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Rückseite ]

Info
Autor 3+
 2
 1
 2
Gesamt (47 votes) 2
 1.7
 1.5
 2.2
Name:The Bards Tale
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2005/06
Publisher: Ubisoft
Entwickler: inXile Entertainment
Offiz. Sites: Game
Hardware: 1Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 8000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Multilingual
zensiert: nein
Serie: ja
Patch: 1.01
Bemerkung: nur auf DVD, auch für Xbox, PS2
USK: 12
The Bards Tale (review von nali_warcow)

Irgendwie ist doch heutzutage fast alles bei den meisten Spielen recht ernst geworden. Spiele sollen doch Spaß machen und unterhalten. So gibt es ja durchaus gelungene Adventures, doch was steckt für großer Witz in den alten Klassikern von Lucas Arts? Das haben die Entwickler inXile Entertainment sich wohl auch gedacht. Die Mischung macht es und so ist dabei am Ende ein zwar actionreiches Rollenspiel der Marke Baldur's Gate Dark Alliance, doch mit einer gehörigen Portion Witz und Humor. Wie sich das Resultat im Vergleich zu anderen Rollenspielen schlägt, soll das folgende Review klären.

The Bard's Tale, das auf der Engine von Dark Alliance basiert, gibt es nicht nur für die Konsolen, sondern auch PC Besitzer finden das Spiel im Händlerregal. Enttäuschend nur, dass sich Ubi Soft hierzulande gedacht hat, man könne den deutschen PC-Käufer etwas schröpfen. Während international nur ein Mid-Price von 25-30 € bezahlt werden muss, liegt das Game hierzulande für 40 und mehr Euro in den Läden. Wer also etwas sparen will, sollte doch zum preisgünstigen Import greifen. Die englische DVD Version ist mehrsprachig und somit kann man das Spiel, wenn man möchte, auch mit deutschen Sprechern und Texten spielen. Scheinbar ist es auch Mode, die Spielstände in irgendwelchen tiefen Systemverzeichnissen zu verstecken. War es bei Prince of Persia: Warrior Within noch im Verzeichnis "All Users", so findet man die Saves von Bard's Tale unter C:\Dokumente und Einstellungen\\Lokale Einstellungen\Anwendungsdaten\inXile entertainment. Auf jeden Fall sollte sich jeder Spieler den kleinen, etwa 200 KB großen Fix für das Spiel runterladen. Dadurch werden einige extrem lästige Soundloops behoben. Abstürze gab es beim Testen zwar nicht, doch neben einigen kleinen Bugs, in denen Sound & Untertitel nicht zusammenpassten, gab es mitunter extreme Performanceprobleme. Festplattenspeicher sollte reichlich vorhanden sein. Das Spiel gibt sich da nicht gerade kleinlich und beansprucht 8 GB zur Installation.

Die Geschichte des Trottels….. äh des Barden

Bei der Präsentation der Geschichte geht Bard's Tale einen etwas anderen Weg, als man dies üblicherweise kennt. Im Hauptmenü wird ein Buch aufgeschlagen und der Erzähler führt den Spieler durch die Geschichte. Doch dabei handelt es sich nicht um einen simplen neutralen Erzähler, sondern dieser gibt sich sehr menschlich und der Barde kommuniziert auch mit diesem. So gibt es nicht nur den ein oder anderen kleinen Zwist zwischen den beiden, sondern auch die ein oder andere nicht-drehbuchgewünschte Äußerung, was sehr humorvoll rüberkommt. Die Geschichte selbst beginnt recht alltäglich für den Barden. Dieser steht vor einem Wirtshaus und wendet seinen beliebten Trick für eine kostenlose Mahlzeit und Übernachtung an. Einige Töne auf dem Musikinstrument werden gespielt und schon erscheint eine herbeibeschworene Ratte. Diese huscht ins Haus und nun muss der Barde nur noch auf den Schrei der Wirtin warten und kann dann das Gebäude betreten und sich als "Held" um das Rattenproblem kümmern. Doch im Keller gibt es ein etwas größeres Rattenproblem und ganz und gar nicht gewollt stolpert der Barde in eine umfangreiche Geschichte. Die Rettung einer Prinzessin muss organisiert werden, was bekanntlich nicht so einfach ist…

Abgesehen von dem pixeligen Intro und Extro wird die Handlung ansonsten durchweg mit der Spielengine dargestellt. Neben einigen wenigen Zwischensequenzen sind es Erzähler und andere NPCs, die den Barden weiterschicken, und so die Geschichte vorantreiben. Hierbei wird zwar auf die Standardkost zurückgegriffen, doch auf eine recht humorvolle Art mit interessantem Finale und drei möglichen Endsequenzen.

Ich suche einen namens Bodb

Eigentlich sollte es eine ganz einfache Aufgabe werden, nach Kirkwall reisen und dort mit Bodb sprechen, da dieser einen neuen Zauber zeigen sollte. Doch ganz so leicht wird es dann doch nicht. In Anlehnung an die immer gleich aussehenden NPCs in Spielen haben sich die Entwickler den Scherz erlaubt und so heißen alle gleich aussehenden Typen in dem Dorf Bodb. Der Barde rennt also von Person zu Person und sucht den EINEN Bodb, der helfen könnte. Schließlich hat man die vier Typen durch Drohungen so weit gebracht, dass sie einem den Weg durch einen dunklen Keller zur Klippe zu richtige Bodb zeigen. Dieser Bodb, der dann besser nicht sagen sollte, dass er Bodb heißt, macht dem Barden schließlich das Angebot, bzw. bittet ihn darum, die Prinzessin zu retten. Da sie nicht nur extrem schön aussehen soll, sondern auch eine wirklich große Belohnung herausspringen wird, willigt der Barde ein. Ärgerlichweise wird sie jedoch in einem Turm gefangen gehalten, was dem Helden gehörig auf den Senkel geht. Warum wird keiner mehr zu ebener Erde eingesperrt? Nur leider wird der Start des Rituals zu Kontaktaufnahme mit der holden Weiblichkeit hinausgezögert. Eine wichtige Glocke wurde von einem Bodb beim Zocken gegen den Bauern verloren. Der Held bekommt also die Nebenaufgabe, diese Glocke zu beschaffen. Obwohl das Feld des Herrn ganz in der Nähe ist, sollte die Aufgabe doch umfangreicher werden. Der ältere Herr wäre zwar bereit die Glocke rauszurücken, doch dafür müssen erst die Krähen hinter dem Haus beseitigt werden. Während der Barde noch über den Haken an der Sache grübelt wird dann deutlich, dass nicht nur die Vögel sehr angriffslustig sind, sondern auch die Vogelscheuchen. Also schnell die Waffen gezückt und einen Begleiter per Musikinstrument herbeibeschworen, der im Kampf hilft. Doch die Glocke gibt es natürlich noch immer nicht. Die nächste Teilaufgabe wartet schon…

12 spaßige Stunden gespickt mit etwas Frust

Nach der Erstellung des Helden, bei der Punkte auf die unterschiedlichen Fertigkeiten wie Stärke, Glück, Charisma, etc. verteilt wurden, geht es auch schon los. Der Einstieg ist sehr einfach gehalten. Nach und nach wird dem Spieler gezeigt, wie er kämpft und seine magischen Möglichkeiten über das Instrument verwendet. Bei Bard's Tale steuert der Spieler nur einen Charakter und kann auch nur allein spielen, weil leider auf einen COOP-Modus verzichtet wurde. Im späteren Verlauf gibt es nicht nur neue Waffen, sondern auch bessere Musikinstrumente, so dass bis zu vier Begleiter beschworen werden können. Diese ersetzen die bekannten Mitglieder einer Party. Allerdings haben diese Beschwörungen den Vorteil, dass man sie entweder- wenn sie gestorben sind - wieder neu beschwören kann oder aber man entfernt einen Charakter wieder und ersetzt diesen durch einen anderen. So ist die Party stets sehr variabel gehalten. Voraussetzung ist natürlich genügend Mana, das sich - wie auch Gesundheit- langsam wieder regeneriert. Nach und nach bekommt man weitere Lieder, so dass neben der anfänglichen schwachen Spinne oder Bogenschütze auch stärkere Krieger oder Flammenwesen herbeigerufen werden können. Auch findet man immer wieder einen verbesserten Song, so dass die beschworenen Begleiter stärker werden. Doch nicht nur im Kampf sind die Begleiter hilfreich, so hat die Heilerin auch zwischen den Kämpfen meist viel zu tun. In dunklen Bereichen kann man sich eine Art leuchtendes Insekt beschwören und mit der Ratte darf ein Frauentrupp hinter einem Gitter zur Aufgabe gezwungen werden. Außerdem gibt es Artefakte, wodurch der Barde unterschiedliche Unterstützung kurzzeitig auf Kosten von Kristallen anfordern kann. So gibt es Heilung beispielsweise in drei Stufen. Für nur einen Kristall werden alle Mitglieder der Party geheilt und auf Stufe 3 gibt es eine kurzzeitige Unverwundbarkeit. Durch die gesammelten Erfahrungspunkte steigt der Held, wie in allen Rollenspielen, langsam in den Stufen auf und kann jeweils zwei Punkte auf die Fertigkeiten verteilen und Talente auswählen, wie z. B. kritischer Treffer. Auch gibt es insgesamt 25 versteckte Bonusgegenstände, die zusätzliche Boni bringen, wie z. B. Stärke +3. Im Vergleich zu anderen Action-Rollenspielen ist jedoch die Charakterentwicklung nicht gerade sehr tiefgreifend. Man kann zwar etwas bei Stärke, etc. variieren, doch es spielt sich nicht anders. Etwas schade ist es, dass man insgesamt recht wenig nutzbare Gegenstände findet. Man bekommt zwar nach und nach bis zum Ende bessere Waffen, doch diese bekommt man an fest vorgegebenen Stellen und mehr als ein Händler am Anfang ist mir nicht untergekommen. Dabei ist dies durchaus sehr spaßig gemacht. Hier werden nicht einfach schnöde die Gegenstände aufgelistet, sondern wie einem Werbegespräch vom Händler vorgestellt. Die Gegner hinterlassen wie üblich allerlei Sachen. So platzt auch ein Schwein auseinander und man findet darin allerlei Haushaltsgegenstände, doch diese eingesammelten Sachen werden automatisch in Gold umgewandelt. Nur habe ich beim Spielen kaum eine Möglichkeit gefunden das Geld auszugeben. Man kann beispielsweise in der Kirche was spenden, dafür den Segen erhalten und vielleicht Bonusmaterial frei schalten oder sich in der Kneipe betrinken, doch viel mehr gibt es kaum.

Beim Design der Welt und der Quests greift das Spiel auf bekannte Aspekte zurück. So durchstreift man schöne Dörfer, Wiesen und Wälder, Ruinen, Burgen, Schneelandschaften und unterirdische Tunnelsysteme. Nicht so schön ist jedoch, dass sehr stark auf ein Baukastensystem gesetzt wurde. Gerade wenn die Abschnitte nicht so groß sind und alles etwas nach Drag & Drop Editor aussieht, so hätte man doch auch mal für den ein oder anderen Alternativweg sorgen können. Egal ob nun Dungeon oder Weg durch den Wald, der Spieler findet die ein oder andere "tote Ecke" mit einer Kiste voller Gold oder Gegenständen. Wie in einem Dark Alliance, so wird bei Bard's Tale an vorgegebenen Speicherpunkten gespeichert. Dies kann man beliebig oft machen. So lange man den Bereich nicht verlässt, bleiben besiegte Gegner im Reich der Toten. Nur in einigen Fällen kämpft man gegen einen konstanten Strom an Gegnern. Eigentlich ist es nicht schlimm, wenn Gegner in den Bereichen wieder respawnen, wenn man diesen neu betritt, da man so mehr Erfahrung bekommt. Nur leider hat das Spiel auch so manche Aufgaben, bei der man durchaus mehrmals einige Bereiche durchqueren muss und da wirkt es doch etwas gestreckt. Da kämpft man sich über drei Etagen einen Turm hinauf und darf sich später wieder drei Etagen - gegen andere Gegner - wieder nach unten durchkämpfen. Wäre ja unter manchen Umständen nicht so eintönig, nur leider ist die Gegnerpalette in einem Abschnitt nicht so abwechslungsreich. Es gibt von fast jedem Gegnertyp zwei Varianten. Entweder groß und klein (großes Wildschwein / kleines Wildschwein) oder zwei Typen von Waffen (Schwert oder Bogen beispielsweise). Und dann bekommt man diese beiden sehr ähnlich aussehenden Typen immer wieder im Abschnitt zu sehen. Das ist wirklich schade, da die Gegnerpalette ansonsten recht abwechselungsreich ist. Kultanhänger, Zombies, Wildschweine, Trolle, Wasserwesen, Pflanzen, schwebende Schwerter, Vogelscheuchen und natürlich Zwischengegner. Diese Zwischengegner verfügen über recht viele Trefferpunkte und die Kämpfe schwanken zwischen lang und eintönig und unnötig schwer. Da trifft man schon recht früh einen Gegner in einem Waldstück. Kommt man diesem zu nah, dann teleportiert er sich weg und gleichzeitig beschwört er auch immer zwei Begleiter, die den Spieler angreifen. Diese müsste man per Schwert angreifen, für ihn selber muss an per Menü zum Bogen wechseln und auf Entfernung angreifen. Sollte es einem nicht so gut gehen, dann muss man sich Heilung herbeizaubern. Das klingt nicht nur kompliziert, sondern spielt sich auch so. Als Trick könnte man dann vielleicht auf die Idee kommen, dass man sich die schwebende Lampe herbeizaubert. Diese hat einen so hohen Rüstungswert, dass die Gegner keinen Schaden verursachen, dann muss man nur so lange rumlaufen bis die Gegner auf die Lampe einhauen und dann kann man in aller Ruhe mit dem Bogen den eigentlichen Anführer beseitigen. Es gibt zwar auch Gegner, bei denen man mit Draufhauen & Deckung weiterkommt, doch insgesamt zeigt beispielsweise ein Dungeon & Dragons: Heroes, wie es besser geht. Eindrucksvolle Zwischengegner, spannend gemacht und dennoch gut spielbar. So recycelt sich Bard's Tale dann später wieder selber, wenn das gleiche Spielchen gegen einen starken Zombie folgt, der gleich fünf Begleiter herbeibeschwört. Ein oder zwei Schläge und die schwachen Begleiter sind weg und den Zwischengegner auf null Lebenspunkte zu bringen, zieht sich extrem hin. Ebenso ist der vorletzte Endgegner mehr Frust statt Lust. Ganz ärgerlich in dem Zusammenhang, dass es keinen Speicherpunkt nach dem Kampf gibt. Wer danach zum nächsten Ziel weitergeht und nicht erst auf der Karte irgendwo einen Zwischenstop einlegt, an dem es einen Speicherpunkt gibt, landet danach direkt in zwei Gegnerwellen, die zwar nicht unfair schwer, aber durchaus schnell das Ende des Helden bedeuten können. Dann kann man vor dem schweren Zwischenkampf wieder anfangen. Bei den Quests sind einige reine Laufaufgaben dabei, dann müssen Charaktere überzeugt werden und es gibt bekannte Sachen wie Besorge einen bestimmten Gegensand von einer Kreatur und du bekommst eine Gegenleistung. Während manche Begleiter, die für Questaufgaben zwingend notwendig sind, nicht sterben können, sieht dies bei optionalen Quests anders aus. Schafft man es beispielsweise nicht schnell genügend Hilfskräfte zum Tunnel zu bekommen, dann ersticken die Leute darin. Hätte in dem Fall auch den Nachteil, dass man eine Waffe nicht bekommt. So manche Aufgaben kann man auch etwas unterschiedlich angehen. Da gibt es dann mal den einen oder anderen Unterschied bei einer späteren Folgereaktion. Insgesamt sind die Quests zwar nichts Neues, doch Bard's Tale schafft es wunderbar die ganze Palette der bekannten Rollenspiele gekonnt und witzig zu präsentieren. Der Held beschwert sich über offensichtliche Fallen, wenn eine Truhe in der Mitte auf einer Eisfläche steht, über die immer gleichen Beschimpfungen von Zwischengegnern, die vielen Laufwege und etliche andere Sachen. Auch die Gespräche sind mitunter extrem spaßig, wie beispielsweise, wenn er sich beschwert, dass der Charakter, der gerade eine wichtige Info geben sollte, scheinbar verstorben ist. Das sind die wirklich extrem schönen Momente, die auch immer wieder zum Weiterspielen motivieren. Man möchte einfach wissen, was dem Trottel als nächstes passiert. Nach etwa 12 Stunden wird man es dann wissen.

Simple Steuerung per Tastatur und Gamepad

Bei der Steuerung gibt sich das Spiel überwiegend simpel und eingängig. PC Spieler können zwar auch mit Maus & Tastatur spielen, nur ist das nichts im Vergleich zu einem Gamepad mit zwei Achsen und 10 Tasten. Man steuert den Barden dabei aus der Vogelperspektive durch die Landschaft. Nicht nur das Austeilen von Schlägen und Schlagkombinationen ist wichtig, auch an das Blocken sollte man sich schnell gewöhnen. Die Gesundheit geht sonst extrem schnell auf Null runter. Waffen und Zauber werden über vier Kurztasten angesteuert. Hier muss dann jeweils die entsprechenden Auswahltasten drücken, um den Gegenstand zu nehmen / zu aktivieren oder die Unterkategorie zu öffnen. Zur leichteren Handhabung liegt der einfache Heilzauber auch auf einer Sondertaste. Dennoch wird erst die Waffe weggesteckt und dann der Zauber gewirkt. So verhält es sich auch beim Beschwören der Gegner mit dem Musikinstrument. Nur leider ist die Positionierung der Begleiter nicht immer von Vorteil. Diese werden nicht nur auf Bodenfallen beschworen, sondern auch munter in Gegnerhorden, vor denen man auf der Flucht ist. Da dies Mana kostet ist es natürlich doppelt ärgerlich. Überwiegend kämpfen die Begleiter auch gut an der eigenen Seite und schalten die Angreifer aus, decken sich, etc. Doch mitunter versagt die recht einfach gestrickte KI. Da läuft der Heiler in die Gegnerhorden oder die Begleiter reagieren nur sehr zögerlich. Sehr gerne laufen die Begleiter auch durch Fallen. An einer Stelle wollten sie auch gar nicht durch die Tür folgen, was ärgerlich war, da viele Gegner im nächsten Raum warteten. Man kann zwar Befehle wie Angriff, hinten bleiben, etc. geben, nur werden diese nicht so gelungen umgesetzt. Es krankt auch etwas daran, wenn Gegner aus unterschiedlichen Richtungen kommen und somit schwache Begleiter keine Chance haben und sich auch nicht entsprechend verhalten und beispielsweise einen sicheren Platz suchen. In engen Gängen geht es wunderbar mit der Truppe, doch im offenen Gelände muss man vorsichtig sein. Die Gegner sind jedoch auch nicht die hellsten, ziehen sich mitunter rasch zurück oder lassen sich einzeln herauslocken.

Grafik & Sound

Grafisch ist Bard's Tale überwiegend ordentlich gelungen und präsentiert sich insgesamt sehr stimmig. Während die meisten Charaktere eher wenig Polygone haben, wurde für den Barden doch mehr Aufwand betrieben, was in den zahlreichen Gesprächen wunderbar rüberkommt. Da fallen dann auch die nicht ganz so tollen Texturen in der extremen Nahansicht auf, was man im Spiel jedoch - aufgrund des beschränkten Zooms - nicht sieht. Die Landschaften sind abwechslungsreich, wenn gleich manchmal etwas detailarm. Feuer und andere Effekte machen einen guten Eindruck. Insgesamt kann man eigentlich durchweg mit der Grafik leben, das Problem besteht leider jedoch bei mir zumindest mit extremen Framerateneinbrüchen. Sobald irgendwelche transparenten Flächen kommen - wie bei magischen Schutzwänden- sinkt die FPS Rate in den tiefen, einstelligen Bereich. Glücklicherweise war dies bis auf zwei Ausnahmen nur in den Zwischensequenzen, doch einen ganzen Level und die Weltkarte, in der man sich von einem Ziel zum nächsten bewegt, war davon betroffen. Eine ähnliche Rüge muss auch für die Videos ausgesprochen werden. Diese heutzutage noch in so einer groben und schlechten Auflösung zu präsentieren ist nicht mehr zeitgemäß. Glücklicherweise betrifft dies nur Intro, Extro und Bonusvideos. Abschließend jedoch noch einige Worte zum Höhepunkt des Spiels, dem Sound. Hier haben die Entwickler wirklich klasse Arbeit geleistet. Im direkten Vergleich zwischen der englischen und deutschen Sprachausgabe sind zwar deutliche Unterschiede zu bemerken, doch abgesehen von einigen Passagen, in denen Untertitel und Sprachausgabe nicht zueinander passen und am Anfang in der deutschen Version ein Satz auf englisch gesprochen wird, ist die deutsche Version nicht zu verachten. Gerade Oliver Kalkove ist nach Siedler 5 nicht gerade jemand, den man so gerne als Sprecher haben würde. Doch glücklicherweise ist davon ins Bard's Tale nichts unpassend. Wer gut mit englischer Sprachausgabe zurecht kommt, der kann vor dem Spielstart im Setup jederzeit umschalten. Alle anderen sollten jedoch einen Blick in die deutsche Fassung werfen. Die Sprecher mögen zwar etwas schlechter sein, doch insbesondere der Humor und die sprachliche Ausdrucksweise ist da wunderbar übertragen worden und das Spiel lebt sehr von den Dialogen. Der Barde beschwert sich über so viel und der Erzähler gibt auch seinen Senf dazu. So antwortet der Barde auf "Keiner treibt seine Scherze mit meinem Mädel" mit "Ihr meint wohl eher: Keiner treibt es mit… Äh kein Scherz, ich habe gehört…" oder der Erzähler lacht sich über das Ableben des Helden schlapp, es wird darüber diskutiert, wie schwachsinnig es doch sei, was man so alles von den Gegnern aufsammeln kann. Außerdem haben sich die Entwickler bei der Musik sehr viel Mühe gegeben und immer wieder gibt es im Spiel Auftritte von kleinen Bands, die ein Liedchen bringen, bei denen man dank Text und Rhythmusangabe mitsingen könnte. Wer genau aufpasst bemerkt auch ein Anpassen des Liedes an die Aktion des Spielers an einer Stelle. Im Gegensatz zu den Dialogen wurden die Lieder nicht übersetzt.

Meinung

Bard's Tale ist nichts für jeden Spieler. Gerade wer hier ein ernstes und komplexes RPG erwartet wird enttäuscht. Es ist ein Spiel, das die ganze Entwicklung im Rollenspielbereich doch sehr locker und humorvoll präsentiert. Egal ob Laufwege, Quests oder andere Eigenarten. Der Humor ist die zentrale Stütze des Spiels. Die Beschwörung halte ich für sehr gelungen und ist auch sehr flexibel. Während Quests und Level sich am Standard orientieren, wie man es auch aus Dark Alliance oder Heroes kennt, sind es Sachen wie Begleiter KI, der im Kampf umständlichen Heilung und die meiner Meinung nach nicht so gelungenen Zwischengegner/ Zwischenkämpfe, die immer wieder unangenehm auffallen. Wer jedoch damit leben kann, bekommt ein extrem humorvolles Actionrollenspiel. Wer mehr Wert auf COOP & Charakterklassen legt, sollte sich eher an Dungeon & Dragon: Heroes (Xbox/PS2) halten.


Geschrieben am 07.08.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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