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A New Beginning  


Info
Autor 2
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 1.5
 2
Gesamt (3 votes) 2+
 0.3
 1.6
 2
Name:A New Beginning
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2011/10
Publisher: Daedalic Entertainment
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 1.8Ghz, 1GB RAM, 256 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista/Windows7, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Patch: 1.21
USK: 12
A New Beginning (review von nali_warcow)

Computer & Videospiele decken heutzutage eine breite Auswahl an Schauplätzen & Szenarien ab. Von mittelalterlichen Fantasywelten bis hin zu futuristischen Zukunftsvisionen im Weltraum und auf anderen Planeten, reicht die Palette. Während sich einige Spielkonzepte recht schnell wiederholen und etwa Shooter-Gamer ständig neue "Beseitige die Terroristen"-Ableger bekommen, gibt es in anderen Bereichen etwas mehr Variation. Adventurespieler haben schon die unterschiedlichsten Abenteuer erlebt, aber es ist schon langer her, dass der Klimawandel thematisiert wurde. Entwickler Deadalic Entertainment hat sich der Sache angenommen und präsentiert dem Spieler nach der Rettung einer Fantasywelt in "The Whispered World" mit "A New Beginning" ein Thema, das 2011 aktueller nicht sein könnte. Wie sich das ganze spielerisch äußert soll das folgende Review ein wenig genauer klären.

Die PC Version wird in einer kleinen Euro-Box ausgeliefert. Das darin befindliche, 50 Seiten umfassende Handbuch ist zwar ordentlich mit Werbung angereichert, aber dafür ist die Aufmachung ganz nett ausgefallen, der Druck in Farbe und das Layout angenehm lesbar gehalten. Außerdem gibt es ein kleines Poster mit zwei Motiven zum Spiel und eine Soundtrack-CD im Pappschuber als Bonus dazu. Leider wurde dagegen bei der eigentlichen Spiel-DVD gespart und diese liegt lediglich in einer Papierhülle in der Packung. So schön aufklappbare Boxen auch sind und wertiger erscheinen, so wäre doch eine DVD-Hülle die handlichere & schonendere Unterbringungsmöglichkeit gewesen. Offline Spieler sollten zudem wissen, dass sie auf jeden Fall Zugang zum Internet benötigen, da der Titel nicht gerade im besten Zustand ausgeliefert wurde. Satte 519 MB ist der aktuellste Flickenteppich groß, der das Spiel endlich in den Zustand befördert, den die Ladenversion eigentlich zum Release haben sollte. Für unentschlossene Käufer gibt es zudem auch eine Demoversion der aktuellsten Fassung, die - wie der Patch - über die offizielle Seite zum Spiel bezogen werden kann.

Zurück in die Gegenwart

Die Geschichte beginnt im Jahr 2500 und es hat sich einiges auf der Erde verändert. Durch den Klimawandel ist die Menschheit in 500 Jahren gezwungen, in unterirdischen Bunkern zu leben, wobei inzwischen auch dieser letzte Rückzugsraum bedroht ist. In der fernen Zukunft ist das Erdmagnetfeld so schwach geworden, dass eine anstehende Sonneneruption das Ende für die verbleibende Erdbevölkerung darstellt. In letzter Sekunde vor der Auslöschung fassen die wenigen Überlebenden den Plan, ein Team in die Vergangenheit zu schicken, um den Klimawandel vor 500 Jahren zu stoppen. Statt weiter fossile Brennstoffe zu verwenden und neue Kernkraftwerke zu bauen, sollen die Wissenschaftler des Zeitreise-Teams dafür sorgen, dass die Blaualge der Energieträger der Zukunft wird. Ein Energieträger, der ganz ohne Abgase und gefährlicher Abfälle daherkommt. Dafür muss das Team Kontakt mit Bent Svensson herstellen und den ehemaligen Forscher und Wissenschaftler dazu bringen sein Lebenswerk, die Blaualge, fertigzustellen. Doch bis zum Missionsziel ist es ein weiter Weg und schon beim Zeitsprung gibt es erste Probleme und Hindernisse zu überwältigen, bis die Rettung der heutige Welt für die zukünftige Generation in Angriff genommen werden kann…

Atomenergie und Klimawandel sind interessante und unverbrauchte Themen für ein Adventure und 2011 aktueller, als je zuvor. Auch wenn es das Spiel mit der Wissenschaft nicht ganz so eng sieht und man sich irgendwie schon fragt, warum die Menschheit in 500 Jahren zwar eine Möglichkeit gefunden hat durch die Zeit zu reisen, aber nichts gegen den "Erduntergang" unternehmen kann, so ist das Katastrophenszenario durchaus interessant und spannend aufgebaut. Die Rettung der Erde vor dem Klimakollaps ist auch mal etwas anderes, als sonstige Mörder- und Entführungsgeschichten. Insbesondere der Einstieg weiß dabei zu gefallen und die "Rettet die Welt"-Mission beginnt mit mehreren Story-Strängen, die erst einmal zusammengeführt werden.

Die ersten Spielkapitel verknüpfen zudem nicht nur wunderbar unterschiedliche Handlungsstränge, sondern profitieren auch von den sehr schön ausgearbeiteten Hauptcharakteren Fay und Bent. Der Bio-Ingenieur hat einige private & persönliche Probleme, die sich im Lauf der Geschichte offenbaren und die Zeitpilotin & Funkerin aus der Zukunft wird durch die Ereignisse, die bei der "Rettung der Welt" auftreten, emotional beeinflusst, wodurch die beiden Charaktere nicht nur ein sehr stimmiges Helden-Duo abgeben, sondern bis zum Ende eine spannende Entwicklung durchlaufen. Anders sieht es da bei den übrigen NPCs da, die - auch wenn sie eine größere Rolle spielen - nicht ganz so detailliert und facettenreich rüberkommen. Insbesondere die Gegenspieler / Bösewichte, die etwas gegen die Öko-Aktivisten haben, wirken recht oberflächlich und stereotyp.

Nicht ganz zufriedenstellend war dagegen das Finale bzw. das Ende der Geschichte, was nicht nur daran lag, dass sich die Ereignisse in den letzten Minuten überschlugen, sondern die virtuelle Weltenrettung recht unbefriedigend endet. Sicherlich ist kein Happy-Ende nötig, wodurch alle Klimaprobleme mit einer Lösungsvariante beseitigt wurden, aber für ein Adventure, bei swm man unzählige Stunden mit den beiden Figuren mitgefiebert und deren persönliche Entwicklung erlebt hat, war es dann doch etwas "ernüchternd". Das Ende deutet zwar etwas an, aber mehr leider auch nicht. Platz für Spekulationen und einen Nachfolger gibt es dagegen reichlich.

Die Algen-Lösung

Auch wenn es sich bei "A New Beginning" um ein Öko-Adventure handelt, so ähnelt der eigentliche Spielverlauf dem, was man auch schon aus anderen Point & Klick-Abenteuern kennt. Egal ob der Spieler in den acht Kapiteln als Bent oder Fay unterwegs ist, in den meisten Fällen geht es um Adventure-Alltagsprobleme, die überwunden werden müssen. Wie lässt sich die verschlossene Tür öffnen? Womit kann der NPC abgelenkt werden? Wie kann ein defekter Gegenstand repariert werden und wo befindet sich der gesuchte Gegenstand? Löcher müssen in Wände gesprengt werden, es gilt eine Explosion zu verhindern, versteckte Hinweise zu finden, Investoren für ein Forschungsprojekt zu gewinnen, Abgründe müssen überwundern und Personen "überredet" werden. Fast durchgehend sind die zu lösenden Aufgaben dabei logisch aufgebaut und lassen sich ohne allzu viel ausprobieren lösen. Wichtige Voraussetzung ist allerdings ein gründliches Absuchen nach Interaktionspunkten auf dem Bildschirm, die sich zudem auch jederzeit per Hotkey anzeigen lassen, wodurch ein pixelgenaues Absuchen nicht zwingend erforderlich ist. Meist weiß man als Spieler auch recht gut, was man als nächstes machen soll oder welches Hindernis überwunden werden muss. Die unterschiedlichsten NPCs trifft der Spieler zwar im Laufe des Abenteuers, aber wenn eine Aufgabe nicht gerade mit der Person zu tun hat, geben die Figuren keinerlei Hinweise auf sonstige Rätsel. Da die Schauplätze in den einzelnen Kapiteln allerdings jeweils aus einer überschaubaren Anzahl an Bildschirmen bestehen, bleibt das Abenteuer durchweg sehr übersichtlich und viele Aufgaben sind auf wenige Bildschirme beschränkt, erfordern lediglich einige Aktionen und mitunter ein wenig Laufarbeit.

So sind beispielsweise im Prolog etliche Handgriffe notwendig, um die defekte Maschine zu reparieren, aber das sind lauter kleine Probleme, die nacheinander sichtbar werden und der Reihe nach gelöst werden können. Fortgeschrittene Spieler kommen entsprechend flott durchs Spiel, da die virtuelle Welt nicht größer wird - wie etwa in "Edna bricht aus" - sondern aus überschaubaren Abschnitten besteht. Wirkliche "Hänger" sind selten und die Aufgaben machen schon Sinn, wenn man das System verstanden hat. Etwa, wie man die Menge richtig aufstachelt, damit der "Kahlschlag gestoppt" und der Wachposten abgelenkt wird.

Eingestreut gibt es auch immer mal wieder Probleme an Maschinen oder Apparaturen zu lösen, die keine weiteren Gegenstände benötigen, sondern lediglich die richtigen Klicks auf Schaltflächen und im Bild vorhandene Objekte. So gilt es im Spielverlauf eine Antenne richtig aufzubauen, Turbinen in Gang zu bringen und den Wasserpegel in Tanks zu verändern, um unterschiedliche Ausgänge zu erreichen. Wer kein Interesse an solchen "Minispielen" hat, der kann die Aufgaben auch nach kurzer Zeit per Knopfdruck überspringen.

Point & Klick-Adventurespaß

Wie es sich für ein ordentliches 2D-Point & Klick-Adventure gehört, so lassen sich die beiden Protagonisten mit der Maus durch die Gegend dirigieren und mit Objekten interagieren. Mit einem Doppelklick geht es augenblicklich in den nächsten Bereich, die rechte Maustaste öffnet das Inventar am unteren Bildschirmrand und die Space-Taste zeigt alle Interaktionspunkte auf dem Schirm an. Außerdem leuchtet der Cursor, wenn ein Objekt anvisiert wird. Ein wenig fummeliger wird es, wenn der Spieler mit Objekten interagieren möchte, da dazu jeweils die Maustaste gedrückt gehalten werden muss, was wiederrum ein Interaktionsmenü mit Befehlen öffnet. Darin werden bis zu vier mögliche Aktionen aufgelistet (ansehen, öffnen, benutzen, etc.), die mit dem Objekt möglich sind. Allerdings wäre weniger doch mehr gewesen, da es - neben "ansehen" - oftmals nur eine Aktion gibt und die vordefinierte Standardaktion ausgeführt wird, sobald man die Maustaste loslässt, wodurch man beim Spielen oftmals ungewollt eine Aktion auslöst. Eine Ein-Klick-Lösung - am besten ganz ohne Menü - wäre da bequemer gewesen.

Der Spielstand kann jederzeit auf einem der zahlreichen Speicherplätze gesichert werden und eine "Weiterspielen"-Option im Startmenü lädt automatisch den letzten Spielstand. Verwunderlich, warum das Spiel in dem Zusammenhang nicht eine Auto-Save-Funktion hat, so dass der Spielstand in regelmäßigen Abständen / beim Beenden gesichert wird. Sehr kurios ist auch die Vollbild / Fenster-Option, die keinerlei Auswirkungen hat. Wer im Fenstermodus spielen möchte (bzw. später einmal wieder im Vollbild), muss dazu selbst Hand anlegen und die Config-Datei im Spielverzeichnis mit einem Texteditor bearbeiten. Besitzer von Breitbildmonitoren sollten zudem wissen, dass "A New Beginning" ausschließlich im 4 zu 3-Modus mit 1024 x 768 Pixeln läuft. Trotz der geringen Auflösungen sehen die zahlreichen Schauplätze sehr schön aus und die Palette an Locations weiß ebenfalls zu gefallen. Verfallene Ruinen, eine Bibliothek, stimmig eingerichtete Behausungen, dunkle Keller, ein Wassergrundstück, eine große Meeresforschungsstation, eine Dschungellandschaft und andere stimmige Orte werden im Laufe des etwa 12 bis 15 Stunden langen Öko-Abenteuers besucht. Die Hintergründe sind dabei jeweils detailliert und stimmig gestaltet. Der Grafikstil wirkt zwar nicht durchgehend aus einem Guss, sondern schwankt ein wenig, aber insgesamt trotzdem eine runde Sache. Immer mal wieder gibt es auch kleinere Animationen in den Bildern (etwa Dampf, der irgendwo aufsteigt), aber animationstechnisch wird nicht so viel geboten. Insbesondere die Charaktere wirken in Bewegung mitunter ein wenig hölzern und es geschieht wenig gleichzeitig auf dem Schirm. Schaltet Bent beispielsweise seinen Fernseher ein, so bleibt der Charakter in der Animation stehen, es sind keine weiteren Aktionen möglich, das Fernsehprogramm läuft kurz ab und wird dann wieder ausgeschaltet. So etwas hat Zak McKracken 1988 schon besser gemacht. Dafür gibt es immer mal wieder stimmig eingespielte Zwischensequenzen, die in Comic-Form präsentiert werden. Lediglich in Sachen Geschwindigkeit laufen diese Sequenzen mitunter einen Tick zu schnell ab, ansonsten hätten die Entwickler ruhig mehr Ereignisse damit präsentieren können.

Noch besser - und runder - präsentiert sich die musikalische Untermalung. Der Soundtrack ist stimmig ausgefallen, untermalt das Geschehen passend und bietet eine breite Palette an unterschiedlichen Klängen für die sehr unterschiedlichen Schauplätze im Spiel. Außerdem gibt es die Musik als Bonus-CD mit in der Packung. Aber auch die Sprecher wissen zu gefallen. Es gibt zwar einige nicht ganz so schöne Rollen / Passagen / Betonungen, aber das betrifft die spärlich agierenden Nebenfiguren und nicht Brent & Fay, die ausgezeichnet und glaubwürdig rüberkommen. Erfreulicherweise kann man im Optionsmenü die Lautstärke für Musik, Sound und Sprache individuell festlegen, was auch 2011 leider alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist.

Meinung

Es ist lange her, dass sich ein Adventure an der Öko- / Klimathematik versucht hat. Auch wenn das Ausgangszenario wissenschaftlich nicht ganz glaubwürdig erscheint, so ist der Einstieg stimmig, die ersten Kapitel bringen die Helden und einzelnen Handlungsstränge gekonnt zusammen und auch die Rätsel sind überwiegend angenehm nachvollzieh- und lösbar. Zusätzlich tragen die beiden Hauptcharaktere einiges zur stimmigen Atmosphäre bei, wobei Musik und Synchronsprecher das Erlebnis gekonnt abrunden. Weniger überzeugend war dagegen das Ende, was nicht nur unbefriedigend, sondern auch ein wenig plötzlich kam. Die technische Umsetzung lässt ebenso Platz für Verbesserungen. Insgesamt ein rundes und stimmiges Adventure, was sich einer aktuellen Thematik widmet. Für mich nicht ganz so stimmig, wie "Whispered World", und nicht ganz so abgedreht und verrückt, wie "Edna bricht aus", aber trotzdem noch eine 2.


Geschrieben am 06.08.2011, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
 



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