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Area 51  

Rückseite ]

Info
Autor 3+
 2
 1.5
 2
Gesamt (25 votes) 2
 1.8
 1.3
 1.9
Team (2 votes, siehe hier)3+
Name:Area 51
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2005/06
Publisher: Midway
Entwickler: Midway
Offiz. Sites: Game
Hardware: 1.4Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 3000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Internet
Sprache: Multilingual
zensiert: ja
Patch: 1.1 &1.2
Bemerkung: auch für Xbox/PS2
USK: 18
Area 51 (review von yak)

Selbst Stephen Spielberg musste einsehen, dass er mit seinen Außerirdischen aus "Unheimliche Begegnung der 3. Art" und "E.T." etwas daneben lag. Sie sind keine "lass uns doch darüber Reden" fenchelteetrinkende Selbsthilfegruppenveranstalter, sondern eher das Gegenteil. Seinen Fehler hat Spielberg letztendlich ja eingesehen und mit "Krieg der Welten" das Weltbild wieder zurecht gerückt. Aliens sind grundsätzlich böse, haben einen viel zu großen Kopf und Kulleraugen wie Bambi, fressen kleine Kinder, implantieren menschlichen Versuchskaninchen merkwürdige Apparaturen oder bohren ihnen mit fiesen Gerätschaften zusätzliche Körperöffnungen. Aliens gehören also, wie es man schon in den SciFi-Filmen der frühen 50er lernen durfte (Klaatu einmal ausgenommen ;) ), abgeballert, mit Flammenwerfern gegrillt, atomar ausgebombt oder mit Bio- und Strahlenwaffen dezimiert. Schlicht und einfach: sie gehören ausgelöscht. Und mal ehrlich, für ein Action Game wäre es auch mehr als langweilig, kleine langfingerige Aliens mit dem Fahrrad zum Raumschiff zurückzubringen, oder? Damit das nicht passiert, liefert uns Midway rasante Alienhatz mit dichter Verschwörungsstory in ihrem Shooter Area 51.

Ursprünglich nur für Konsolen geplant, war der Publisher von einer aus Spielerei der Entwickler probeweise aufgemotzten PC Engine so überzeugt, dass er für eine PC Portierung grünes Licht gab und sich nun Xbox, PS2 und PC Spieler am Spiel erfreuen dürfen. Ob es ein Freude ist, soll unser Review zeigen.

Die PC Version, die dem Review zugrunde liegt, kommt ausschließlich auf DVD in einer Euro-Multisprachversion und wird im Gegensatz zu den Konsolenvarianten im unteren Vollpreis/Midpreissegment angeboten. Dafür ist die Ausstattung leider sehr spärlich. Lediglich eine kurze Installationsanleitung liegt bei. Handbücher gibt es nur als PDF auf der DVD. Im Gegensatz zur US Version scheinen aber alle Installationsvarianten der Euroversion leicht zensiert. So wird z. B. bei Exekutionsszenen in der deutschen, wie auch in der UK Importversion das Bild kurz vorher ausgeblendet. Scheinbar ist also nur die US Version uncut (zum Glück trinken Aliens keinen heißen Kaffee).

Technik:

Die Crossplattformengine liefert auf dem PC höchst zufriedenstellende Ergebnisse, die zwar nicht mit den letzten High-End-Engines mithalten kann, dafür aber das Geschehen auf dem Screen atmosphärisch höchst gelungen in Szene setzt. Den Figuren mangelt es nicht an Polygonen und sie werden glaubwürdig präsentiert. Area 51 leidet also in diesem Bereich nicht an dem oft zitierten Low-Poly Konsolendefizit. Damit das Charakterdesign auch richtig Hollywood-like wirkt, wurde niemand geringeres als der Kreaturen Guru Stan Winston damit beauftragt. Die Animationen überzeugen ebenso. Die Mutationen krabbeln behände und tierähnlich über den Boden, um im Sprung anzugreifen und die Teamkollegen bewegen sich realistisch in den Kampfhandlungen, während die außerirdischen Grays sich fast mit schwebender Leichtigkeit fortzubewegen scheinen. Die Schauplätze bleiben, obwohl sich alles "nur" in dem Area 51 Gelände abspielt, höchst abwechslungsreich. Nicht umsonst beherbergt die geheime Militärbasis allerlei Spezialabteilungen, die von Versuchslaboratorien, Raumschiffdocks, Reaktorräumen und Höhlensysteme das shooterübliche Repertoire bieten. Die Levelgestaltung fällt dabei höchst atmosphärisch aus. Findet man in den oberen Stockwerken noch geschäftiges Treiben vor, wie man es sich in einem Flughafenhangar vorstellt, wird es im weiteren Spielverlauf zwangsweise immer bedrohlicher und düsterer. Von den Mutationen überrannte Abteilungen, die ein Bild der Verwüstung darstellen, überall brennt es, Leichen liegen umher und Spuren von erbitterten Kämpfen sind zu sehen. Düstere Passagen, die sich nur mit dem spärlichen Licht der Taschenlampe aus dem Dunkel schneiden und den gefahrvollen Weg erkennen lassen, der vor unserem Helden liegt. Umherschwingende Lampen, die ein gespenstisches Schattenspiel in dem ansonsten dunklen Gängen verursachen und die Schrecken des sich hier vor kurzem abgespielten Dramas vermuten lassen, verdichten die Atmosphäre ungemein. Jedoch zeigt sich hier zum Teil leider die Einschränkung, die man wohl aufgrund der Konsolenentwicklung eingehen musste. Es gibt einige Details, wie z. B. Schutthaufen, die wirklich nur aus 3 Polygonen zu bestehen scheinen und eher wie ein deplaziertes Geodreieck mit Schutttextur wirken. Zum Glück gibt es diese Spardarstellungen eher selten und sie wirken auch nicht wirklich störend. Allgemein haben den Entwickler mit der graphischen Gestaltung ein sehr rundes und stimmiges Gesamtbild abliefern können. Dazu gesellen sich noch ein paar schöne Spezialeffekte, wie Feuer, Unschärfeneffekte bei Druckwellen, Tarnvorrichtungen usw. die die graphische Präsentation abrunden. Schön war auch der komplett geänderte Graphikstil gegen Ende des Spiels im Alienbereich, der durch seine fluoreszierende Gestaltung stark an Tron 2.0 erinnert.

Soundtechnisch gibt sich Area 51 keine Blöße. Die Geräusche unterstützen die Atmosphäre perfekt, es knistert und knattert bedrohlich in den Ecken, die sich nährenden Mutanten sind meist schon durch ihre Geräusche auszumachen, was die Situation noch unheimlicher erscheinen lässt, weil man sich dann panisch umschaut, wo sie nun genau erscheinen werden. Ein satter Waffensound rundet das Bild gekonnt ab. Hollywoodlike geht es bei der Besetzung der Charakterstimmen zu. Entscheidet man sich bei der Installation für die englische Sprachvariante (die jedoch auch ohne Neuinstall leicht in einer INI-Datei auf andere Sprachvarianten geändert werden kann) wird der Held vom Akte X Schauspieler David Duchovny intoniert. Er spricht den Charakter sehr langsam, fast tranceartig, was jedoch sehr gut zu der Spielatmosphäre passt, eine Kombination von Gelassenheit, die aber auch ein wenig die Ausweglosigkeit zum Ausdruck bringt. Mir hat es sehr gut gefallen, wer damit jedoch nichts anfangen kann, bekommt die etwas flottere deutsche Synchronstimme von Duchovny geboten, womit auch die deutsche Fassung Akte X Flair verbreitet. Jedoch sind die anderen deutschen Stimmen nicht in der Qualität der englischen Fassung. So darf man dort noch die markante Stimme von Power Boothe als Einsatzleiter genießen und Marilyn Manson intoniert eine sehr mysteriöse Gestalt. Leider ist die deutsche Fassung, vor allem in den Zwischensequenzen, alles andere als Lippensynchron, weswegen man sich auf für die Originalfassung entscheiden sollte. Ansonsten bekommt man aber auch noch im Spielverlauf genügend Sprachausgabe. So sind gerade in der Anfangsphase, wenn man mit den Kollegen auf der Suche nach dem Delta Team unterwegs ist, die Gespräche sehr glaubwürdig umgesetzt, was das Mittendringefühl enorm verstärkt.

Die Musik ist etwas zweigeteilt. So findet man in den vorgerenderten Filmsequenzen eine höchst stimmige, orchestrale Musik, die gelungen den Musikstil alter SciFi-Filmklassiker mit dem Stil neuere Filme dieses Genres vereint. Im Spiel selbst gibt es eher Ambientesounds oder in den Kämpfen ein wenig "Funky-Techno meets the 50ties" Sound, der mir nicht so gut gefallen hat, jedoch auch nicht wirklich störend ist.

Gesteuert wird shooterüblich in einer frei konfigurierbaren Mischung aus Maus und Tastatur. Gespeichert wird mittels Checkpointsystem. Die Punkte sind jedoch fair verteilt und selten Frustauslöser. Der mittlere Schwierigkeitsgrad ist auch für Profis ansprechend fordernd (Der Schwieirgkeitsgrad "schwer" kann erst nach einmaligem Durchspielen auf "mittel" angewählt werden). Bugs oder Abstürze gab er erfreulicherweise keine und das Programm lief wunderbar flüssig und stabil.

Gameplay:

Was machen Außerirdische, wenn ihre Rasse von anderen Aliens bedroht wird? Richtig, sie bauen eine Superwaffe. Und da es mehrere Varianten von Superwaffen gibt, die von riesigen Mikrowellen mit Ausmaßen von planetarischen Gehirnbruzzlern, atomaren Sprengköpfen, die eine Supernova zur Wunderkerze degradieren reichen, bis hin zu chemischen und biologischen Kampferstoff mit Mutationsgarantie für die nächsten Jahrtausende. Aliens sind jedoch nicht dumm und daher experimentieren sie lieber nicht mit höchst brisanten Versuchsreihen in heimischen Gefilden, sondern suchen den passenden Planten mit entsprechend geeigneter Spezies. Da bietet sich natürlich das Reagenzglas Erde mit seinen Kohlenstoffeinheiten mehr als an, nachdem auf dem heimischen Alienplaneten Tierversuche verboten wurden. Also experimentiert man fröhlich auf der Erde vor sich hin, nutzt die Korrumpierbarkeit einiger Organisationen und kann fast ungestört an biologischen Waffen werkeln, die die anderen Aggressoren in die Knie zwingen könnte. Alles könnte so schön sein, wäre 1947 nicht unvorhergesehen ein Raumschiff in New Mexico abgestürzt. Natürlich wird alles vertuscht und zeitgleich entsteht in der Wüste die sagenumwobene Area 51. Die Experimente aber gehen weiter und nach langer Forschungsarbeit scheint es in Kooperation zwischen Menschen und Alien gelungen, kurz vor Fertigstellung der Superwaffe angelangt zu sein. Dr. Cray, ein Wissenschaftler, der maßgeblich mit an der Waffe gearbeitet hatte, fand jedoch heraus, dass die Alien nach Fertigstellung der Waffe die Erde und die Menschheit vernichten wollen. Um diese Pläne zu vereiteln, setzt er ein gefährliches Virus frei, das zu schlimmen Mutationen führt und Menschen in gefährliche Bestien verwandelt. Die Armee schickte eine Spezialeinheit aus, um die Lage in den Griff zu bekommen, doch das Delta Team wurde vermisst und die zweite HAZMAT Spezialtruppe namens Bravo wird ausgesandt, die Angelegenheit in den Griff zu bekommen - mittendrin unser Held Ethan Cole.

Und so wird man als Spieler auch direkt in die spannende Handlung von Area 51 entlassen. Dabei geht es schon höchst atmosphärisch los, wenn man die Hallen betritt, in denen reges Treiben vorherrscht. Jeder scheint beschäftigt und geht seinem Tagewerk nach. Als kleinen Auffrischungskurs erhält man dann auch sogleich eine Nachhilfestunde im Umgang mit dem Equipment. Man erfährt und erlernt den Umgang mit den Waffen, den Zielmodus, Sniperumgang, Nahkampf und den Einsatz mit dem Scanner, der im weiteren Spielverlauf eine wichtige Rolle einnimmt. Mit ihm lassen sich Objekte analysieren, deren Ergebnisse in der Datenbank gespeichert werden. So kann man beispielsweise organische Rückstande, Gerätschaften oder Manuskripte scannen, die zum Teil für das Fortkommen im Spiel notwendig sind oder Bonusdokumente in Form von Videos oder Bildern freischalten und weitere Machenschaften und Intrigen der Aliens und den Mitverschwörern offenbaren. Aber Ethan Cole ist in erster Linie ein Kämpfer und so zieht er auch wagemutig mit seinen Teamkollegen in die unteren, bereits vom Virus infizierten, Etagen, um das vermisste Team ausfindig zu machen. Und die Action lässt auch nicht lange auf sich warten, als das Team in einen Hinterhalt gerät und von scheußlichen Mutationen angegriffen wird. Das Virus scheint sich schon weiter ausgebreitet zu haben, als man in der Chefetage vermuten konnte. Das HAZMAT Team wird weiter und weiter durch plötzliche Angriffe dezimiert und schon bald bleibt nur noch die Flucht nach vorne, indem man versucht, den Rückweg sicher abzuriegeln. Doch es fehlen die notwendigen Zugangscodes. Während das restliche Team versucht, gegen die Mutantenhorden die Stellung zu halten, liegt es an Ethan Cole Sorge zu tragen, dass man den einzigen Fluchtweg öffnen kann. Jetzt teilweise auf sich alleine gestellt, liegt es an Ethan, dass das eigene Team nicht von den Killermutanten überrollt wird, die scheinbar von überall her kommen. Sie springen durch Glasscheiben oder schwärmen wie Ratten aus den Schächten zerstörter Aufzüge. Neben regelrechten Massenschlachten gibt es in Area 51 aber auch immer wieder den Wechsel zu spannungsaufbauenden Passagen, in denen man sich nur mit dem spärlichen Licht der Taschenlampe den Weg durch dunkle Gänge bahnt, um jederzeit von den Unholden überrascht zu werden. Eine gute Mischung also zwischen furiosen Ballerorgien in Starship Troopers Manier und Spannungsszenen Marke AvP2.

Unterstützt durch ein ordentlichen Levelaufbau, der zwar linear ist, aber immer noch genug Secrets und Seitengänge bereithält, um den derzeit so beliebten "Tunnelaufbau" in Shootern zu vermeiden. Hier kommt zum Teil wirklich Half Life 1 Feeling auf, was vielleicht auch aus dem sehr ähnlichen Szenario einer unterirdischen Forschungsanlage resultiert. Area 51 bedient sich aber auch an aus Film und Spiel bekannter Effekte, wenn man z. B. von seinem Teamkameraden durch ein großes Stahltor getrennt wird und dann nur an den Geräuschen erahnen kann, welch schreckliche Vorgänge sich dahinter abspielen müssen. Wirklich erstklassig haben die Entwickler es verstanden das Agieren im Team umzusetzten. Dabei sind es keine üblich geskripteten Vorgänge, wie man sie aus anderen Shootern kennt. In Area 51 warten die Kollegen nicht auf eine bestimmte skriptauslösende Handlung des Spielers, um weiter vorzurücken, sondern sie ziehen ihr "Ding" auch ohne ihn durch, zumindest so lange, wie sie es ohne seine Mithilfe können, was dem Spielablauf eine wirklich entscheidende Dynamik verleiht, besonders, wenn die Teamkollegen anfangen sich zu beschweren, wo man denn bleibt und die Mission deswegen zu scheitern droht, was wesentlich realistischer wirkt, zumal Secretsuchfetischisten, zu denen ich mich zähle, dann schon ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn die Jungs Kopf und Kragen riskieren, während man Bonusgegenstände scannt :). Durch diese Gruppendynamik spielt sich jedoch Area 51 erfrischend anders, als viele andere Shooter. Leider muss man sich von diesem schönen Teamplay auch bald verabschieden, denn die Monster sind böse und das Team wird kleiner und kleiner, so dass man nach dem ersten Drittel auf sich alleine gestellt ist. Zwar trifft man später noch auf Überlebende, die ebenso versuchen, die Stellung zu halten und sich mit den Monsterhorden einen erbitterten Kampf liefern, bei dem man auch selbst in einem Geschützturm steigen darf, um mächtig die Wummen knallen zu lassen, nachdem man sie repariert und mit Munition versorgt hat, doch dann nimmt das Schicksal für unseren Helden seinen Lauf. Er wird ebenfalls vom Virus befallen und zur Mutation. Jedoch scheint das Mutagen bei ihm anders zu wirken, denn er hat die Möglichkeit, die Mutation zu unterdrücken und sich dafür dann, je nach Mutagen-Vorrat,nur zeitweise in die abscheuliche Kreatur zu verwandeln. Und das Leben und der Kampf als Mutation ist schon was anderes, denn die Sinne sind geschärft und die Krallen gespitzt. Im Nahkampf mäht der Mutaten-Cole alles nieder, was auf Krallennähe an ihn herankommt. Von den erlegten Opfern kann er Kraft schöpfen und seinen Mutagenhaushalt auf Vordermann bringen. Später kann er auch noch Geschosse auf seine Feinde losjagen, die verheerende Wirkung haben. Aber das Virus scheint mehr und mehr Gewalt über Ethans Körper zu gewinnen und so ist das Ergründen der mysteriösen Vorgänge in Area 51 nicht nur ein weiterer Auftrag des Hazmat Soldaten, sondern es ist zugleich mit der Rettung seines Lebens verbunden, will er nicht als abscheuliche Mutation enden. Und ab hier erfährt Area 51 auch eine gelungene Abwechslung, denn die Verwandlung in die Mutation ist im weiteren Spielverlauf oft mehr als notwendig. So kann der Mutant durch seinen besseren Blick z. B. getarnte Gegner erkennen oder seine Ferngeschosse richten besonders bei Energiebarrieren, hinter denen sich die Aliens später verbarrikadieren, erheblichen schaden an, mehr, als der normale Cole-Marine mit konventionellen Waffen anrichten könnte. Keine wirklich neue Idee, den Hauptcharakter in unterschiedlichen "Aggregatformen" wirken zu lassen, für das Shootergenre aber erfrischend abwechslungsreich. Leider beschränkt sich der Nutzen, sich in die Mutation zu verwandeln, bereits auf die vorgenannten Punkte und so spielt man dennoch hauptsächlich in der menschlichen Variante weiter. Hier wäre sicher mehr möglich gewesen, wie z. B. das Klettern an Wänden, wie es auch einige der späteren Gegner-Mutationen praktizieren.

Das Waffenarsenal ist shooterüblich und alle Waffen verfügen auch über einen alternativen Feuermodus. Schön gemacht ist auch der "Doppelwummeneffekt" bei einigen Modellen. Findet man eine bereits vorhandene Waffe, kann man ganz Schwarzenegger-like beidhändig mit Waffen versehen die Monsterschar dezimieren. Von Pistole, Sturmgewehr, Schrotflinte, Sniper bis zur futuristischen Strahlenwaffen reicht das Repertoire, ergänzt durch unterschiedliche Granatentypen. Die Gegnerschar variiert von recht dummen Mutanten, die, dafür zumeist in hoher Anzahl, den direkten Weg zum Opfer suchen bis hin zu High-End Varianten und Soldaten. Besonders die flinken, auf allen Vieren laufenden Mutanten sind nicht zu verachten, die etwas trägeren, noch mit menschlichen Zügen versehenen Kreaturen können dafür im Nahkampf sehr gefährlich zuschlagen. Aber nicht nur Mutanten machen dem Helden das Leben schwer, auch die Vertreter des Geheimbundes der Illuminati sind nicht zu verachten. Elitesoldaten, die höchst treffsicher agieren und geschickt in Deckung gehen. Später trifft man auch noch auf getarnte Ausführungen, die nur durch die Lichtverzerrung zu erkennen sind. Hier hilft aber ein gezielter Schuss aus der Strahlenkanone, um das Tarnfeld zu deaktivieren oder die Verwandlung in den Mutanten, der sich nicht durch solch technische Spielereien täuschen lässt.

Die KI ist angemessen, wobei man jedoch nicht erwarten darf, dass auch aufgrund der Levelarchitektur mit viel Ortswechsel der Gegner zu rechnen ist, es ist eher ein Verschanzen und Stellung einnehmen. Sollten jedoch offenere Bereiche wie z. B. einem großräumigen Treppenhaus auf dem Programm stehen, zeigen die Gegner auch entsprechende Motivation, vorzurücken. Insgesamt eine sehr stimmige und passende KI die einfaches Hereinstürmen niemals erlaubt, sondern taktisches Vorgehen erfordert.

Die Rätselfraktion kommt aber keinesfalls in Area 51 zu kurz und es bleibt nicht bei den shooterüblichen "Finde Keycard" Aufgaben. Maschinen und Energiebarrieren müssen sabotiert, Sprengsätze vor der Detonation entschärft und auch schon mal ein Kopf zwecks Retina-Scan an einer Sicherheitstür aufgefunden werden. Area 51 gestaltet das Fortkommen innerhalb der Untergrundanlagen höchst abwechslungsreich.

Verpackt wurde das Geschehen in eine spannende Story, die genug neue Wendungen und Überraschungen bereithält, um den Spannungsbogen über den gesamten Spielzeitraum aufrecht zu halten, was sicher auch mit den freischaltbaren Bonusdokumenten zu tun hat, die mehr über die mysteriöse Vorfälle rund um die Area 51 zu berichten wissen. Woher kommen die Kornkreise, wer war für die Ermordung Kennedys verantwortlich und nebenbei darf man zudem auch noch das Studio passieren, in dem die vorgetäuschte Mondlandung aufgezeichnet wurde.

Multiplay:

Zur Ergänzung enthält Area 51 auch noch einen Multiplayerpart, der jedoch leider nur über Gamespy spielbar ist. Folgende hinlänglich bekannte Spielmodi stehen zur Auswahl. Deathmatch, Team Deathmatch, Capture the Flag, Infektion (ein Mutant steckt andere an, nicht Infizierte müssen das Zeitlimit überstehen) und Halten und Erobern, wobei es keinen Bot-Support gibt. Schön ist die Option der selbstanpassenden Kartengröße, die sich automatisch aufgrund der Teilnehmerzahl (bis zu 15 Spieler) anpasst. Insgesamt stehen 15 Karten zur Auswahl (10 für CTF). Interessant ist die Option, sich im Multiplayerpartien in die Mutation verwandeln zu können. Es gibt zwar nicht übermäßig viele Server, aber für eine schnelle Area 51 Partie sollte dennoch immer ein Slot bereitstehen, Area 51 ist zumindest online besser vertreten, als manch andere Konsolenkonvertierung.

Als Bonus gibt es auf der DVD auch noch ein paar interessante Videos zu der Entwicklung und den Tonaufnahmen.

Fazit:

Area 51 ist ein rundum gelungenes Spiel, das für ca. 15 Spielstunden atmosphärische und spannende Unterhaltung garantiert. Stimmige Graphik und guter Sound lassen das mysteriöse Umfeld mit all den Rätsel um die Area 51 zum Leben erwecken und nehmen den Spieler von den ersten Spielminuten umgehend gefangen, während man tiefer und tiefer und die Geschichte und den Untergrund der Forschungsanlage eindringt. Besonders packend wurden die Einsätze umgesetzt, in denen man mit den Teamkollegen gemeinsam vorgeht. Schade nur, dass die dadurch geschaffene Atmosphäre dann im Alleingang etwas abflacht, auch wenn der Held sich dann selbst in eine der abscheulichen Mutationen verwandeln kann. Ein wenig mehr von den Teameinsätzen wäre wünschenswert gewesen, ebenso wie eine etwas speziellere und vielleicht auch für die Rätseleinlagen notwenige Verwandlung in den Mutanten. Ansonsten gibt sich Area 51 keine Blöße und kann jedem Shooterfan, der Spiele der Bauart Half Life favorisiert, ans Herz gelegt werden, zumal das Spiel zu einem recht moderaten Preis angeboten wird und keine High End Maschine benötigt, um das Spielgeschehen dennoch ansprechend auf den Screen zu bringen. Area 51 entgeht nur ganz knapp der höheren Wertung und platziert sich mit einer ausgesprochen guten 3+. Eine gelungene Mischung aus furiosen Massenschlachten, taktischen Fights, gewürzt mit gruseligen Passagen, in denen man durch dunkle Gänge schleicht.


Geschrieben am 26.08.2005, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 1GB Ram, SB Audigy2ZS
 



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