau das ist es, was sich in den Bereichen KI, Geld, Checkpoints, Gegneraufkommen, Zwischenkämpfe und Schwierigkeitsgrad durchs gesamte Spiel zieht. Auch die Waffen zeichnen sich im Singleplay durch extremen Munitionsmangel aus und man ist laufend auf der Suche nach der nächsten Ladestation. Je nachdem, wie oft man einen Spielstand laden muss und wie frustresistent man ist, werden dafür dann insgesamt doch gut 15 bis 20 Stunden benötigt, um das Ende zu sehen.

Waffe, Klasse und MP

In B.o.S. gibt es nicht nur die Rüstung in drei unterschiedlichen "Stärken", sondern auch unterschiedliche Trefferzonen. Daher bringt es enorm viel, wenn man sich auf einen Bereich konzentriert, wie beispielsweise den Kopf, und zuerst die Rüstung auf null Punkte bringt und dann die Lebensenergie. Im Spiel kann die Gesundheit nicht regeneriert werden, lediglich die Panzerung. Wer mit einer starken Rüstung noch nicht gut genug ausgestattet ist, der kann zusätzlich ein Schutzschild dabei haben. Dies kann man jedoch nicht in Kombination mit einem Raketenwerfer tragen, doch zumindest mit kleinen Waffen kann man durch eine kleine Öffnung oben am Schild gleichzeitig auf Feinde feuern, während man dahinter etwas sicherer ist. Aufgrund der Zwischenkämpfe gegen Champions ist das Schild jedoch zumindest im Einzelspielermodus nutzlos. Neben einer etwas gewöhnungsbedürftigen Nahkampfklingenwaffe in zwei Varianten, gibt es drei unterschiedliche Kategorien bei den Waffen, wovon man jeweils immer eine tragen kann. Bei den kleinen Waffen hat man die Wahl zwischen unterschiedlichen Pistolen, Uzis und Shotguns. Sehr effektiv und sicherlich am häufigsten in der Benutzung ist die zweite Gruppe mit Gewehren. Scharfschützen und Präzisionsgewehre gibt es in unterschiedlichen Varianten. Abgeschlossen wird die Auswahl in der dritten Kategorie mit Raketenwerfern, Flammenwerfern und großen Schnellfeuergewehren, die sich extrem schnell überhitzen. In Version 1.1 gab es dann auch einen Bug, der verhinderte, dass sich Gaswerfer, die unterschiedliche Gase ausspucken konnten, wieder an der Station aufladen liessen. Zu all diesen Waffen bekommt man jeweils einen sehr geringen Munitionsvorrat, der gerade im Einzelspielermodus äußerst knapp ist und man so ständig zur nächsten Ladestation hetzt. Zusätzlich kann man noch zwei Granatentypen mit sich tragen. Wie auch bei den Waffen, so wird die Auswahl im Laufe des Spiels immer großer und so runden neben explosiven Granaten auch Säure- und Halluzinationsgranaten das Sortiment ab.

Im Mehrspielerbereich setzt das Spiel auf einen sehr interessanten Mix aus bekannten Elementen und dem B.o.S. Hintergrund. Wahlweise im Internet oder im LAN treten ausschließlich menschliche Gegner gegeneinander an, auf Bots wurde verzichtet, was in Anbetracht der KI im Einzelspielermodus nicht sehr verwunderlich ist. Der Nachteil ist jedoch, dass man dadurch auf die menschlichen Mitspieler angewiesen ist und da sieht es recht mau aus. Online findet man extreme wenige Server, Spieler und einen extrem unausgereiften Netzcode. Das Resultat sind Lags, Lags und noch mal Lags. Eine Wahl des Spielmodus gibt es nicht, sondern nur den B.o.S.-Spieltyp. Hierfür stehen neben leider extrem wenigen Optionen nur vier Maps zur Verfügung. Mit dem Patch auf Version 1.1 wurden dann jedoch noch zumindest zwei weitere Maps nachgereicht. Insgesamt ist die Ausbeute hier jedoch sehr dünn. Entweder man spielt auf einigen schnellen Konvertierungen des Einzelspielermodus oder aber auf Eigenkreationen, welche speziell für den MP erstellt wurden. Gerade diese Karten weisen extrem wenige Details auf und wirken wie aus Shooter des letzten Jahrhunderts. Eintönige Räume, Gänge und viele Wiederholungen. Nicht mal für Lichteffekte hat es stellenweise gereicht und so rennt man durch Gänge, Bereiche, etc. in denen es nur eine Lichthelligkeit und keine Lichtquelle gibt. Nach einer Wahl der Klasse und eines Spawnpunktes landet man dann im Spiel. Hier gilt es Sektoren zu übernehmen, indem entsprechende Terminals gehackt werden, an denen man sich "Tickets" besorgen kann. Das Herz des Mehrspielermodus liegt nun darin, dass sich zwei Spieler aus unterschiedlichen Teams zum B.o.S. herausfordern und die anderen Spielern aus den Teams entsprechende Wetten abschließen können, was je nach Quote und Ausgang des Matches für die unterschiedlichsten Punkteveränderungen sorgt. Mit der Wahl der Klasse vor dem Spawn gibt es entsprechende Waffen und Möglichkeiten mit an die Hand. Während der Soldat eine Art Allrounder ist, kann der Scharfschütze auf freien Karte Deckung geben, der Pionier - hoffentlich besser als die KI Begleiter im SP Modus- die Rüstung reparieren und Klassen wie Zerstörer und Grenadier können ordentlich austeilen. Zum aktuellen Zeitpunkt muss sich jedoch gerade im Mehrspielerbereich noch einiges tun, wenn das Spiel mit aktuellen, populären Onlineshootern ansatzweise mithalten will. Da es nicht mal einen Onlinekey gibt, ist es auch spannend, wie hier gegen Cheater und andere Spielspaßverderber vorgegangen werden soll.

Handhabung des Spiels

Bei der Steuerung orientiert sich das Spiel an den bekannten Genrestandards. Jeder, der schon mal einen Shooter gespielt hat, sollte bestens damit klarkommen. Feuern, Nachladen, Ducken und Bewegen sind bekannte Möglichkeiten. Dazu gibt es neben Infos zum Gesundheitszustand der Begleiter und Infos zur aktuellen Waffe auch eine Karte, wo nicht nur das Gebiet, sondern auch wichtige Infos wie Wege zum nächsten Ziel, Speicherpunkte und Waffenstationen zu erkennen sind. Die Menüs sind klar strukturiert. Der Gesamteindruck word hier jedoch von den sehr langen Ladezeiten des Spiels, der Level und Absturzfreudigkeit des Games getrübt. Aber auch die nicht abbrechbaren Sequenzen zerren an den Nerven des Spielers.

Grafik & Sound

Grafisch hat B.o.S. einige Stärken zu bieten. Neben den insgesamt recht stimmig gestalteten Außenlandschaften liegt das Hauptaugenmerk auf den Models. Diese sind sehr detailliert gestaltet und die Rüstung glänzt wie frisch poliert. Ist zwar auf dem Schlechtfeld kaum immer realistisch, doch sieht es nett aus. Manche werden es als stimmig ansehen, andere als zu viel "HDR", wenn Rüstung und auch die Gesichter leicht glänzen. Sehr viel unschöner sind da eher die Animationen geraten, welche doch beispielsweise beim Leiterklettern arg lächerlich wirken. So schön vorgefertigte Dekos sind, so unschön ist es, wenn sich diese mitunter laufend wiederholen. Stellenweise sind auch die Innenbereiche nett gestaltet, doch da findet man etwas karge Räume, Gänge und Treppenhäuser. Ingesamt wäre die Grafik durchaus im oberen Bereich anzusiedeln, weil auch Explosionen, Blend- und Desorientierungseffekte sehr schön rüberkommen, nur leider spielt die Performance oftmals nicht mit. Während große Sichtweiten meist noch spielbar dargestellt wurden, so brach die Framerate an andern Stellen - insbesondere wenn die Gegner angreifen - stark ein. Deutlich zu wenig Details haben die Videos, wo es dann doch besser gewesen wäre, lediglich die hochauflösenden Standbilder zu zeigen, statt schlecht aufgelöste Filme. Die Sprachausgabe des "Helden" ist Ok, viel unangenehmer fallen da z. B. die Sprecher für den Ansager des B.o.S. und der Gegner/ Begleiter auf. Nicht nur die Sprüche wiederholen sich, auch will ein Champion nicht so recht rüberkommen, wenn er ein "Ich zermalme dich" zum X-ten mal, monoton von sich gibt. Aber auch Begleiter und Gegner amüsieren eher, statt passend zu wirkenm wenn sie sagen "Ich habe ihn verloren", auch wenn man nur kurz hinter eine Kiste geht. Entschuldigung, das ist ein Shooter und nicht Thief 3 oder Splinter Cell. Dazu kommt noch, dass der Held die ganze Zeit über hechelt, was sicherlich aufgrund der Rüstung und Waffen möglich wäre, doch ansonsten im Shooterbereich eher unüblich ist und auch nicht so ganz passen will. Manche Waffen klingen zudem eher nach einer Nähmaschine als nach einer Bedrohung.

Meinung

B.o.S. hat einige sehr interessante Ansätze, wie man den Shooter-Sport als Spektakel der Zukunft verstehen könnte. Mir gefällt die Idee mit Champions, gegen die man antritt und einer Geldkomponente im Spiel. Nur leider hapert es doch an allen Ecken und Enden an der Umsetzung. Für meinen Geschmack kann ich zu wenig Munition herumtragen und nach viermaligem Nachladen will ich einfach nicht schon gleich wieder die nächste Station aufsuchen. Zumal sind Einkünfte und Ausgaben alles andere als ausgeglichen. Warum bekommt man beispielsweise immer nur den gleichen Betrag, egal wie "gut" man den Gegner ausschaltet (z. B. Headshot). Gerade in Verbindung mit den exorbitant langen Ladezeiten und sehr unsauber plazierten Speicherpunkten verbringt man sehr viel Zeit mit Warten vor dem Rechner. Viele Stellen benötigen zum Meistern mehrfache Anläufe und wenn man dann nicht mal die Zwischensequenzen abbrechen kann, sinkt die Lust weiter. Genauso wie bei der überwiegend sehr schwachen KI, was bei den Begleitern doppelt schwer wiegt. Das die Level dann eher linear und actionreich sind, ist kein so Manko mehr, machen es doch viele andere Shooter nicht besser. Nur wenn dann wieder der nächste Bosskampf kommt und dieser entweder ein Kinderspiel ist oder aber man am Zeitlimit oder an dem engen und schlecht manövrierbaren Areal scheitert, zeigt sich, dass B.o.S. nur für durchhaltefähige Shooterspieler interessante ist. Einsteigern kann man im jetzigen Zustand nur abraten und mit den aktuellen Schwächen im Mehrspielermodus muss auch erst noch einiges getan werden, bis da länger Spielspaß aufkommt.


Geschrieben am 17.09.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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