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Advent Rising  

Rückseite ]

Info
Autor 2
 2
 1.5
 2.5
Gesamt (64 votes) 3+
 1.9
 1.2
 1.9
Team (2 votes, siehe hier)2
Name:Advent Rising
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2005/08
Publisher: Majesco
Entwickler: Glyphx
Offiz. Sites: Game
Links: Tallarico Music
Links: Orson Scott Card
Hardware: 2Ghz, 256MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 5500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Englisch
Bemerkung: nur auf DVD, auch für Xbox
USK: 16
Advent Rising (review von yak)

Der Raumgleiter nähert sich langsam der riesigen ringförmigen Raumstation. Zaghaftes Aktivieren der Navigationsdüsen bringen es auf den richtigen Kurs, um sich der Andockschleuse zu nähern, während man noch mehr als beeindruckt das gigantische außerirdische Raumschiff betrachtet, das sich in unmittelbarer Nähe befindet und es mit seinem fast organischen Aussehen mehr als befremdlich zu den industriell und funktionell wirkenden Stationen und Schiffen der Menschheit erscheint. Begleitet von wundervoller Musik, die die Stille des Weltraumes mit vollem Orchester und Chor in ein akustisches Erlebnis verwandelt, dreht man noch die ein oder andere Extrarunde nur um der Musik und dem Chor zu lauschen, bevor man endgültig das Triebwerk in Gang setzt, um am Raumdock anzulegen...

... und so beginnt das epische Abenteuer von Advent Rising. Gideon Wyeth, begnadeter Kampfpilot und sein Bruder Ethan wurden ausgewählt, um den Erstkontakt mit den Außerirdischen aufzunehmen. Die Frage, ob sie eine Bedrohung für die Menschheit sind, erübrigt sich, da, wie man nach kurzer Analyse feststellen musste, die Technik der Fremden um ein Vielfaches fortgeschrittener ist, als die eigene. Wären sie nicht in Frieden gekommen, hätten sie ohnehin keine Chance. Erste Gespräche wurden aufgenommen und die Delegierten der Menschen erfahren dort von den fremden Wesen erschütternde Informationen über ihre Vergangenheit... und über ihre Zukunft. Menschen wurden seit uralten Zeiten von den Außerirdischen als ein mystisches Wesen verehrt, an dessen Existenz die Fremden bis heute gezweifelt hatten, den Beweis aber nun unstrittig vor Augen sahen. Menschen sollten unsagbare Macht und Fähigkeiten besitzen, von denen sie aber selbst scheinbar nichts wussten. Die Macht musste in ihnen seit Urzeiten schlummern. Doch große Macht erzeugt auch große Furcht und so gibt es eine Fraktion von anderen Aliens, die es sich zum Ziel gemacht haben, die Menschheit bis zum Letzten auszurotten. Der Besuch der Fremden war also nicht nur die Suche nach einer verlorengeglaubten Gottheit, sondern auch der Versuch, selbige vor dem Untergang zu retten, denn die Invasoren stehen, wie es die freundlich gesinnten Aliens berichten, unmittelbar davor, den Planeten anzugreifen.

Ob das Erstlingswerk aus der Mixtur 3rd Person Action/ Egoshooter vom Entwickler Glyphx eine lohnende Investition ist, soll unser Review zeigen.

Technik:

Zur Realisierung des Games vertraut man auf bewährte Technik und nutzte die aktuelle Unreal Engine, wodurch Advent Rising auch generell graphisch zu überzeugen weiss, obwohl nach dem ersten Betreten der Raumstation dieser Eindruck nicht sofort erkennbar ist, denn die ersten paar Minuten, nachdem man die Kontrolle über Gideon Wyeth übernommen hat, sprechen nicht gerade für die graphische Präsentation. Doch das ändert sich rasch. Advent Rising zündet mit Hilfe der Unreal Engine ein wahres Graphikfeuerwerk und bietet dem Spieler abwechslungsreiche Szenarien, die glaubwürdig, weitläufig und vor allem auch bombastisch auf den Screen gezaubert werden. Die Flucht von der Raumstation, die von den Alieninvasoren regelrecht zerlegt wird, fremde unwirtliche Wüsten-Planeten, Raumschiffe von den Außerirdischen, Tempelanlagen, Lavahöhlen, tropische Inseln oder ein auf den Meeresgrund sinkendes Schiff stellen nur einen kleinen Teil der Schauplätze dar. Die Präsentation ist dabei einmalig gelungen und man fühlt sich regelrecht in einem mit Special Effects überladenen Actionfilm. Riesige Raumschiffe starten und landen im Hintergrund, die Brücke, die man noch so gerade mit dem Buggy überqueren konnte, bricht kurz danach zusammen, überall Explosionen und Horden von Aliens, die Jagd auf die Menschen machen. Advent Rising bietet hier im Gegensatz zu vielen anderen Spielen wirklich eine Art von "Hintergrund", der zwar nicht zwingend mit den eigenen Handlungen verknüpft ist, damit aber eine viel dichtere Atmosphäre aufbaut. Man fühlt sich dadurch nicht, wie in anderen Spielen, als Dreh- und Angelpunkt des gesamten Geschehens, sondern eher wie einer unter vielen, der kaum gegen die Übermacht der Aliens anzukommen vermag. Für mich ein ganz neues Spielgefühl in Computergames. Gewaltig ist da wohl die beste Beschreibung. Die Figuren sind ordentlich und phantasiereich gestaltet, wobei einige von ihnen stark an den Predator erinnern. Die Animationen sind ohne Tadel, was auch besonders in den Nahkämpfen und eindrucksvollen Finishing-Moves zur Geltung kommt. An Spezialeffekten wird ebenso wenig gespart. Riesige Explosionen, Feuereffekte, Druckwellen usw. zeigen, was die Engine immer noch drauf hat. Das Spiel wird zudem, ähnlich wie bereits Beyond Good and Evil, in einer Breitwandversion auf den Screen gebracht, was zwar die Screengröße etwas verkleinert, dafür aber Kinoatmosphäre aufkommen lässt.

Der Sound steht der graphischen Qualität nicht nach. Es scheppert und kracht in allen Ecken und es wird passend zu dem Graphikfeuerwerk auch der entsprechende Sound abgeliefert, wenn die Alienhorden angreifen und die Schüsse und Energieblitze dem Spieler um die Ohren sausen. Ausgezeichnet ist auch die englische Sprachausgabe. Alle Sprecher erfüllen die Figuren mit Leben und verleihen ihnen so ihren ganz eigenen Charakter. Einige der Außerirdischen klingen dann auch ein wenig so wie Louis Gosset Jr. als Alien in "Enemy Mine", in einer etwas näselnden Art, was aber ausgesprochen passend wirkt. Ein wirkliches Highlight ist aber die Musik, für die das Team um Tommy Tallarico verantwortlich ist. Kurz gesagt lohnt sich Advent Rising schon alleine, um die ausgezeichnete Musik zu hören. Wie schon anfangs beschrieben, mag man die Musik kaum unterbrechen und fliegt am liebsten noch ein wenig im All umher, um den Klängen zu lauschen. Die Musik ist ein eindeutiger Konkurrent für den Score zu "Outcast" oder "Heart of Darkness", die in meiner Spielmusikliste ziemlich oben stehen. Der Aufwand, der für die Musik zu Advent Rising betrieben wurde, ist auch nicht unerheblich. Ein großes Orchester musste her, um auf der Paramount Scoring Stage für den passenden Ton zu sorgen. Unter der versierten Aufsicht des Aufnahmetechnikers Armin Steiner, auf dessen Konto schon unzählige Filmmusiken mit allen Komponistengrößen gehen, wurde ein phantastische Spielemusik aufgezeichnet, die noch mit einem Chor und einem zusätzlichen Kinderchor die Atmosphäre zu Advent Rising musikalisch abrunden. Und das ist auch außerordentlich gelungen. Die Musik zu Advent Rising ist richtige "Gänsehautmusik". Bombastisch klingt es aus den Boxen, wenn die teilweise fast opernhaft, mystisch und romatisch inszenierte Musikuntermalung das Geschehen am Bildschirm begleitet. Dabei wird die Musik auch ganz gezielt und psychologisch eingesetzt und schafft Kontraste zu dem eigentlichen Geschehen, etwas, das man bisher sehr selten in Spielen findet. So kommen z. B. ganz ruhige und leise Stücke zum Einsatz, während man in einer fast aussichtslosen Massenschlacht gegen die Aliens kämpft. Es wirkt fast betäubend und als ob man sich schon mit dem Untergang abgefunden hat, wenn ein ruhiges Pianostück, begleitet von einem Kinderchor, das Geschehen begleitet, man fühlt sich fast wie in Trance. Doch auch die Actionfront wird in den Schlachten gut bedient, wenn das vollbesetzte Orchester mit Unterstützung des Männerchores zum Kampf bläst. Advent Rising ist eine der besten Spielkompositionen der letzten Zeit und überflügelt damit vieles, was sich in Hollywood derzeit Filmmusik schimpft. Ein grandioses akustisches Erlebnis, das mit dem Geschehen auf dem Screen und der mitreißenden Handlung des Spiels zu einer selten erlebten Einheit verschmilzt. Hier kann man wirklich erkennen, wie die Verbindung zu interaktivem Spiel und Musik in der Zukunft auszusehen hat. Eine großartige Leistung der Komponisten Tommy Tallarico, Michael Richard Plowman und Emmanuel Fratianni. Dank auch an die Produzenten des Spiels, die dem Komponistenteam soviel kreative Freiheit gaben, das Game so einmalig zu vertonen. Zum Glück gibt es die Musik auch auf CD - Musikdemos dazu auf der Komponistenhomepage.

Gesteuert werden kann Advent Rising mittels Maus & Tastatur oder auch über Gamepad - beides funktioniert gut und so kann je nach Belieben gewählt werden. Die Steuerung kann zudem frei konfiguriert werden. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Gegneraufschaltung. Hier kann per Mausrad zwischen den Gegnern in der 3rd Person Ansicht hin und her geschaltet werden, was nicht immer ganz problemlos ist, woran man sich jedoch nach 1-2 Stunden Spielzeit gewöhnt. Schaltet man in die Egoperspektive, ist das Gegneraufschalten ohnehin nicht mehr möglich und das Problem somit auch nicht präsent.

Gespeichert wird an vorgegebenen Abschnitten automatisch, zudem werden Checkpoints gesetzt, die fair und ausreichend verteilt sind. Jedoch ist nicht automatisch jeder Checkpoint zugleich auch ein Speicherpunkt. Man muss also darauf achten, wann das Programm einen Autospeicherpunkt angibt, will man beim nächsten Spielstart nicht wieder einen Checkpoint vorher beginnen.

Bugs oder Abstürze gab es während der Spielphase nicht.

Drei Schwierigkeitsgrade stehen zur Verfügung, wobei "Normal" auch für versierte Spiele ausreichend herausfordernd ist. Bewältigt man das Spiel in "Normal" oder "Hard" wird ein "Ultra" Schwierigkeitsgrad freigeschaltet.

Gameplay:

Advent Rising präsentiert sich als Hybrid 3rd Person Action und Egoshooter, dessen Perspektive man beliebig wählen kann. Als aufstrebender Raumschiffkommandant Gideon Wyeth erlebt man actionreiche Abenteuer und Kämpfe gegen eine Alienrasse, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Menschheit zu vernichten. Dabei macht sich Gideon auf eine Reise durch das Universum, kämpft unter vollem Waffeneinsatz gegen die Invasoren und erlebt praktisch am eigenen Leib die Prophezeiung der Aliens, die in den Menschen eine höherentwickelte Rasse erkennen, die aber scheinbar seit Urzeiten in Vergessenheit geraten ist und auf ihre Wiederentdeckung wartet. Und so wird Gideons Reise nicht nur durch Kampf, Entbehrung und Verlusten von Menschen, die er liebt, begleitet, ihm wird auch die Macht bewusst, die in ihm steckt, erweckt von seinen neuen Alliierten... doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Zuerst machte es noch den Eindruck, dass alles in halbwegs normalen Bahnen zu laufen schien. Die um Erstkontakt bittenden Aliens machten einen friedlichen Eindruck und Gideon konnte vorher auf seiner Raumstation seine Kenntnisse im Kampf kurz auffrischen. Ein Tutorial macht ihn mit den wichtigsten Bewegungen und Kampfhandlugen vertraut. Wie man zugleich in beiden Händen Waffen tragen und feuern kann, Nachladen und Heilfunktion inklusive und selbst der Faustkampf steht in einer Auseinandersetzung in einer Bar auf dem Programm. Ebenso, wie man sein nächstes Ziel auswählt, dem man sich mit aller Kraft wortwörtlich widmen möchte. Der folgende Erstkontakt verlief dann auch mehr als erfreulich, erfreulich zumindest so lange, bis die anderen Invasoren den Angriff auf Raumstation und Planeten starten. Nur mit viel Glück konnte Gideon das Raumschiff wieder zur Raumstation zurückbringen, doch was sich ihm dort offenbart, ist ein Bild der Zerstörung. Überall brechen Wände auf und die Aliens machen Jagd auf die Menschen. Es scheint keinen Ausweg zu geben. Unglücklicherweise wurde Gideons Bruder Ethan verletzt und die beiden können sich nur langsam durch das Bild der Verwüstung einen Weg zu den Rettungskapseln erkämpfen. Dabei wird ihre Fluch immer von den Attacken der Seekers - den Invasoren - unterbrochen, die scheinbar etwas Bestimmtes suchen. Brutal ergreifen sie ihre Opfer, scannen sie und töten sie danach, da ihre Suche scheinbar bisher erfolglos war. Gestützt auf Gideon kommen die beiden Brüder nur langsam voran, bis sie schließlich zu den Rettungsbojen gelangen. Doch Gideon kann die Station unmöglich ohne seine geliebte Olivia verlassen. Er setzt seinen verletzten Bruder vor den Rettungsbojen ab und macht sich auf, seine Freundin zu retten...

Advent Rising ist ein reinrassiges Actionspiel, dass sich besonders durch seine spannende Inszenierung von anderen Spielen unterscheidet. Man hat sofort das Gefühl, mittendrin zu sein, in einem Kampf, der entscheidend für das Überleben der Menschheit ist. Beliebig kann der Spieler zwischen 3rd Person und Egosicht wechseln, während er den Aliens, beidhändig bewaffnet, den Krieg erklärt. Es macht schon Spaß, in einer Hand eine Schnellfeuerwaffe zu tragen und mit der anderen Raketen auf die angreifenden Horden zu ballern, dabei den feindlichen Schüssen durch einen geschickten Sprung auszuweichen, um direkt vor einem Seeker zu landen und ihn mit gezielten Faustschlägen zu Boden zu strecken und dann mit einem Finishingmove das Genick zu brechen. Das geht alles so locker und leicht von der Hand, wie man es sich nur wünschen könnte. Zwischendurch darf man noch mit einem Scythe fahren, einem Buggy-ähnlichen robusten Fahrzeug, das besonders geeignet für gefährliche Stunts ist, in denen man den Turboantrieb nutzen muss, um sonst unüberwindbare Abgründe zu bezwingen oder einer unter dem Fahrzeug zusammenbrechenden Brücke noch rechtzeitig zu entkommen, um nicht mit in die Tiefe gerissen zu werden. Und wie sich herausstellt sind Gegner gegen das Gefährt auch nicht Elchtest-resistent. Abwechslung bringt auch die Nutzung von stationären Geschütze, mit denen man großen Gegnern oder angreifenden Raumschiffen mächtig einheizen kann. Später darf man auch noch mit Hooverkraft-ähnlichen Gleitern die Aliens auf Vordermann bringen, wenn man durch einstürzende Lavahöhlen heizt oder in einem Raumdock für Ordnung sorgt, indem man das schlagkräftige Geschütz gegen Bodentruppen oder auch gegen die angreifenden Raumschiffe einsetzt. Natürlich sollte man darauf achten, dass die Feinde nicht eine ähnliche Strategie anstreben und dafür sorgen, dass sie selbst die Gleiter nicht erreichen, bzw. sollten andere Gleiter rechtzeitig zerstört werden. Aber die Seeker sind keine Feiglinge und so kann es vorkommen, dass sie kurzerhand auf die Tragflächen des Gleiters springen und versuchen, uns von unserem Vorhaben abzubringen. Hier heißt es also, Gegner abschütteln oder das Gefährt rechtzeitig verlassen, bevor es zu stark beschädigt ist und explodiert. Leider wird der Status des Gefährtes nicht als "Lebensbalken" angezeigt, hier muss man einfach aufgrund der sichtbaren Schäden entscheiden, wann es Zeit für einen Ausstieg ist. Insgesamt ist das aber mehr als eindruckvoll in Szene gesetzt, wenn man schnell zu einem Gleiter eilt, um riesige Mech-ähnliche Feinde zu besiegen, gegen die man ansonsten kaum eine Chance hätte.

Aber nicht umsonst haben die Invasoren solch große Angst vor den Menschen, denn wie Gideon am eigenen Leib erfährt, steckt in den im Vergleich zu dem übermächtigen Aliens scheinbar so zerbrechlichen Menschen mehr, als man vermuten mag. Und genauso ist es auch, als Gideon nach der Flucht und der Zerstörung seines Heimatplaneten von den neugewonnenen außerirdischen Freunden unterwiesen wird, welche mystischen Kräfte in ihm ruhen. Hier entfaltet sich dann auch der höchst interessante Gameplayaspekt von Advent Rising, der zwar das Rad nicht neu erfindet, aber insgesamt sehr gut und stimmig umgesetzt wurde. Im weiteren Spielverlauf erlernt Gideon besondere Kräfte. Angefangen bei der Kraft, Dinge schweben zu lassen, Feinde natürlich inbegriffen und so kann er einen Gegenstand oder Feind fixieren, ihn hochheben, dort halten oder ihn mit aller Kraft wegschleudern -Jedi Knights lassen grüßen. Er kann Gegenstände aufnehmen und gegen Feinde werfen oder den Feind packen und über die Brüstung in die Tiefe werfen, um einem Kampf mit Waffengewalt aus dem Weg zu gehen. Das geht jedoch nicht immer und einige Feinde wissen sich auch sehr gut hinter Energiebarrieren zu verschanzen, doch wozu kann Gideon beide Hände nutzen. So kann man jeder Hand eine spezielle Waffe oder Kraft zuordnen. Warum den Gegner nicht in die Luft erheben, ihn damit wehrlos am "langen Arm" zappeln lassen und mit der in der anderen Hand befindlichen Waffen bearbeiten. Im weiteren Verlauf lernt Gideon noch mehr nützliche Kräfte. Eine Druckwelle, die alle Gegner nach hinten schleudert, ein elektromagnetisches Geschoss, ein Schutzschild oder eine Macht, die die Zeit um ihn herum anhält und er sich so blitzschnell zwischen den Feinden bewegen kann. Dabei sind diese Fähigkeiten kein schnöder Schnickschnack, sondern elementar wichtig, um sich gegen die Aliens behaupten zu können, denn nicht nur Gideon wird stärker, die Gegner werden es auch und ohne die richtige Taktik wäre unser Held bald verloren. Fähigkeiten müssen gezielt eingesetzt werden. Der Gleiter auf der anderen Seite des Raumdocks könnte die Situation sicher zu seinen Gunsten verbessern, aber der Weg dorthin ist zu lang und zu gut bewacht. Ein normales Durchkommen ist hier reine Illusion, dafür sind die Gegner zu zahlreich und ihre Bewaffung zu mächtig. Hier könnte man nun die Timeshiftfunktion nutzen und sich wie ein geölter Blitz auf die andere Seite bewegen, ohne dass die Gegner es mitbekommen, bzw. Gegenmaßnahmen treffen könnten. Vielleicht reicht aber auch die Schildkraft, um sich vor den Attacken zu schützen und so bis zum Gleiter durchzukämpfen. Dabei gestaltet sich die Nutzung der Kräfte recht flexibel, weil sie auch jeweils unterschiedlich genutzt werden kann. So kann Gideon das Schild im Laufen vor sich her tragen oder es an einem Ort fest platzieren, um sich hin und wieder dahinter in Sicherheit zubringen und neue Kräfte zu sammeln und sich zu regenerieren.

Das Besondere an Advent Rising ist zudem, dass sich die Eigenschaften im Umgang mit den Waffen und den Kräften, je nach Nutzung verbessern und in jeweils fünf Aufbaustufen entwickeln lassen. Nutzt er den Raketenwerfer oft, wird er damit auch im Umgang wesentlich versierter, setzt er den Nahkampf oft ein, werden seine Schläge verheerender. Setzt er die Schildkraft öfters ein, reduziert sich die benötige Energiereserve langsamer und er kann z. B. auch mehrere stationäre Schildbarrieren aufbauen und sich so auch einen abgeschotteten Bereich schaffen. Ab einer bestimmten Ausbaustufe haben die Waffen und auch die Kräfte eine jeweilige alternative Funktion. So kann Gideon mit dem Timeshift auch das Gegenteil bewirken und sich wie in Zeitlupe durch die Gegner bewegen, das Schild wird zu einer ihn umgebenden schützenden Energiekugel und die Hebekraft kann im alternativen Modus gleich mehrere Feinde aufs Korn nehmen. Die alternative Druckwelle erlaubt es, Gegnern die Waffen zu entreißen. Je nach Gegnerart sind auch die unterschiedlichsten Kombinationen notwendig, um sich angemessen verteidigen zu können, was besonders auch bei den Zwischengegnern der Fall ist. Ein riesiges, scheinbar unverletzbares Monstrum, das Felsbrocken auf Gideon wirft, sollte vielleicht dadurch aus dem Konzept gebracht werden, indem man es mit eigenen Waffen schlägt. Die Kämpfe in Advent Rising sind einfach furios in Szene gesetzt und der fliegende Wechsel zwischen konventionellen Waffen, mystischen Kräften und Nahkampf sind mehr als gelungen in ein stimmiges Gameplay umgesetzt worden. Keine der Komponenten kommt hier zu kurz, auch wenn man sich später vielleicht, bei gut "ausgebauten" Kräften, mehr auf die selbstnachladenden Kräfte, statt auf Waffen spezialisiert. So "springt" man z. B. mit der Timeshiftfunktion in die Gegnermassen, versucht einige auszuschalten, um sich dann blitzartig wieder in Sicherheit zu bringen und eine erneute Attacke vorzubereiten. Oder man baut gezielt Energiebarrieren auf, um sich dahinter zu verstecken, um dann im geeigneten Moment das angreifende Raumschiff mit dem Raketenwerfer zu bearbeiten. Warum nicht den Glasboden oder die Wände einer in schwindelerregender Höhe befindlichen Brücke mit der Druckwelle zerbersten lassen, um danach die dort befindlichen Gegner auf die gleiche Weise in den Abgrund zu befördern? Das schöne dabei ist, dass man oft von Alienfreunden im Kampf begleitet wird und sie Seite an Seite mit den Menschen ins Gefecht ziehen, was der Atmosphäre und dem Spielspass sehr zu Gute kommt (zudem sind sie unsterblich ;), also keine Angst vor Friendly Fire ).

Das Spiel ist so atemberaubend in Szene gesetzt, dass es kaum stört, wenn die Level eigentlich recht linear sind, zumal sie ausreichend Freiraum bieten und man sich nie so gegängelt fühlt, wie in vielen neueren Egoshootern. Schön gemacht ist auch die Option eines leicht alternativen Handlungsverlaufes, je nachdem, wie Gideon sich entscheidet, doch mehr soll hier nicht verraten werden, denn insgesamt ist die Story mitreißend, tragisch und erzählt eine spannende Geschichte vom Untergang einer Zivilisation und den Verlust von liebgewonnenen Menschen. Man leidet wirklich mit. Abwechslungsreich sind auch die Aufgaben in den verschiedenen Levelabschnitten präsentiert, auch wenn der Fokus eindeutig auf Action liegt. So darf man mit dem Buggy durch die Kanalisation der Stadt jagen, man muss Energiebarrieren ausschalten, Gefangene befreien und es gibt eine Mission, die an Omaha Beach erinnert.

Als kleine Randnotiz noch für diejenigen, die den Film- oder Spielnachspann nie bis zu Ende betrachten. Genau das sollte man bei Advent Rising nicht auslassen, ansonsten verpasst man das Grand-Finale :-).

Zu kritisieren gibt es bis auf die etwas gewöhnungsbedürftige Gegneraufschaltung eigentlich nichts.

Fazit:

Da hat Publisher Majesco gerade mit Psychonauts gezeigt, wie man erstklassige Unterhaltung abliefert und jetzt legen sie gleich ein weiteres gutes Produkt hinterher. Advent Rising ist eine äußerst gelungene Mischung aus 3rd Person Action und Egoshooter, die besonders durch spannend inszenierte Kämpfe zu begeistern weiß und dazu mit rasanten Fahreinlagen gewürzt ist. Graphisch mehr als eindrucksvoll, mit packender, erwachsener Story aus der Feder des SciFi Autors Orson Scott Card und einem der besten Spielsoundtracks inszeniert, bekommt man für ca. 15 Stunden Spielspass pur. Aufregende Schauplätze, atemberaubende Action und stimmiges Gameplay. Advent Rising spielt sich wie ein Hollywoodactionfilm der besseren Sorte, bei dem jedoch weder Story, Action noch Taktik zu kurz kommt. Ich hoffe, dass aus der geplanten Trilogie wirklich eine wird und das Spiel nicht in der Versenkung verschwindet. Ein deutscher Vertrieb wurde mittlerweile mit THQ gefunden und es wird im November veröffentlicht. Advent Rising ist ein mehr als empfehlenswertes Spiel und der auf dem Cover befindliche Schriftzug "Epic Sci-Fi Action" ist keinesfalls übertrieben.


Geschrieben am 21.09.2005, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 1GB Ram, SB Audigy2ZS
 



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