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Act of War  


Info
Autor 3+
 1.5
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Gesamt (41 votes) 2+
 1.6
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Name:Act of War - Direct Action
Genre: Echtzeitstrategie
Produkt: Vollversion
Release: 2005/03
Publisher: Atari
Entwickler: Eugen Systems
Hardware: 1.5Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 6000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Patch: 1.06
Bemerkung: nur auf DVD
USK: 16
Act of War - Direct Action (review von nali_warcow)

Wenn man sich so die Spiele heutzutage anschaut, dominieren einige Themen immer wieder. Sei es, dass der WW2, Vietnam oder ein anderer Kriegsschauplatz herhalten muss oder spätestens seit dem 11. September Terroristen Hochkonjunktur in Spielen haben. So hat EA mit C&C Generäle auch eine deutliche Wende bei der Serie vorgenommen. Vorbei war der Kampf zwischen GDI und NOD, hier schlugen sich nun USA, China und die Globale Befreiungsarmee die Köpfe ein. Allerdings im Einzelspielermodus nur noch in zusammenhanglosen Missionen und ohne Videos. Das inzwischen erhältliche Act of War von Eugen Systems versucht beides zu vereinen. Terrorismus, den Patriotismus der USA und Videosequenzen. Alles verpackt in wunderbarer Grafik. Wie es sich im Vergleich zu den Vorbildern schlägt soll im folgenden Review geklärt werden.

Auf Grund der nicht gerade geringen Datenmenge wird das Spiel lediglich auf DVD ausgeliefert. Knapp 6 GB an Daten werden bei der Installation auf die Festplatte geschaufelt. Vergleichbar mit der etwas anderen Installationsroutine von C&C aus dem Jahre 1995, wird auch bei Act of War etwas mehr geboten als nur der sich langsam der 100% Grenze nähernde Statusbalken. Als erstes wird ein Video auf die Platte kopiert, in dessen Genuss man während der weiteren Installtions kommt. Damit wird der Spieler schon mal recht stimmungsvoll auf das Spiel vorbereitet und kann eine kleine Diskussionsrunde zum Spielthema genießen. Ist das Video dann vorbei, sollte auch die Installation bei etwa 95% angekommen sein. Ebenfalls wurde nicht bei der Ausstattung gespart. In die DVD Hülle wurde einiges an Infomaterial gepackt, dass man fast meinen könnte, sie würde nicht mehr zugehen. Das 90 Seiten dicke Handbuch erklärt nicht nur alle Optionen und das grundlegende Spielprinzip, auch alle Einheiten und Gebäude werden vorgestellt. Und dies nicht nur in einer recht oberflächlichen Art und Weise, sondern sehr detailliert und so werden z. B. bei jedem Einheitentyp gleich Infos wie "Wirksam gegen" und "Verwundbar durch" genannt. Abgerundet wird der Packungsinhalt durch einen farbigen Techtree für alle Einheiten, Gebäude und Updates. Allerdings lag dieser Techtree bei der hier getesteten deutschen Version nur in englischer Sprache vor.

Der Kampf ums Öl

Schauplatz: USA, Situation: Ölkriese

Inzwischen sind die Inhalte bei Spielen sehr nah an der Realität. Die zunehmende Knappheit des Öls und steigende Preise sind nicht gerade eine glückliche Ausgangsposition für den größten Verschwender der Welt. Während die Bürger an der Zapfsäule 150 $ und mehr bezahlen können, die Politik und Wirtschaft lediglich diskutiert und die Schuld immer andere haben, kommt es schließlich zum Eklat. Erst in London, doch dann auch in den USA schlagen die Terroristen zu. Es steckt mehr hinter dem anfangs scheinbar planlosem Terroristenhaufen… Bis jedoch die Situation wieder unter Kontrolle ist, gibt es einen ganzen Haufen Arbeit für die Task Force Talon und Sergeant Jefferson. Wie in anderen Echtzeitstrategiespielen auch, so baut der Spieler meist eine Basis, sammelt Rohstoffe an, woraus weitere Einheiten bezahlt werden. Einige Missionen erfordern jedoch lediglich den Einsatz einer Einsatztruppe und hier steuert der Spieler nur einige Einheiten über die Karte. Vor, nach und während einer Mission gibt es nicht nur eine ganze Reihe an Wendungen und Überraschungen, sondern auch etliche Videos zu sehen, die mit richtigen Schauspielern gedreht wurden. Die Story von Act of War stammt aus der Feder von Dale Brown - Bestsellerautor, ehemaliger U.S. Air Force-Captain und Militärexperte.

Jefferson, übernehmen sie!

So einfach kann die Task-Force nicht an der Küste landen. Hier hat der Gegner eine ganze Reihe an Abwehrstellungen, Gebäuden und Einheiten aufgestellt. Einige Luftangriffe sollten den Küstenstreifen etwas säubern und die wenig später folgende Landung ermöglichen. Die ersten Truppen sichern das Gebiet, während gleichzeitig die Baudrohnen die ersten Gebäude wie Hauptquartier, Kaserne und ein Kontrollgebäude für Flugzeuge errichten. Da der Flugzeugträger keine weitere Luftunterstützung mehr bieten kann, werden schleunigst erst mal einige Global Hawk Bomber in Auftrag gegeben. Um in dieser Wüstengegend nicht nur auf Ölquellen angewiesen zu sein, wird die Kaserne außerdem noch um ein Geheimdienstzentrum erweitert. Hier können dann bis zu 10 feindliche Einheiten gefangen gehalten werden, was dem Spieler konstante Geldzuwächse beschert. Diese müssen zuvor auf dem Schlachtfeld lediglich "aufgesammelt" werden, wenn sie schwer verwundet, aber lebend nach einem Kampf verbleiben. Die neuen Bomber kümmern sich dann auch bald um den Konvoi im nördlichen Bereich, während ein erster Stoßtrupp aus Einzelkämpfern, ausgerüstet z. B. mit Anti-Fahrzeug-Raketen, sich um die Erkundung, Säuberung und Sicherung des Stadtteils im Osten bemühen. Da flitzen die Einheiten schnell ins Gebäude und nehmen im Schutz der dicken Mauern gegnerische Einheiten, aber auch Fahrzeuge, schnell auseinander und erleiden nur wenig Verluste. Lediglich das Erstürmen gegnerisch besetzter Gebäude ist da verlustreicher. Doch schon bald ist dieser Bereich gesichert und der Feind wird nur noch schwerlich durchkommen. Eigentlich ist die im Nordosten befindliche Basis das nächste Hauptziel der Mission, doch wie so oft ist diese nicht ganz so einfach zu knacken. Normalerweise sollten einige Luftschläge und danach der Einsatz von Bodentruppen ausreichen. Dummerweise wird diese jedoch von einer ganzen Reihe starker Luftabwehrgeschütze beschützt. Bei ausreichenden Geldquellen könnten natürlich auch massive Luftangriffe zuerst gegen diesen Verteidigungsbereich geflogen werden oder einige weitere Bodentruppen kümmern sich zuerst um die Geschütze. Damit schließlich die feindliche Basis leichter zu erobern ist, wird erst noch die Energieversorgung lahmgelegt und dann ist die Mission siegreich beendet.

Action, Action und Action

In der Einzelspielerkampagne gilt es insgesamt 14 Missionen zu beenden, will man als Sergeant Jefferson den bösen Terroristen das Handwerk legen. Ein Tutorial gibt es nicht. Das Spiel fängt zwar recht einfach an und der Spieler befehligt in den anfangs kurzen Missionen nur einige wenige Einheiten, doch zumindest für Neulinge gibt es wenig Infos. Etwas Erfahrung oder ein Blick ins Handbuch wird da bei Leuten nötig sein, die noch kein RTS am Rechner gespielt haben. Nach dem Auftakt in London geht es kurz zur Verteidigung nach San Fransisco zurück in die USA, später über einige Einsätze in Ägypten und Russland zum Showdown mit "Superwaffen". Bei den Missionen haben sich die Entwickler sehr viel Mühe geben, diese abwechslungsreich zu präsentieren. Das fängt bei der Gestaltung an. Mal kämpft man in Häuserschluchten, dann auf der Golden Gate Bridge, in Wüstengegenden mit Ölraffinerien, heruntergekommenen Gebäuden oder in zerstörten Gebieten / Stadtteilen wie z. B. einer Autobahnbrücke. Genreüblich steuert der Spieler nur mal einige wenige Einheiten über die Karte und dann sind Heilungs- bzw. Reparaturfahrzeuge doppelt wichtig. Oder aber der Spieler bekommt von Anfang an bzw. nach der Erfüllung bestimmter Ziele (Platz für eine eigene Basis säubern) entsprechende Baueinheiten für Gebäude und Fahrzeuge. Im Gegensatz zu anderen Echtzeitstrategiespielen muss kein "Sammler" über die Karte laufen, um Rohstoffe zu sammeln. In Act of War gibt es die Möglichkeit durch drei unterschiedliche Arten an Geld zu kommen. Zum einen können Gebäude wie Banken besetzt werden. So lange der Spieler mindestens eine Einheit im Gebäude hat, gibt es in kurzen Abständen eine kleine "Spende" aufs Konto des Spielers. Wie auch das Bankkonto, so halten auch Ölquellen nicht ewig. Diese Ölquellen müssen mit einem Bohrturm erschlossen werden und dazu baut man direkt daneben eine Raffinerie, so dass der "Tanker" nur eine möglichst kurze Strecke zurücklegen muss. Die dritte und langfristig beste Möglichkeit an Geld zu kommen stellen Gefangene dar. Mit etwas Glück bleibt nach einem Gefecht mit dem Gegner eine oder mehrere Einheiten auf dem Schlachtfeld zurück, die nicht gestorben, sondern lediglich schwer verwundet sind. Mit Fußtruppen kann man diese Einheiten gefangen nehmen, was einen einmaligen Bonus von 500$ entspricht. Gut ist der Spieler beraten, möglichst bald auch in der Basis eine Möglichkeit zu haben, Gefangene zu "lagern". Die dort eingesperrten Leute sorgen für einen konstanten Geldnachschub, so dass Geldmangel im Spiel eine Seltenheit ist. Somit kann der Spieler je nach Belieben die Missionen etwas ruhiger angehen. Da kann man erst in eine ordentliche Basisverteidigung setzen, dann viele Einheiten ausbilden und den Gegner angreifen. Auch ein Misserfolg beim Angriff bzw. einem Teilziel ist dann kein so großer Rückschlag. Lediglich einige Ziele müssen unter Zeitdruck erledigt werden. Da hat der Spieler beispielsweise gerade seine Basis hochgezogen und es kommt die Nachricht, dass ein Gebäude vor den Anschlägen des Gegners in wenigen Minuten geschützt werden muss und dieser das Gebäude nicht erobern darf. Da kommt dann kurzzeitig mal etwas Stress auf, doch sind die Zeitlimits sehr gut ausbalanciert und alles gut schaffbar. Auf der einen Seite hat jede Mission eine Reihe an Primärzielen. Da soll zuerst die Position gesäubert und gesichert werden, dann eine Ölquelle unter Kontrolle gebracht, Gefangene befreit und schließlich die gegnerische Basis beseitigt und ein Gegenangriff zurückgeschlagen werden. Mitunter gibt es auch sekundäre Ziele bzw. Hauptziele, die jedoch sowieso quasi im "Vorbeigehen" erledigt werden (müssen). Wenn man die Basis des Gegners, die durch Luftabwehrgeschütze gesichert ist, erobern will, dann kommt man eigentlich kaum daran vorbei, diese zuerst auszuschalten. Dadurch, dass die Missionen somit in lauter kleine Auftragshäppchen unterteilt werden, wird der Spieler in den Missionen recht stark an die Hand genommen. Bei Act of War weiß man immer ganz genau, was man wo als nächstes zu tun hat. Neben den überwiegenden Eroberungszielen sind die Verteidigungsaufgaben eine sehr abwechslungsreiche und fordernde Angelegenheit, wenn man beispielsweise drei Zugänge zur Basis sichern muss oder aber der Gegner mal mit Fußtruppen aus unterschiedlichen Richtungen kommt.

Der Schwierigkeitsgrad lässt sich in drei Stufen regulieren, wobei in der Singleplayer Kampagne der Schwierigkeitsgrad sehr human und einsteigerfreundlich ausgefallen ist. Der Computer agiert wenig bis gar nicht selbstständig und schickt nur ab und zu seine Truppen los und diese agieren nicht sonderlich schlau was z. B. Lücken in der Verteidigung angeht. Zum Ende hin werden die Missionen länger und fordernder und man kann etwa 10 bis 15 Stunden für die Kampagne rechnen. Das ist nicht sehr viel für ein RTS Game, doch in diesen Stunden wird man sehr gut unterhalten. Action und Spielspaß stehen im Vordergrund. Hat man die Einzelspielerkampagne gemeistert, so kann man sich die Zeit entweder noch im Soforteinsatz gegen die CPU oder aber im Mehrspielermodus gegen andere menschliche Spieler vertreiben. Hier zeigt sich dann auch, dass die im Singleplay einwandfrei funktionierende Taktik mit z. B. vielen Shield-Einheiten nichts bringt. Da muss man schon etwas taktischer vorgehen und auch die CPU geht hier deutlich aggressiver vor. Leider gibt es im Mehrspielermodus überhaupt keine Optionen und bis auf Teams und Karte kann nichts weiter eingestellt werden - zudem ist für den Onlinemodus eine Registrierung notwendig.

Spielparteien und Einheiten

Insgesamt gibt es drei Parteien, wovon der Spieler zwei in der Einzelspielerkampagne steuern kann. Zum einen wäre da die US Armee. Hier wird - wie schon in C&C Generäle - auf High Tech Waffen und Gebäude gesetzt. Daher sind auch meist eine ganze Reihe an Generatoren notwendig, damit die Gebäude und Verteidigungstürme mit Strom versorgt werden können. Nach und nach kann der Status von "Defcon 3" bis auf "Defcon 1" (Kosten jeweils 5000 $) gesenkt werden. Hierdurch werden neue Technologien freigeschaltet. Ein Raketensilo kann also nicht gleich am Anfang gebaut werden und auch Tarnkappenbomber gibt es erst später. Hubschrauber, Bomber, Marines, Panzer in den unterschiedlichen Varianten werden hier ins Feld geschickt. Die Task-Force Talon ist dagegen eine Art mobile Variante der US Marines. Die Gebäude brauchen keinen Strom, können dafür jedoch auch nur in der Nähe des Hauptquartiers bzw. eines Außenpostens gebaut werden. Die gepanzerten Stryker können wahlweise als Truppentransporter oder mit zwei unterschiedlichen Waffen bestückt werden. Anpassungsfähigkeit ist die große Stärke dieser Partei. Hier kann sogar der Abwehrschild gegen Superwaffen mobil umherfahren oder die Shield-Einheiten wechseln vom Raketenwerfer zum MG. Als dritte Partei gibt es das Konsortium. Dies orientiert sich an den GBA von "Generäle". Die Terroristen bauen die Basis vom Helikopter aus und deren Gebäude sind nicht gerade die modernsten, dafür jedoch die Einheiten. Die Helis sind flink unterwegs und anfangs vor den anderen Parteien aufgrund noch nicht entwickelter Boden-Lufteinheiten sicher. Das Konsortium kann sogar auf Tarnpanzer zurückgreifen und die Möglichkeit Einheiten von A nach B mittels der Schläferzelle zu bringen. Das Konsortium hat nur zwei Ausbaustufen und im "aufgedeckten" Zustand gibt es stärkere Einheiten und Technologien, dafür wird jedoch auch deutlich mehr Geld benötigt. Aller drei Parteien haben auch eine Reihe unterschiedlicher Technologien, die nach der Erforschung Einheiten schlagkräftiger oder resistenter machen.

Handhabung des Spiels

Die Steuerung von Act of War geht überwiegend einfach und nach dem Genrestandard von der Hand. Man muss sich lediglich daran gewöhnen, dass Einheiten nicht einfach mit einem Linksklick abgewählt werden können. Die Menüleiste ist zwar etwas groß, doch ansonsten gibt es nichts zu bemängeln. Hilfreiche Popups informieren über Kosten und Infos über Einheiten und Gebäude, die Ziele sind gut beschrieben, auch die Map ist sehr gut sichtbar und es gibt ständig irgendwelche kleinen Videoeinblendungen oder Zwischensequenzen, welche Story oder Missionsziele vorantreiben. Vom Hauptmenü aus kann man auch jederzeit in die einzelnen Missionen springen und es gibt neben der manuellen Speichermöglichkeit ein Autosave in den Missionen. Lediglich der Mehrspielermodus gibt sich sehr optionsarm. Wenngleich die Wegfindung wenig Anlass zur Kritik bietet, außer man schickt den Trupp von einem Kartenende zum anderen, so ist die KI doch etwas ärgerlicher. Da wird der Kollege angegriffen und wenige Pixel weiter machen die andern Einheiten nichts. Gerade bei einem Spiel wie Act of War, das sich eher an Einsteiger und Gelegenheitsspieler wendet, ist dies nicht akzeptabel. Auch der Aktionsradius bzw. ein automatisches Handeln der Reparaturfahrzeuge ist nur in sehr begrenztem Umkreis möglich. Ebenfalls unschön, wenn die Reparaturfahrzeuge im Konvoi mitfahren, meist sogar noch vorpreschen und dann im Kampf zur leichten Beute werden. Sie ziehen sich nicht zurück, bleiben im Feuer stehen und wenn man einer Gruppe mit Reparaturfahrzeug einen Angriffsbefehl gegeben hat, fahren die Reparatureinheiten bis zum Gegner hin und "warten" dort.

Grafik & Sound

Grafisch setzt "Act of War: Direct Action" die Meßlatte ein Stück weiter nach oben. Die Missionen sind sehr stimmig und detailverliebt. Egal ob man in London, an der Golden Gate Bridge oder vor dem Capitol kämpft, die Schauplätze machen einen wunderbaren und realistischen Eindruck. Da fahren die Panzer durch Blumenbeete, Laternenmasten knicken um und die Gebäude nehmen sichtbaren Schaden im Kampf. Auch die Einheiten sind recht detailliert gestaltet. Doch als wenn dies alles nicht genug wäre, so kracht und rumst es im Spiel an allen Ecken und Enden. Explosionen scheint es in der Engine im Dutzend billiger zu geben, so viel explodiert da. So steigt z. B. auch dichter Qualm aus zerstörten Gebäuden auf und behindert mitunter die Sicht. Doch diese Grafik hat auch einen Preis. Stellenweise ging die Performance deutlich in den Keller, was jedoch mitunter gar nicht so sehr zu bemerken war, wenn man nicht gerade einen Framecounter angeschaltet hätte. Insbesondere am Anfang einer Mission bzw. nach dem Laden, muss man mit kurzen Rucklern/Nachladesekunden rechnen, wenn ein neuer Mapbereich das erste Mal angezeigt wird. Die Videos sind auch von recht guter Qualität, wären im Vollbild allerdings noch schöner gewesen. Der Soundtrack bleibt überwiegend im Hintergrund, doch es tobt meist sowieso der Kampfeslärm, wenn Panzer aufeinandertreffen und Häuserschluchten verwüstet werden. Dazu gibt es durchweg gelungene Sprecher, die ihre Sache in Videos und zahlreichen Audiosamples sehr ordentlich machen.

Meinung

"Act of War: Direct Action" versetzt einen zurück in die Zeit, als Command & Conquer noch das war, wie man es aus den Anfängen kannte. Action- und abwechslungsreiche Missionen gespickt mit Videosequenzen und Atmosphäre. Also all das, was ich zumindest bei "C&C Generäle" schmerzlich vermisst habe. Die Missionen sind auf der einen Seite abwechslungsreich und schön gestaltet und werden dank der Videos wunderbar präsentiert, andererseits ist der Widerspielbarkeitswert aufgrund der Linearität gering. Ob man sich mit der Thematik USA vs. Terroristen anfreunden kann oder will, muss jeder selber entscheiden. Die Grafik ist über jeden Zweifel erhaben, wenn man die nötige Hardware hat und auch die Bedienung geht überwiegend problemlos von der Hand. Lediglich einige Kleinigkeiten trüben den Spielspaß, was insbesondere an der KI der eigenen Leute liegt. Klar kann man Kampf- und Reparatureinheiten in zwei Gruppen packen, doch bequemer und im Jahr 2005 angemessener wäre hier eine clevere KI. Gerade weil sich das Spiel an Einsteiger richtet, sollten solche Probleme nicht vorhanden sein. Die drei Parteien unterscheiden sich so, dass es im Multiplay Modus Spaß machen könnte, nur leider gibt es für meinen Geschmack zu wenig Karten und insbesondere Optionen. Wer einfach mal wieder ein bombastisches RTS Game spielen will und nicht gerade ein sehr tiefgründiges und taktisches Games erwartet, sondern eher Action und Spielspaß im Einzelspielermodus, wird von "Act of War" nicht enttäuscht.


Geschrieben am 02.05.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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