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Info
Autor 4
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Gesamt (28 votes) 2
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 1.4
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Name:Alien vs. Predator 2: Primal Hunt
Genre: Egoshooter
Produkt: Add-On
Release: 2002/08
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Third Law
Links: AvP-News
Links: Planet AvP
Hardware: 450Mhz, 128MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 600 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Serie: ja
USK: 16
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Alien vs. Predator 2: Primal Hunt (review von yak)

"Im Weltraum hört dich niemand schreien" tönte 1979 der Werbeslogan zu Ridley Scott's Weltraumthriller ALIEN- Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt.

James Cameron schloss sich dieser Thematik gekonnt im Jahre 1986 an, indem er aus dem Alien-Einzelkämpfer, der in Scotts Vision eine Raumschiffmannschaft in Angst und Schrecken versetzte, eine ganze Horde samt Queen-Mumm schuf, die gegen ein US Marines Spezialteam ihren Rassenfortbestand zu schützen suchten. Es folgten mehr oder weniger "durchwachsene" Fortsetzungen, die jedoch nie die Qualität der beiden ersten Teile erreichte.

Erfolgreich war auch John McTiernans Film "Predator" (1987) in dem unser Arnie-Superheld gegen ein Alien seine Bizeps schwellen lassen musste, um nicht in dessen Trophäensammlung zu landen. Aus diesen beiden, nicht nur im kommerziellen Sinne, Vorzeige-Aliens wurde dank Dark Horse eine erfolgreiche Comicserie ins Leben gerufen. "Alien vs. Predator" war geboren.

Eine Versoftung und ganz Film-like ein Sequel namens "Alien vs Predator 2" lies nicht lange auf sich warten. Im Gegensatz zu Kinofilmen haben jedoch Softwaretitel eine andere Alternative der kommerziellen "Ausschlachtung", als eine filmische Fortsetzung. Die Rede ist von den sogenannten AddOns, viel geliebt und viel gehasst, versprechen sie uns doch oft, den Spielspass und die Atmosphäre des geschätzten Original-Games erneut erleben zu lassen. Selten erreichen jedoch die AddOns die Qualität des Originals und richtig zufrieden scheint man damit nie zu sein, obwohl uns ein AddOn oft an die "gute, alte Zeit" des Originalspiels erinnert. Die Ausnahmen, bei denen die AddOn's mit dem Original auf einer Stufe stehen, kann man fast an einer Hand abzählen. Im Bereich Shooter fällt mir da nur Wages of SiN, Half Life Opposing Forces und Hexen 2 Portal of Praevus ein. Zudem erreichen AddOn's die Spiellänge ihrer Ursprungsprogramme eher selten und sind oft ein kurzes Vergnügen. Wie ein wirklich schlimm aussehendes AddOn sein kann, zeigte uns Star Trek Voyager Elite Force Expansion. Ob uns aber nun Alien vs. Predator 2 Primal Hunt dazu bringt, dass uns "vor dem Screen niemand schreien hört" (mit Ausnahme der Nachbarn vielleicht), zeigt euch unser Review.

Technisch gibt es keinerlei Unterschiede zum Originalgame, weswegen wir diesen Teil hier getrost überspringen können und auf unser Review verweisen. Die Geschichte von Primal Hunt liegt zeitlich innerhalb der Missionen vom Vorgänger. So finden wir auch einige der vertrauten Protagonisten wieder, die uns als AVP2 Veteranen vertraut sein dürften.

Ein mysteriöses Artefakt zu finden, das es ermöglich, die Aliens zu kontrollieren, ist Ziel der drei Spielkampagnen. Wieder gibt es eine Kampagne für Menschen, Aliens und Predator, deren Handlungsstränge wie schon im Vorgänger, miteinander verknüpft sind. Statt des Marines finden wir jedoch jetzt einen Corporate und statt des "normalen" Aliens, schlagen wir uns nun gut bezahnt als PredAlien durch Missionen. Dies bewirkt auch einige kleinere Änderungen im Gameplay. Die Missionen sollte man, um den Handlungsstrang nicht zu "spoilern" (es gibt eine kleine "Überraschung") in der Reihenfolge Corporate, Predator und dann PredAlien spielen.

Dunya, unsere russische Corporate(-in), steht, was die Kampfesfreude angeht, dem Marine in nichts nach. Sie ist mit einem 360 Grad Motion Tracker ausgestattet, im Gegensatz zur 180 Grad Version des Marines, der so nur Aliens auf seinem Screen sah, die sich unmittelbar vor ihm aufhielten. Sie hat zudem einige neue Gimmicks mit auf den Weg bekommen, damit das Freudenfeuer noch etwas explosiver wird. So kann sie Dual Pistols verwenden, um ihre Schussrate zu verdoppeln. Wie auch vorher haben alle Waffen eine schlagkräftige, alternative Feuerfunktion und die Dual Pistols können unterschiedliche Munition unters Alien-Volk streuen. Neu ist zudem ein Remote Sentry Gun, ein mobiles automatisches Geschütz. Es kann aufgenommen werden und an beliebigen Orten installiert werden, um bei hohem "Alien Traffic" die Übertragungsrate auf Modem-Niveau zu halten ;). Das ist eine nette Idee, aber sicher nichts neues mehr, fand es doch schon in Project Eden einen gelungenen Einsatz. Zusätzlich gibt es noch eine stationäre Turret Gun, die im Schnellfeuermodus in der Lage ist, Alien-Geschnetzeles zubereiten zu können. Ansonsten spielt sich der/die Corporate wie der Marine.

Auch bei dem "alten" Predator hat man eine Charakterveränderung vorgenommen. So spielt man einen Ancient Predator, der bereits 500 Jahre vor den Vorfällen auf dem Planeten LV 1201 landet und seine Mission dort beginnt. Dass er zwischenzeitig in seiner Mission 500 Jahre Dornröschenschlaf abhält, scheint ihm jedenfalls nicht geschadet zu haben. Resultat daraus aber ist, dass sein Equipment im Vergleich etwa so aussieht, wie die Tricorder aus Star Trek Classic zur Next Generation ;). Auch sein HUD ist daher etwas "old-fashioned". Dennoch ist alles recht ähnlich und funktioniert auf die gleiche Art und Weise. Neu ist die Energy Flechette, die auf seinem Arm montiert Energie-Schüsse abfeuern kann.

Was passiert, wenn man einen süssen, kleinen Facehugger in einem Predator grosszieht? Genau, ein PredAlien, welches uns schon aus dem Multiplayerpart des Vorgängers bekannt sein sollte und nun Einzug in die SinglePlayer-Mission findet. Neu ist hier, dass man in den unterschiedlichen Lebenszyklen des PredAlien nun schon als Facehugger / Chestbuster Gitter durchbrechen kann.

Wie spielt sich nun die offizielle Mission-CD zum genialen Vorgänger? Konnte Third Law (von Kiss Psycho Circus), die für Monolith das AddOn erstellten, die gnadenlose Spannung, den superben Levelaufbau und das geniale Gameplay einfangen?

Leider muss man dies verneinen. Das, was Alien vs. Predator 2 zum Referenzprodukt machte, ist in der Mission CD kaum zu finden. Wurden im Vorgänger die Auftritte der Aliens in der Marine Mission so gut "temperiert", dass einem jedes Mal ein Schauder über den Rücken lief, kommen sie in der Mission-CD wie eilige Schlussverkaufkunden zur Kasse, alles nach dem Motto "der nächste bitte". Die Phasen von Ruhe und Action, die für den Spannungsbogen zwingend sind, werden hier durch reine Massenattacken überlagert. Man fühlt sich eher wie in Kiss Psycho Circus oder bei einem Ausflug mit Serious Sam, wo das Konzept der Massenschlacht aufging, beziehungsweise bei Kiss Psycho Circus zudem noch mit einem guten Levelaufbau ausgeglichen werden konnte.

Die Alien vs. Predator Reihe ist jedoch für solche Metzelszenarien eher ungeeignet, wenn es durchgehend während des gesamten Spielgeschehenes stattfindet. So geht man einige Meter durch die Level, um sich dann, durch vorheriges Beginnen der Actionkampfmusik bereits vorgewarnt, auf die nächste Angriffswelle vorbereitet. Das ist auf Dauer viel zu langweilig und durch einen eher einfältigen, ideenlosen Levelaufbau wird dieser Eindruck noch verstärkt. Zwar sieht es beeindruckend aus, wenn statt der früheren 2-3 Alien, auf einmal eine ganze Horde auf uns zu rennt, aber dies ist meist durch einfache Taktik zu lösen. Draufhalten und rückwärtslaufen hilft hier meistens weiter, ausser, was ein weiterer Kritikpunkt ist, wenn die Gegner hinter einem "spawnen". Der 360 Grad Motion Tracker ist eher nutzlos und oft gibt er auch unstimmige Informationen. Durch das Massenaufkommen der Aliens scheint auch die sonst sehr gute KI gelitten zu haben. So kam es oft vor, dass Aliens sich gegenseitig im Weg standen, hinter Metallgeländern hängen blieben und man so leicht sichere Verstecke finden konnte, wo die KI ihren Weg nicht "hinfand". Etwas, das im Vorgänger nicht passierte.

Der Schwierigkeitsgrad ist, um das doch eher kurze Spielvergnügen hochzuschrauben, schon in der Normal-Einstellung relativ hoch. Beginnt die Story der Corporate Mission noch relativ vielversprechend, verläuft sie jedoch im weiteren Missionsablauf unter der Überschrift Belanglosigkeit. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die Messlatte durch die Originalversion ziemlich hoch gesetzt wurde. Ähnlich verhält es sich mit der Predator Mission. Bis auf 2-3 neue Gegnertypen, die zudem eher lächerlich aussehen und nicht ins AvP Universum passen, tut sich da nicht viel. Die Idee mit der 500 Jahre andauernden Stasis ist nett, aber da die gesamte Story in die Geschichte der POD 5 Mission des Originals eingeschoben wurde, gibt es keine dramaturgischen Höhepunkte oder ein befriedigendes Finale, bzw. Endgegner.

Überrascht war ich dann von der letzten Mission mit dem PredAlien. Durch die eher lauen Vormissionen gewarnt, erwartete ich hier ähnliches. Doch überraschenderweise machte die PredAlien Mission richtig Spass, der Levelaufbau war viel besser und durch die 3 Phasen des Facehuggers, Chestbusters bis zum ausgewachsenen PredAlien war auch das Gameplay wesenlich erfrischender und spannender. Das Gameplay orientierte sich hier grösstenteils an Stealth-Methoden und beruhte mehr auf Puzzleelemente. So musste man sein ganzes Umfeld gezielt untersuchen, Schlupflöcher finden um z. B. an Marines oder Predators vorbeizukommen. Die Mission machte sehr viel Spass und oft war es ziemlich kniffelig, sich taktisch richtig einem Gegner zu nähern und anzugreifen. Hier spielte die Erkundung des Umfeld eine wichtige Rolle und lies nicht, wie in den vorherigen Kampagnen, den Level lediglich als Metzelschauplatz erscheinen.

Wären die vorherigen Missionen so gut designed wie die PredAlien Mission, wäre die Mission CD eine gelungene Ergänzung zum Hauptprogramm.

Im Bereich Multiplayer hat sich ebenfalls wenig geändert. Es kamen 4 neue Maps dazu und einige Waffenoptionen. So kann der Predator jetzt eine Selbstzerstörungssequenz einleiten und die drei neuen Waffen des Corporate finden ebenso Einzug, wie der Ancient Predator. Geändert wurde zudem der Stun Mode (Lähmung der Opfer durch Alien Stun Attacke oder EMP Granate). So ist man danach nicht total bewegungsunfähig, sondern man kann sich jetzt noch langsam fortbewegen.

Alien vs. Predator 2 Primal Hunt ist nicht richtig schlecht, aber weit entfernt davon, gut zu sein. Fans werden es sicher kaufen, weil ihnen der Vorgänger so gut gefallen hat. Auch ich bin dem sogenannten Honorierungskauf in der Hoffnung verfallen, dass die Missions CD das alte Avp2 Feeling noch mal zurückbringen kann, was sie aber nicht schaffte. Die schwache Storyline und die fehlende Spannung machen daraus eher eine Mogelpackung, die zudem durch die kurze Spielzeit von ca. 6 Stunden noch erhöht wird. Einige neue Multiplayervarianten würden dem Programm auch besser zu Gesicht stehen. So ist es etwas wenig Spiel fürs Geld. Sierra hätte vielleicht besser daran getan, aus Alien vs. Predator 2 eine GotY (Game of the Year) Edition zu machen und die Mission CD als Dreingabe dabeizupacken. So kann man die Mission-CD leider nur bedingt empfehlen, wenn ich auch die PredAlien Mission für ausgesprochen gelungen halte. Primal Hunt ist jedoch leider weit davon entfernt, ein würdiger Nachfolger vom Original zu sein, was Story, Gameplay, Spannung und Atmosphäre angeht.


Geschrieben am 08.09.2002, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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